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"Beckenbauer-Dokument" wurde nie umgesetzt

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Entlastung und neue Verwirrung  

"Beckenbauer-Dokument" wurde nie umgesetzt

14.11.2015, 16:39 Uhr | sid

"Beckenbauer-Dokument" wurde nie umgesetzt. Franz Beckenbauer steht im Mittelpunkt des Korruptionsskandals rund um die Vergabe der WM 2006. (Quelle: Rudolf Gigler)

Franz Beckenbauer steht im Mittelpunkt des Korruptionsskandals rund um die Vergabe der WM 2006. (Quelle: Rudolf Gigler)

Ein Bericht der Tageszeitung "Die Welt" entlastet Franz Beckenbauer und die anderen deutschen WM-Macher. In der Affäre um Millionen-Schiebereien und vermeintliche Bestechungsversuche könnten die Vorwürfe zumindest teilweise entkräftet werden. Das "Beckenbauer-Dokument", ein hoch brisanter Entwurf für eine Bestechung des zwielichtigen FIFA-Funktionärs Jack Warner, ist demnach mangels Zustimmung des DFB-Präsidiums nie umgesetzt worden.

Zumindest für dieses Schriftstück wäre damit der Verdacht des Stimmenkaufs ausgeräumt. Dennoch gibt es neue Ungereimtheiten: Einst führende Verantwortliche des Deutschen Fußball-Bundes sollen nicht nur Kenntnis gehabt, sondern das Schriftstück auch selbst aufgesetzt haben. Auch das berichtet "Die Welt" und nennt in diesem Zusammenhang Ex-Generalsekretär Horst R. Schmidt und den inzwischen verstorbenen Gerhard Mayer-Vorfelder, DFB-Präsident ab 2001.

Schmidt weist Vorwürfe zurück

Schmidt bestritt dies aber vehement. "Nein. Ganz schlicht: nein! Das ist totaler Unsinn. Ich habe daran nicht mitgewirkt", sagte er. Zuvor hatte Schmidt jedoch bestätigt, das Papier "im Jahr 2000 gesehen zu haben. Und ich glaube auch, dass ich nicht der Einzige war, der es gesehen hat."

Das "Beckenbauer-Dokument", ein auf den 2. Juli 2000, also vier Tage vor der WM-Vergabe, datierter Entwurf, war in den DFB-Archiven aufgetaucht. Es wurde von WM-Organisationschef Beckenbauer für die deutsche und dem früheren FIFA-Vize Warner (Trinidad/Tobago) für die andere Seite unterschrieben. Die erheblichen Zusagen an Warner legen zumindest die Option eines Stimmenkaufs vor der WM-Vergabe nahe.

Schweizer Behörden ermitteln

Unabhängig davon wird die Affäre offensichtlich ein Fall für die Schweizer Strafverfolgungsbehörden. Einem Bericht der "SZ" zufolge hat sich die Bundesanwaltschaft in Bern des Themas angenommen. Dabei seien insbesondere die 6,7 Millionen Euro interessant, die der frühere adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus den deutschen WM-Machern gewährt hatte. Auch das Ticketing werde untersucht.

Angeblich sind die Millionen 2002 an die Finanzkommission der FIFA mit Sitz in Zürich geflossen, laut Beckenbauer als Sicherung für einen späteren WM-Zuschuss seitens des Weltverbandes in Höhe von 170 Millionen Euro.

Bankkonten sind bekannt

Die Rückführung des Millionen-Darlehens erfolgte mutmaßlich via FIFA an Dreyfus, fälschlicherweise deklariert als neuer Beitrag zum Kulturprogramm des Weltverbandes. Die Bankkonten, die in der WM-Affäre eine Rolle spielen, schreibt die "SZ", "scheinen der Bundesanwaltschaft bekannt zu sein".

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