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WM-Affäre: DFB braucht vor Klärung der Personalie die Aufklärung der Krise

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Kommentar zur WM-Affäre  

Erst Aufklärung der Krise, dann Klärung der Personalie

10.11.2015, 13:20 Uhr | t-online.de, ost

WM-Affäre: DFB braucht vor Klärung der Personalie die Aufklärung der Krise. Schwere Zeiten: Der DFB hat wichtige Fragen zu klären. Dies aber der Reihe nach. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Schwere Zeiten: Der DFB hat wichtige Fragen zu klären. Dies aber der Reihe nach. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Von Oliver Strerath

Russland - ja. Katar - ja. Deutschland – natürlich nein. Nie hätten wir daran gedacht, dass unser Sommermärchen gekauft worden ist. Wie sich herausgestellt hat, waren wir naiv. Auch bei der WM-Vergabe 2006 ist Geld geflossen. Was den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in seine größte Krise bisher gestürzt hat.

Die Krise hat in Wolfgang Niersbach ihr erstes Opfer gefordert. Er ist als Präsident des DFB zurückgetreten. Obwohl er sich nichts vorzuwerfen und von den Vorgängen nichts gewusst habe, ließ er erklären. Glauben wir das? Sind wir wieder so naiv? Die Antwort dürfen Sie sich selbst geben.

Chance zur Transparenz

Zumindest hat seine Demission dem DFB die Last bei der Aufklärung der WM-Affäre genommen, auf seine Person Rücksicht nehmen zu müssen. Der Verband hat die Chance, Transparenz zu schaffen – ohne seinen Präsidenten ins Zwielicht rücken zu müssen. Der Verband hat durch die Krise zudem die Chance, seine Strukturen anzupassen.

Koch, Bruchhagen & Co. 
Niersbach-Nachfolge: das sind die Kandidaten

Nach dem Rücktritt des DFB-Präsidenten stehen mehrere Namen im Raum. Video

So kann Niersbachs Rücktritt nur der Anfang der Aufräumarbeiten sein. Doch wie geht es weiter im Verband des Fußball-Weltmeisters? Er täte gut daran, sich zunächst einmal auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Aufklärung der WM-Affäre. Sie muss Priorität vor der Klärung der Personalie haben. So viel Vertrauen sollten wir noch haben: Der DFB meistert diese Krise auch ohne gewählten Präsidenten. Und ist die Wahrheit zu Tage befördert, kann ein Neuanfang ohne faden Beigeschmack klappen.

Unnötiger Druck

Überstürzen sollte der DFB also nichts. Der Prozess braucht Zeit. Grabenkämpfe um den vakanten Chefposten kann der Verband bei der Aufarbeitung indes nicht gebrauchen. Die Ankündigung von Rainer Koch, der gemeinsam mit Reinhard Rauball die Übergangslösung an der Spitze ist, schon bis zur EM im Juni 2016 das Amt besetzt zu haben, sorgt daher für unnötigen Druck.

Der Verband ist vielmehr gut beraten, nicht den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen. Nur dann ist eine gesunde Basis geschaffen. Vor allem für den neuen DFB-Präsidenten.

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