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Theo Zwanziger nennt Korruption bei WM-Vergabe alternativlos

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"Verrottetes System der FIFA"  

Zwanziger: Korruption bei WM-Vergabe alternativlos

26.10.2015, 17:31 Uhr | sid

"Spiegel TV": Exklusivinterview mit Theo Zwanziger über Schwarzgeldkassen beim DFB. (Screenshot: Spiegel.TV)
Theo Zwanziger spricht über Schmiergelder beim DFB

Ex-DFB-Präsident findet deutliche Worte zur WM-Vergabe 2006.

Theo Zwanziger spricht über Schmiergelder beim DFB. (Quelle: Spiegel TV)


Theo Zwanziger hat in der Affäre um mutmaßliche Manipulationen bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 nachgelegt. Der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) bezeichnete Korruption im Zuge der deutschen Bewerbung um die Heim-WM als alternativlos.

"Der Ausgang dieser Geschichte liegt im richtig verrotteten System der FIFA, in das Franz Beckenbauer hineinstolpern musste, um überhaupt eine Chance zu haben, die WM nach Deutschland zu holen", sagte Zwanziger in einem Interview mit Spiegel TV.

Beim engen Wettbewerb um die Vergabe einer WM, gewinne nicht zwingend die beste Bewerbung, sondern unter Umständen der Meistbietende. 

Beckenbauer bleibt für Zwanziger "ein großartiger Sportler und Sportfunktionär", der "Stil, Charakter und Bescheidenheit hat". Deshalb bleibe der Kaiser ein Vorbild, auch wenn er im Fall der WM-Vergabe nach ethischen und rechtlichen Gesichtspunkten womöglich nicht richtig gehandelt habe.  

Die ominösen 6,7 Millionen

Beckenbauer soll als Chef des WM-Organisationskomitees 2006 den im DFB-Skandal umstrittenen Handel eingefädelt haben - laut DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einem Vier-Augen-Gespräch mit FIFA-Präsident Sepp Blatter.

Beide hätten vereinbart, dass die deutschen WM-Macher in Hoffnung auf einen späteren Organisationszuschuss in Höhe von 170 Millionen Euro zunächst 6,7 Millionen Euro an den Weltverband überweisen. Blatter bestritt dies am Sonntag. Nach Recherchen des "Spiegel" sollen mit dem Geld aber die Stimmen der asiatischen Exekutivmitglieder gekauft worden sein. Der Kaiser will sich wohl noch in dieser Woche der Untersuchungskommission des DFB stellen. 

"Kein Zweifel an schwarzer Kasse"

Zwanziger bekräftigte in diesem Zusammenhang seinen Vorwurf einer "schwarzen Kasse" im Dunstkreis der deutschen WM-Bewerbung. "Das Organisationskomitee hatte 2002 einen eigenen Haushalt, der Geldtransfer, der da in Rede steht, ist heimlich und damit auch ein Stück illegal erfolgt", sagte er.

"Das ist die Bezeichnung für eine schwarze Kasse." Es gebe "überhaupt keinen Zweifel daran, dass dies eine schwarze Kasse ist".

Keine Rache an Niersbach - aber erneut Vorwürfe

Zwanziger erneuerte auch die Vorwürfe gegen Niersbach, den er zuvor der Lüge bezichtigt hatte. "Warum hat dieser Wolfgang Niersbach nicht mit mir gesprochen? Warum hat er nicht gefragt: Theo, was hast du denn da an Erkenntnissen aus dieser Zeit?"

Rachegelüste in der alten Männerfeindschaft mit Niersbach verspüre er allerdings nicht. "Dass ihm das vielleicht jetzt ein bisschen auf die Füße fällt und mich in die Rolle treibt, als wollte ich dem Herrn Niersbach sein Amt nehmen, das will ich nicht. Da bin ich weit von entfernt", sagte Zwanziger.

"Von mir aus kann der da noch 20 Jahre regieren - das ist völlig egal. Aber ich muss mich auch selbst schützen und trete für Wahrheit ein. Das kann man mir nicht verübeln."

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