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Reals Spiel dreht sich wieder um Toni Kroos

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Unter Zidane wieder wichtig  

Reals Spiel dreht sich wieder um Toni Kroos

26.01.2016, 15:06 Uhr | HRZRSN

Reals Spiel dreht sich wieder um Toni Kroos. Toni Kroos (vorne) ist wieder einer der Protagonisten bei Real Madrid. (Quelle: imago, t-online.de)

Toni Kroos (vorne) ist wieder einer der Protagonisten bei Real Madrid. (Quelle: imago, t-online.de)

Aus Spanien berichtet Florian Haupt

Auf der Homepage von Toni Kroos gibt es einen neuen Gimmick. Während der Profi von Real Madrid seinen Job verrichtet, können die Fans jetzt live die Statistiken dazu verfolgen. Am Sonntagabend pendelten sich die hübsch aufbereiteten Parameter bei beeindruckenden Werten ein: 107 Mal berührte Kroos im Spiel bei Betis Sevilla den Ball; 93,2 Prozent seiner Pässe fanden einen Mitspieler.

Ähnliche Resultate hatte er diese Saison schon öfters erzielt, wie auch seine Mannschaft durch das finale 1:1 beim Aufsteiger nicht zum ersten Mal Punkte liegen ließ. Und doch ist irgendwie alles anders, seit Zinedine Zidane den Trainerjob von Rafael Benítez übernahm. Für Real Madrid und für Toni Kroos.

Reals Fußball kreist um den Deutschen

Die Ballberührungen und Pässe sind nicht mehr bloße Quantitäten. Sie haben Sinn, sie öffnen Räume. Reals Fußball kreist wieder mehr um den Deutschen, der wie ein Quarterback die Spielzüge initiiert. Selten spektakulär, aber spektakulär handlungsschnell und mit den entscheiden Qualitäten eines Spielmachers: Die richtige Entscheidung zu treffen. Und diese auch technisch umsetzen zu können.

Die Rückkehr zur Normalität also gewissermaßen. Im ersten Madrider Jahr unter Trainer Carlo Ancelotti riss seine abgeklärte, elegante Regie die Kritik zu Jubelstürmen hin, ehe er gegen Ende an Kraft und Esprit verlor – dauereingesetzt und ohne Urlaub in die Saison gegangen, nach dem WM-Titel von Rio de Janeiro. Diesen Sommer hingegen konnte er anderthalb Monate entspannen. Die Anhängerschaft frohlockte: Wozu würde dieser Deutsche erst ausgeruht in der Lage sein?

Kroos tut sich schwer

Umso größer war die Ernüchterung über seine erste Saisonhälfte. Kroos spielte nicht wirklich schlecht. Voilà die Statistiken, die ihn als sichersten Passgeber der Liga auswiesen. Aber Physis und Statistiken sind eben nicht alles im Fußball. Seinem Spiel fehlte das Ziel. Die Seele. Der Halt – von Benítez wurde er auf wechselnden Positionen eingesetzt, oft musste er vor der Abwehr dem robusten Casemiro weichen, zwischenzeitlich saß er sogar mal ganz draußen.

Das Abseits von Kroos wurde zum Symptom einer deprimierten, desorientierten Mannschaft – und zu einem der Argumente, die eine Entlassung Benítez letztlich unausweichlich machten.

Zidanes Idee klar erkennbar

Ob unter Zidane wirklich Glanz und Gloria zurückkehren, vermag nach drei Spielen natürlich noch niemand zu prognostizieren. Die Aussicht einer zweiten titellosen Saison in Folge erscheint unangenehm konkret: aus dem Pokal schied man wegen eines Aufstellungsfehlers bereits in der ersten Runde aus, die Meisterschaft ist bei vier Punkten weniger und einem Spiel mehr gegenüber dem FC Barcelona in weiter Ferne und die Champions League bekanntermaßen unkalkulierbar.

Aber: In allen Spielen unter Zidane wurde immerhin deutlich, dass Real jetzt eine Idee verfolgt, dass es eine klare fußballerische Priorität hat: das Spiel über das Mittelfeld.

Das mag wenig verwunderlich erscheinen bei einem ehemaligen Spielmacher auf der Trainerbank. Für Real ist es insofern bemerkenswert, als das gepflegte Kombinieren in letzten Jahren eher beim Rivalen Barcelona beheimatet war, derweil man selbst mit Tempoangriffen über den epochalen Konterstürmer Cristiano Ronaldo operierte. Ancelotti variierte diese Spielweise schon, Zidane scheint sie jetzt noch radikaler umstellen zu wollen. Bei Betis sah man seine Elf bis in die Hektik der Schlussphase keine langen Bälle nach vorn schlagen, sondern immer geduldig über das Mittelfeld aufbauen und die Lücke suchen. In einer Szene spielte Kroos sogar als letzter Mann im eigenen Strafraum quer, um sauber den Angriff zu eröffnen.

"Er ist perfekt für Real"

Kroos ist kein Spieler der großen Gesten. Sein Glück oder Unglück trägt er nicht spazieren. Aber irgendwie wirkt jeder Schritt wieder etwas leichter. Und jedenfalls schmeichelt es wieder dem Auge, ihm zuzuschauen. Der unangestrengten Varianz und Präzision seiner Pässe etwa. Der Erhabenheit, die ein ehemaliger Regisseur natürlich besonders zu schätzen weiß: "Er ist perfekt für Real", sagte vor zwei Monaten schon ein gewisser Zinédine Zidane, damals noch Trainer der zweiten Mannschaft.

Im Spielverständnis des Franzosen werden Kroos und sein Nebenmann im zentralen Mittelfeld, Luka Modric, automatisch zu Protagonisten. Ihnen hilft außerdem, dass sich die ganze Mannschaft jetzt mehr ins Zeug legt: sie müssen jetzt nicht mehr alleine alle Lücken stopfen.

Perfekte Aufteilung mit Modric

Im Binnenverhältnis haben sie die Feinjustierung der Ancelotti-Zeit wiederbelebt. Kroos, der Mann mit der besseren Übersicht, hält die etwas hintere Position, damit er das Geschehen vor sich hat. Der dynamischere Modric gibt das direkte Bindeglied zum Angriff, bespielt alle Zonen und verschärft auch mal mit einem Antritt das Tempo. Die Darbietungen des kleinen Kroaten imponieren der Presse derzeit besonders. "Bei ihm ist Fußball eine Kunst", jubilierte "Marca".

Kroos und Modric – an ihnen soll es nicht scheitern, dass für Real vielleicht doch noch etwas herausspringt in dieser Saison. Das Mittelfeld wird wieder zur Zentrale Reals. Nicht umsonst urteilte Modric schon nach dem ersten Spiel unter Zidane: "Es tut mir leid für Rafa (Benítez), aber der Trainerwechsel hat uns gut getan."

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