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WM 2006: Theo Zwanziger spricht von Manipulation durch ISL

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Bestechung durch FIFA-Partner?  

Zwanziger: neue Vorwürfe in Affäre um WM 2006

27.10.2015, 14:36 Uhr | sid

WM 2006: Theo Zwanziger spricht von Manipulation durch ISL. Theo Zwanziger legt in der WM-Affäre Dokumente vor, die eine Manipulation aufzeigen sollen.  (Quelle: dpa)

Theo Zwanziger legt in der WM-Affäre Dokumente vor, die eine Manipulation aufzeigen sollen. (Quelle: dpa)

Theo Zwanziger hat in der WM-Affäre den früheren Rechtevermarkter ISL ins Zwielicht gerückt. Es sollen Hinweise auf eine Manipulation der Vergabe des Turniers 2006 an Deutschland durch den ehemaligen FIFA-Geschäftspartner existieren.

Der ehemalige DFB-Präsident legte der "Bild"-Zeitung Dokumente aus dem Schweizer Gerichtsverfahren vor. Aus diesen lasse sich nach Einschätzung des 70-Jährigen eine mutmaßliche Bestechung des verstorbenen FIFA-Exekutivmitglieds Charles Dempsey (Neuseeland) durch die ISL vor der Abstimmung des Gremiums über den WM-Gastgeber 2006 ableiten.

Kürzel E16, Notiz "Dempsey" 

Die von Zwanziger vorgelegten Papiere aus dem Verfahren um Schmiergeldzahlungen des mittlerweile bankrotten ISL umfassen eine mutmaßliche Zahlungsanweisung einen Tag vor der WM-Entscheidung über 250.000 Dollar. Für den möglichen Empfänger soll das Kürzel E16 eingetragen sein. Den Eintrag hat Zwanziger laut "Bild" handschriftlich mit der Notiz "Dempsey!" versehen.

"Spiegel TV" 
Theo Zwanziger spricht über Schmiergelder beim DFB

Ex-DFB-Präsident findet deutliche Worte zur WM-Vergabe 2006. Video

Um Dempseys Abwesenheit bei der entscheidenden Abstimmung über die Vergabe der WM 2006 am 6. Juli 2000 ranken sich schon lange Gerüchte. Der Ozeanien-Vertreter in der FIFA-Exekutive hatte vor dem letzten Wahlgang den Raum verlassen und damit vermutlich entscheidenden Anteil an Deutschlands 12:11-Erfolg gegen Südafrika.

Denn Dempsey soll von seinem Kontinental-Verband den Auftrag gehabt haben, im Falle von Englands Aus für Südafrika zu stimmen. Wäre durch Dempseys Votum für die Afrikaner ein Patt eingetreten, hätte die Stimme von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter für Südafrika doppelt gezählt und die Kaprepublik den Zuschlag als WM-Gastgeber 2006 erhalten.

Zusammenhang ist offen

Die neue Wendung lässt eine Beteiligung der WM-Macher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) allerdings weiter unbelegt. Offen wäre zumindest auch ein Zusammenhang der angeblichen 250.000 Dollar für Dempsey mit der ungeklärten Zahlung der deutschen WM-Organisatoren. Im Jahr 2005 sollen dabei 6,7 Millionen Euro an die FIFA geflossen sein.

Zwanziger behauptet bisher ohne Nachweis die Existenz von "schwarzen Kassen" im Zuge von Deutschlands WM-Bewerbung. Der Jurist hatte zuletzt von einem "Schmiergeldteppich" gesprochen. WM-Chef Franz Beckenbauer wiederum erklärte jüngst öffentlich, dass bei der WM-Wahl keine Stimmen gekauft worden seien. Er stützte damit Aussagen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

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