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Reaktionen zum Niersbach-Rücktritt: "War notwendig und richtig so"

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Reaktionen zum Niersbach-Rücktritt  

Zwanziger: "Das habe ich nicht zu bewerten"

10.11.2015, 16:15 Uhr | sid, dpa

Reaktionen zum Niersbach-Rücktritt: "War notwendig und richtig so". Theo Zwanziger war Wolfgang Niersbachs Vorgänger als DFB-Präsident. (Quelle: dpa)

Theo Zwanziger war Wolfgang Niersbachs Vorgänger als DFB-Präsident. (Quelle: dpa)

Der große Gegenspieler von Wolfgang Niersbach in der WM-Affäre hat nach dessen Rücktritt als DFB-Präsident gelassen reagiert. "Das ist Sache des DFB und von Wolfgang Niersbach. Das müssen sie selbst entscheiden. Das habe ich nicht zu bewerten", sagte dessen Vorgänger Theo Zwanziger.

"Sehr betroffen, überrascht und sehr traurig" reagierte Bundestrainer Joachim Löw im Kreise der deutschen Nationalmannschaft in München: "Unabhängig von allen juristischen Fakten, die es gibt, denke ich, dass der Wolfgang ein fantastischer Mensch war, auch ein fantastischer Präsident für uns. Er hat den Fußball immer geliebt, er hat für den Fußball alles getan. Er war für uns jederzeit ein hervorragender Ansprechpartner und deswegen tut es mir persönlich sehr, sehr leid, dass er zurückgetreten ist."

Breitner: "Das war notwendig und richtig so"

Harald Strutz hätte sich "gewünscht, er hätte noch gewartet". Der DFB-Vize und Präsident von Mainz 05 kann aber "nachvollziehen, dass er die Verantwortung übernimmt".

"Nicht überrascht" hat Niersbach Rücktritt Paul Breitner. "Wir haben im Moment zwei Skandale laufen. Wie tief die gehen, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, Respekt. Das war notwendig und richtig so", sagte der Weltmeister von 1974 bei Sport1.

Mutlu: "Endlich reinen Tisch machen"

Für Özcan Mutlu, den sportpolitischen Sprecher von Bündnis90/Die Grünen, ist die Affäre damit aber nicht beendet: "Die Vorwürfe hinsichtlich der WM 2006 und das Kommunikationsdesaster des DFB haben mit dem Rücktritt von Niersbach ihr erstes Opfer gefunden. Das ersetzt allerdings keine Aufklärung und wird nicht ausreichen."

Er forderte erneut eine "lückenlose Aufklärung und höchstmögliche Transparenz". Nur so könne Schaden vom deutschen Sport abgewendet werden: "Anstatt eine Agentur und eine Kanzlei nach der anderen mit der Schadensbegrenzung zu beauftragen, sollten der DFB und die Beteiligten, allen voran die Herren Beckenbauer, Netzer, Zwanziger und Niersbach endlich reinen Tisch machen und die Wahrheit erzählen."

Weitere Stimmen
Reinhard Rauball (kommissarischer DFB-Präsident und Liga-Präsident)"Ich bin der Auffassung, dass es wichtig ist, dass ein Mann, der mehr als zweieinhalb Jahrzehnte für dieses Haus gearbeitet hat, es verdient hat, dass man ihm Respekt zollt. Er hat diese Entscheidung nicht im Sinne eines Schuldeingeständnisses getroffen, sondern er hat eine sportpolitische Verantwortung wahrgenommen, zu Gunsten des deutschen Fußballs, zu Gunsten des DFB. Dafür gebührt ihm eine Menge und großartiger Respekt. Ich möchte mich im Namen der Liga und der 2. Bundesliga herzlich für die Zusammenarbeit bei Wolfgang Niersbach bedanken. Er ist ein großartiger Mensch, er ist jemand, mit dem wir sehr loyal und freundschaftlich Dinge geregelt und entschieden haben, die nicht immer einfach waren. Wir wünschen Wolfgang alles Gute."
Rainer Koch (kommissarischer DFB-Präsident und Liga-Präsident"Wir haben hohen Respekt vor der Entscheidung von Wolfgang Niersbach. Wir haben ihm in großer Geschlossenheit gedankt für sein engagiertes Wirken. Wir wollen deutlich machen, dass es bisher keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass er irgendeinen persönlichen Beitrag geleistet hat im Zusammenhang mit den Vorgängen, die wir im Moment versuchen aufzuklären. Deswegen haben wir auch Wolfgang Niersbach einstimmig im Präsidium darum gebeten, seine sonstigen Funktionen im internationalen Fußball fortzusetzen."
Hermann Korfmacher (Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes"Das war für mich sehr, sehr überraschend und tut mir unendlich leid. Und ich hatte den Eindruck, dass alle so betroffen waren wie ich, weil wir die Überzeugung haben, dass wir in Wolfgang Niersbach einen sehr guten Präsidenten aufgeben mussten. Ich glaube Wolfgang Niersbach weiterhin. Er hat uns sehr, sehr glaubwürdig und sehr bewegt erklärt, dass er die politische Verantwortung übernimmt. Dies ist, das muss man klarstellen, nicht einem Schuldeingeständnis gleichzusetzen. Das, was im Raume steht, muss schnell aufgeklärt werden, damit man die Verantwortung verteilen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen kann."
Peter Frymuth (DFB-Vizepräsident)"Mich hat der Schritt von Wolfgang Niersbach sehr betroffen gemacht. Die Übernahme der politischen Verantwortung beinhaltet auch Dinge, für die er nachweislich nichts kann. Mit Niersbach verliert der DFB einen Spitzenfunktionär mit unheimlich hoher Fachkompetenz und großer Menschlichkeit. Er hat sich in seinem Charakter in all den Jahren nicht verändert. Wir werden jetzt aufklären, was es aufzuklären gibt. Nichts wird unter den Teppich gekehrt."
Matthias Sammer (Vorstand Sport bei Bayern München)"Ich bin schon überrascht und auch ein wenig betroffen. Ich habe sehr viel mit Wolfgang zu tun gehabt, er ist ein guter Bekannter, ein Freund von mir und unserer Familie. Das tut mir persönlich sehr leid. Ich kann zu Inhalten jetzt natürlich noch nichts sagen. Mein Bedauern möchte ich aber schon zum Ausdruck bringen."
Michael Preetz (Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC)"Mit der heutigen Entscheidung hat Wolfgang Niersbach dem Deutschen Fußball-Bund den Weg für einen Neubeginn geebnet - für diesen Schritt gebührt ihm großer Respekt. Das gesamte Wirken von Wolfgang Niersbach für den Deutschen Fußball-Bund und den Fußball allgemein allerdings nur auf diese Affäre zu reduzieren, ist nicht in Ordnung und wird ihm in keiner Weise gerecht. Fest steht aber auch, dass jetzt lückenlos aufgeklärt werden muss, damit der Fußball in Deutschland nicht weiter Schaden nimmt."
Lukas Podolski (Weltmeister von 2014)"Das ist eine große Überraschung für mich. Ich habe Herrn Niersbach als sehr guten Präsidenten empfunden. Er hat immer alles für den deutschen Fußball gemacht, wir haben immer gut zusammengearbeitet. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, wir hatten immer ein gutes Verhältnis und daher ist es schade, dass er zurückgetreten ist. Aber er wird seine Gründe dafür haben und die muss man respektieren."
Toni Kroos (Weltmeister von 2014) "Kein guter Tag für den Fußball beim @DFB. Ich empfinde großen Respekt für die Entscheidung von Wolfgang Niersbach. Menschlich sehr schade..."
Uwe Seeler (Vize-Weltmeister von 1966)"Ich hätte Niersbach gerne länger als Präsident gesehen. Wer der Hauptschuldige ist, will ich nicht beurteilen, aber ich finde es sehr schade und werde ihn in den nächsten Tagen mal anrufen."
Wegen WM-Affäre 
DFB-Präsident Niersbach tritt zurück

Niersbach sagte, er wolle mit diesem Schritt die politische Verantwortung übernehmen. Video



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