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DFB-Chef Wolfgang Niersbach ist auf Tauchstation gegangen

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DFB-Chef fehlt bei Versammlung  

Niersbach ist auf Tauchstation gegangen

04.11.2015, 18:25 Uhr | dpa, sid

DFB-Chef Wolfgang Niersbach ist auf Tauchstation gegangen. Abgetaucht: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fehlte bei einer Verbandsversammlung. (Quelle: imago/Christian Schrödter)

Abgetaucht: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fehlte bei einer Verbandsversammlung. (Quelle: imago/Christian Schrödter)

Kein Wort: Auch nach der Steuer-Razzia hüllt sich der stark angeschlagene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach weiter in Schweigen. Es gibt weiter keine schlüssigen Erklärungen zur Affäre um die WM 2006. Und natürlich auch nicht zu seiner Zukunft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Vielmehr ist der frühere Journalist auf Tauchstation gegangen.

Auch bei einer spontan einberufenen Mitarbeiterversammlung in der Verbandszentrale, in der Generalsekretär Helmut Sandrock die Beschäftigten über die jüngsten Entwicklungen informierte, war Niersbach nicht anwesend. Ob oder wie lange der 64-Jährige angesichts der Geschehnisse rund um die ominöse 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Vorfeld des Sommermärchens noch im Amt bleibt, ist daher unklarer denn je.

Es drohen Haftstrafe und Schadenersatz

Neben einer möglichen Anklageerhebung wegen Steuerhinterziehung drohen Niersbach, dem damaligen DFB-Boss Theo Zwanziger und dem früheren Generalsekretär Horst R. Schmidt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" auch Schadenersatzforderungen in Millionen-Höhe. Laut "SZ" werden in Verbandskreisen nachträglich fällige Steuern in Höhe von 2,2 Millionen Euro für möglich gehalten, plus Zinsen seit 2006. Dafür könnte der DFB die damaligen Verantwortlichen in Regress nehmen.

Wie das Blatt erklärte, wird gegen Niersbach ermittelt, weil er jene Steuererklärung im Oktober 2007 unterschrieb, in der die ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro erfasst wurde. Der 64-Jährige war damals seit wenigen Tagen Generalsekretär beim DFB. Die Erklärung soll damals schon lange fertig gewesen sein.

Zustimmung und Kritik an der Basis

Im Verband will derzeit noch keiner den Königsmörder geben. "Wolfgang Niersbach muss Präsident bleiben. Er war im Organisationskomitee für die WM 2006 nur für Medien und Marketing zuständig. Die entscheidenden Männer waren doch Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt", sagte Karl Rothmund, Präsident des niedersächsischen Verbandes.

Auch eine Rücktrittsforderung gibt es bisher nicht. "Ein Problem wäre es dann, wenn Wolfgang Niersbach nicht bereit wäre, umfassend die Aufklärung mit uns zu betreiben. Dem ist aber nicht so", erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch dem "Bayerischen Rundfunk".

An der Basis gibt es aber auch kritische Stimmen. "Mit dem derzeitigen Stand kann man überhaupt nicht zufrieden sein. Wenn die Kenntnisse über Unregelmäßigkeiten bereits vor einem guten Jahr vorgelegen haben, hätte man schon früher beginnen müssen", sagte Joachim Masuch, Präsident des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der Imageschaden für den deutschen Fußball sei "gewaltig". Eigentlich könne der Präsident sein Amt gerade gar nicht "unbeschadet" ausüben.

Lage ist prekär

Doch das scheint Niersbach noch anders zu sehen. Sein Amt erst einmal ruhen zu lassen, ist für ihn offenbar keine Option. Und das, obwohl die Lage für den 64-Jährigen prekär ist. Am Dienstag hatten rund 50 Ermittler von Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung sowohl den Verbandssitz in Frankfurt als auch die Häuser von Niersbach, Zwanziger und des langjährigen DFB-Generalsekretärs Schmidt durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt "wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall". Dabei geht es um die Rückzahlung jener ominösen 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus, die das deutsche WM-Organisationskomitee 2005 bewusst falsch als Beitrag zu einer FIFA-Gala getarnt hatte.

Die Frage, wohin das Geld des Franzosen ursprünglich einmal geflossen ist, steht seit Wochen im Zentrum des gesamten Skandals. Und ist weiter nicht geklärt. Zwanziger hat den DFB inzwischen sogar aufgefordert, zu prüfen, ob man die 6,7 Millionen nicht vom damaligen OK-Chef Beckenbauer zurückfordern müsse.

6,7 Millionen Euro sind keine Steuergelder

Eines scheint indes geklärt: Bei den 6,7 Millionen Euro handelt es sich nicht um Steuergelder. Das erklärte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministeriums (BMI), Ole Schröder, im Sportausschuss des Deutschen Bundestages.

"Herr Schröder hat uns versichert, dass es sich bei dieser Summe nicht um Steuergelder handelte", sagte Grünen-Sportpolitiker Özcan Mutlu nach der dreistündigen Debatte. Im Zuge des WM-Skandals war zuletzt der Verdacht aufgekommen, das Geld könne vom Bund stammen, so dass Steuergelder womöglich zu Korruptionszwecken verwendet worden sein.

Weitere Fakten über die Geldflüsse rund um die WM 2006 und deren Vergabe nach Deutschland wollte das BMI bei der Anhörung durch die Sportpolitiker nicht preisgeben. Die Bundesinnenminister Otto Schily und Wolfgang Schäuble hatten als Mitglieder des Aufsichtsrates des WM-OK Einblicke in alle wichtigen Transaktionen.

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