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Fußballfans mal ganz anders  

Integration durch Fußball beim SV Darmstadt 98

28.12.2015, 11:37 Uhr | Sandra Maar/t-online.de

Integration durch Fußball beim SV Darmstadt 98. Die Fans des SV Darmstadt 98 setzen sich erfolgreich für die Integration von Flüchtlingen ein.  (Quelle: imago/Jan Huebner)

Die Fans des SV Darmstadt 98 setzen sich erfolgreich für die Integration von Flüchtlingen ein. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Fanatische Anhänger, die bevorzugt durch ihren Gesang oder das Abbrennen von Pyrotechnik für Aufsehen sorgen: So nehmen viele die Ultras der deutschen Fußballvereine wahr. Bei den Lilien ticken die Uhren bei dieser speziellen Fanbewegung jedoch etwas anders.

Integration wird in der Bundesliga groß geschrieben. Viele Vereine setzen sich für Flüchtlinge ein. Der SV Darmstadt 98 hat gemeinsam mit dem Fanprojekt und der Sozialdezernentin der Stadt Darmstadt Barbara Akdeniz seit April ein Konzept zur Integration von Flüchtlingen entwickelt.

"Unsere Ultra-Fanbewegungen haben einen absolut anti-rassistischen Grundkonsens und ein großes Bewusstsein für Integration und für Flüchtlinge", sagt Johannes Musch. Er ist Leiter des Fanprojekts des SV Darmstadt 98 und arbeitet dort hauptberuflich als Sozialpädagoge mit den jugendlichen Fußballfans. Musch sieht das Projekt als Chance für das soziale Engagement von Jugendlichen.

SV 98 übernimmt die Hallenmiete

Das Fanprojekt und der Verein setzen sich gemeinsam ein, um die meist dezentral untergebrachten Flüchtlinge zusammenzubringen und den Kontakt zu heimischen jugendlichen Fußballfans herzustellen. Einmal pro Woche wird ein Integrationskicken in Darmstadt organisiert. Die Mitglieder des Fanprojekts und der Ultra-Fan-Szene treffen sich hierbei, um gemeinsam mit Flüchtlingen Fußball zu spielen. Der SV Darmstadt 98 unterstützt das Projekt indem er hierfür die Hallenmiete übernimmt und Sachspenden in Form von Ausrüstungsgegenständen bereitstellt.

Gute Resonanz trotz hoher Fluktuation

Durch das gemeinsame Kicken sollen die Flüchtlinge an regionale Vereine vermittelt werden, damit sie dauerhaft Anschluss finden. Außerdem wird derzeit geplant, ein paar der Flüchtlinge auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung in verschiedenen Bereichen des Vereins und im Stadion einzusetzen. 

Das Projekt wird sehr gut angenommen. Etwa 20-30 Jugendliche kommen jede Woche, um friedlich gemeinsam Fußball zu spielen. "Die Fluktuation ist recht hoch, da viele erst einmal nur vorübergehend in Darmstadt wohnen, bis die Reise weiter geht", sagt Musch. "Dennoch kommen ein paar Spieler regelmäßig und sind schon von Beginn an dabei."

Von den Darmstädter Fans schaffen es nicht alle zur regelmäßigen Teilnahme, denn oft werden Aktionen für die Spieltage geplant. Fünf bis sechs Mitspieler aus den Reihen der Darmstädter Fanbewegungen sind in der Regel aber immer dabei.

Die schlimmen Erlebnisse kurz vergessen

Die jungen Flüchtlinge können sich hierbei ganz auf das Fußballspielen konzentrieren und die zum Teil schlimmen Erlebnisse, die sie in ihrer Heimat machten, wenigstens für ein paar Stunden vergessen.

Dem erfahrenen Sozialpädagogen gehen die Geschichten der Flüchtlinge ans Herz: "Sprachlich gibt es ja einige Barrieren, aber es gibt manchmal Storys, die die Jungs erzählen, die sind einfach furchtbar und berühren einen. Bei einigen sieht man am Körper krasse Narben, da frage ich dann gar nicht erst nach." Zeit für längere Gespräche finden sie eher im Fußballstadion bei den Heimspielen des SV Darmstadt 98. Der Verein spendet Tickets und ermöglicht so den gemeinsamen Stadionbesuch.

Anfangs sollte sich das Projekt erst einmal festigen, daher haben Musch und die Lilien auch wenig an die Öffentlichkeit getragen. Mittlerweile ist das Integrationskicken jedoch ein fester Bestandteil der Arbeit von Musch und dem Fanprojekt. Die Nachfrage ist bei den Flüchtlingen sowie Darmstädter Mitspielern groß, da jeder Interessierte beim Integrationskicken mitspielen darf.

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