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Sepp Blatter gesperrt: Ex-FIFA-Boss geht in den Angriffsmodus

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Nach drastischer FIFA-Strafe  

Angeschlagener Blatter prügelt verbal auf die Ankläger ein

22.12.2015, 10:31 Uhr | dpa, sid

Sepp Blatter gesperrt: Ex-FIFA-Boss geht in den Angriffsmodus. Sepp Blatter weist weiter alle Vorwürfe zurück.  (Quelle: dpa)

Sepp Blatter weist weiter alle Vorwürfe zurück. (Quelle: dpa)

Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter ist nach seiner Acht-Jahres-Sperre schnell wieder in den Angriffsmodus gegangen.

Der 79-Jährige erschien schwer angeschlagen, unrasiert und mit einem Pflaster unter dem rechten Auge. Er bezeichnete sich selbst "Punchingball" und tat, womit er in mehr als 40 Jahren im Weltfußball immer irgendwie durchgekommen war: Er wies alle Anschuldigungen zurück und prügelte verbal auf seine Ankläger ein.

"Es geht um Menschlichkeit", klagte der Ex-Präsident des Fußball-Weltverbandes. "Es geht um nichts anderes, als sich zu respektieren." Er fühle sich "verraten" von den FIFA-Richtern, die kein Recht hätten, ihn anzutasten. In seiner unendlichen Hybris fühlt sich der 79-Jährige immer noch als "der Präsident" seines Machtsystems.

Hartes Urteil 
Jeweils acht Jahre Sperre für Blatter und Platini

Die Tage von FIFA-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Boss Michel Platini im Weltfußball sind endgültig gezählt. Video

Blatter: "Schon meine Suspendierung hat einen Tsunami ausgelöst"

"Weil ich die FIFA und den Fußball liebe" - mit diesen Worten hatte Blatter am 2. Juni seinen Rücktritt angekündigt. Der Nachfolger wird am 26. Februar 2016 gewählt. Blatter wollte als Retter abtreten, als der, der die FIFA doch noch reformieren kann. Als im Herbst die Pressemitteilung mit der Überschrift "Strafverfahren gegen FIFA-Präsident eröffnet" verschickt wurde, platzte die Seifenblase.

"Schon meine Suspendierung hat einen Tsunami ausgelöst", sagte Blatter: "Es hat viele Kollateralschäden gegeben. In den Familien, auch in meiner Familie." Als er das sagte, saß seine Tochter Corinne neben ihm. Außerdem gibt es noch seine "große Liebe Linda, die weiter zu mir steht".

Die Freunde wenden sich ab 

Beim FIFA-Kongress im März hatte Blatter noch viele Freunde. Weit mehr als die absolute Mehrheit der 209 Verbände hatte ihm das Vertrauen ausgesprochen. Krise? Welche Krise? Dann wuchs ihm der Skandal über den Kopf, und nun sieht Blatter sich als Opfer.

"Es ist plötzlich modern geworden, auf Sepp Blatter zu schlagen", sagte er dem "Sonntagsblick". "Anfänglich aus Eifersucht: Warum muss jetzt dieser Blatter, der ja nur Journalist war, erst Generalsekretär werden, dann FIFA-Präsident und dazu ein großer Präsident? Hass kennt keine Grenzen. Hass ist stärker als Liebe."

Der mächtige Strippenzieher war bis dahin immer ein Stehaufmännchen, das keine Krise umhauen konnte. Dann kamen die Einschläge näher. Die Festnahmen von sieben FIFA-Funktionären, die weitreichenden Ermittlungen der Justizbehörden und immer lauter werdende Rücktrittsforderungen perlten noch am allmächtigen Verbandsboss ab. Seine Devise, die Gegenstimmen mit Schweigen und Ignoranz abzudrehen, funktionierte aber dieses Mal nicht.

Immer ist Blatter weit, weit oben an der Spitze gewesen. Kaum einer wandelte so kunstvoll auf dem schmalen Grat zwischen Verachtung und Bewunderung, zwischen Himmel und Hölle. Verglichen wurde er mal mit Jesus Christus, mal mit dem Teufel höchstpersönlich.

Lange Karriere bei der FIFA

Als Blatter 1975 als Direktor der Entwicklungsprogramme zur FIFA kam, hatte er ein klares Ziel, das hatte er immer. Der einstige Student der Handels- und Volkswirtschaftswissenschaft war ehrgeizig, er stieg bereits 1981 zum Generalsekretär auf. 17 Jahre später gewann er gegen den europäischen Kandidaten Lennart Johansson die Wahl zum FIFA-Präsidenten.

Schon damals sah sich Blatter Bestechungsvorwürfen ausgesetzt. Beim ISL-Skandal ging auch nicht alles mit rechten Dingen zu - Blatter hatte zwar Kenntnis über Zahlungen, konnte aber nicht belangt werden. Es folgte die doppelte WM-Vergabe an Russland und Katar im Jahr 2010. Seitdem steht er mehr denn je im Kreuzfeuer. Blatter hielt stand, nachgewiesen wurde ihm ein Fehlverhalten nie. Bis jetzt.

Die Gründung der Ethikkommission hatte Blatter selbst auf den Weg gebracht. Die Geister, die er rief, zogen jetzt den Schlussstrich.

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