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Sepp Blatter muss neues Verfahren fürchten - wegen Valcke

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Wegen Valcke  

FIFA-Boss Blatter muss neues Verfahren fürchten

11.01.2016, 11:30 Uhr | dpa, sid

Sepp Blatter muss neues Verfahren fürchten - wegen Valcke. Sepp Blatter bei der Auslosung der EM-Qualifikationsrunden in St. Petersburg.  (Quelle: dpa)

Sepp Blatter bei der Auslosung der EM-Qualifikationsrunden in St. Petersburg. (Quelle: dpa)

Die Akten Sepp Blatter und Michel Platini sind für die Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes FIFA erwartungsgemäß noch lange nicht geschlossen. Der für acht Jahre gesperrte FIFA-Boss Blatter muss womöglich wegen der Affäre um den suspendierten FIFA-"General" Jerome Valcke ein neues Verfahren fürchten.

Zunächst kündigte aber Richard Cullen, Anwalt des 79-Jährigen, nach Zustellung der Begründung einen Einspruch an. Zuvor hatte bereits Blatters ebenso lange gesperrter Kollege Platini vom Europa-Verband UEFA schon Berufung eingelegt.

Kontrollpflicht gegenüber Valcke verletzt

Für Blatter zeichnet sich unterdessen nach dem Einspruch ein Kampf an zwei Fronten ab. Denn mittlerweile soll die Ermittlungskammer der Ethik-Kommission Angaben der "Welt am Sonntag" zufolge neue Untersuchungen gegen den Schweizer wegen mutmaßlicher Verletzung seiner Kontrollpflicht gegenüber Valcke vorbereiten.

"Es ist offensichtlich, dass auch Blatter bei dieser Sache mit im Boot ist", zitierte das Blatt einen FIFA-Mitarbeiter. "Wir kommentieren keine Spekulationen", erklärte Kammer-Sprecher Andreas Bantel dazu auf SID-Anfrage.

"Er hätte Valcke stoppen müssen"

Valcke, einst Blatters rechte Hand, soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben.

Zeugen zufolge hatte der 55-Jährige außerdem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der Vergabe der WM-Endrunde 2022 an Katar erklärt, dass der Zuschlag für den Wüstenstaat bereits feststehen würde. "Er hätte Valcke stoppen müssen", erläuterte der FIFA-Angestellte der WamS Blatters mutmaßliches Versäumnis.

Sperren könnten addiert werden

Für Valcke hatten die Ethik-Fahnder in der vergangenen Woche eine neunjährige Sperre beantragt. Würde gegen Blatter eine weitere Sperre verhängt, würden beide Auszeiten addiert. Blatter begründete die Millionen-Zahlung von 2011 an Platini mit früheren Berater-Tätigkeiten.

Sieben Tage Zeit für die Berufung

Für die schriftlich begründeten Einsprüche bei der FIFA-Berufungskommission haben Blatter und Platini, der am vergangenen Donnerstag aus Zeitgründen seine Kandidatur für Blatters Nachfolge bei der Wahl auf dem FIFA-Kongress am 26. Februar in Zürich zurückgezogen hatte, sieben Tage Zeit. Im Fall einer Bestätigung der Sperren wäre der internationale Sportgerichtshofs CAS die nächste Instanz.

Sowohl Platini als auch Blatter hatten schon nach Verkündung ihrer Sperren Einsprüche bis zur letzten Instanz angekündigt.

Beide pochen trotz der angeblich jahrelangen Verzögerung auf die vermeintliche Rechtmäßigkeit der Zahlung als Honorar für Platini und drängen auf eilige Verfahren: Blatter möchte auf dem FIFA-Kongress noch einmal gefeiert werden können, und Platini hofft wenigstens noch für die EM-Endrunde in seinem Heimatland (10. Juni bis 10. Juli) auf seine Rückkehr auf den UEFA-Chefsessel.

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