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DFB-Spitze reagiert auf Attacken von Franz Beckenbauer

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"Was ist das für ein Niveau?"  

Beckenbauer attackiert DFB-Führungsspitze scharf

20.11.2015, 16:38 Uhr | sid

DFB-Spitze reagiert auf Attacken von Franz Beckenbauer. Franz Beckenbauer reagiert auf die Vorwürfe in der WM-Affäre. (Quelle: dpa)

Franz Beckenbauer reagiert auf die Vorwürfe in der WM-Affäre. (Quelle: dpa)

Franz Beckenbauer hat sein Schweigen gebrochen und in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erstmals öffentlich Stellung bezogen. Dabei attackierte der 70-Jährige die derzeitige DFB-Führungsspitze scharf.

Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" warf Beckenbauer den DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch vor, sie hätten via Fernsehen ein von ihm angebotenes persönliches Gespräch über die Vorwürfe in Zusammenhang mit der WM-Vergabe abgelehnt: "Was ist denn das für ein Niveau?"

Rauball und Koch reagierten zurückhaltend. "Ich habe den Brief beantwortet und an die Stelle geschickt, von der ich den Brief bekommen habe", sagte Rauball: Ich habe geschrieben, dass wir uns freuen und mit einem Terminvorschlag auf ihn zukommen werden. Das war am 11. November."

DFB-Spitze widerspricht Beckenbauer

In einer gemeinsamen Stellungnahme hieß es: "Mit Blick auf die Korrespondenz stellen sich aus unserer Sicht die Dinge etwas anders dar. Wir sind aber natürlich bereit und willens, die offensichtlichen Irritationen in einem persönlichen Gespräch mit Franz Beckenbauer auszuräumen."

Schweigen gebrochen 
Franz Beckenbauer attackiert DFB-Führungsspitze

Der 70-Jährige hat zu der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erstmals öffentlich Stellung bezogen. Video

Das Interview sei ihnen noch "nicht in voller Länge bekannt - von daher ist es im Moment nicht möglich und nicht zielführend, darauf öffentlich in Einzelheiten einzugehen".

DFB-Führung kritisiert Beckenbauer

Die DFB-Führung hatte Beckenbauer als Präsidenten des WM-Organisationskomitees 2006 wegen des von ihm unterschriebenen Vertragsentwurfs mit dem früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner öffentlich scharf gerügt.

Rauball hatte das Dokument als "möglichen Bestechungsversuch" gewertet. Koch hatte Beckenbauer öffentlich aufgefordert, sich intensiver in "die Aufklärung der Vorgänge" einzubringen.

Beckenbauer schrieb "persönlich-strikt vertraulichen Brief"

Der SZ sagte Beckenbauer nun, er habe Rauball und Koch daraufhin einen der Öffentlichkeit bisher unbekannten "persönlich-strikt vertraulichen Brief" geschrieben. In diesem Schreiben hieß es wörtlich: "Mir war immer wichtig, miteinander und nicht übereinander zu sprechen. Deshalb biete ich Euch ein persönliches Gespräch an, zu dem ich jederzeit kurzfristig nach Frankfurt oder wohin auch immer reisen kann."

Er werde, so Beckenbauer, "Euch bei diesem Gespräch nach bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen". Dieses Gespräch, so erklärte Beckenbauer weiter, habe "möglichst bald und unabhängig von einer weiteren Unterredung mit der Kanzlei Freshfields stattfinden" sollen.

Absage via TV

Die Kanzlei Freshfields ist vom DFB als externer Ermittler mit der Aufklärung der Affäre beauftragt worden. Laut "Bild"-Zeitung wird Beckenbauer am 24. November ein zweites Mal mit den Vertretern der Kanzlei sprechen. Nach seiner ersten Aussage schrieb er den persönlichen Brief an Rauball und Koch. In dem Schreiben erklärte Beckenbauer, er würde es "sehr begrüßen, wenn wir kurzfristig zusammen finden könnten".

Trotzdem sagten Koch und Rauball am Rande des Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich am vergangenen Freitag in Paris in einem TV-Interview, sie hielten es für besser, wenn Beckenbauer zunächst nicht mit ihnen, sondern noch einmal mit Freshfields reden würde.

Beckenbauer: "Ja, wo samma denn?"

Im Gespräch mit der SZ beklagte Beckenbauer, dass weder Koch noch Rauball ihm persönlich auf sein Angebot geantwortet hätten. Wörtlich sagte er: "Wenn man sich so lange kennt, und dann kommt keine Reaktion, und du bekommst alles nur im Fernsehen mitgeteilt: Ja, wo samma denn?"

Auf die Frage, ob er dem DFB noch einmal für Auskünfte zur Verfügung stehe, erklärte Beckenbauer: "Wann und wie, das entscheide ich in aller Ruhe und nach Rücksprache mit meinen Anwälten." Er habe ja jetzt der Süddeutschen Zeitung "Rede und Antwort" gestanden.

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