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Franz Beckenbauer wegen FIFA-Skandal: Verwarnung und Geldstrafe

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FIFA-Affäre  

Verwarnung und Geldstrafe für Beckenbauer

17.02.2016, 20:04 Uhr | dpa, sid

Franz Beckenbauer wegen FIFA-Skandal: Verwarnung und Geldstrafe. Franz Beckenbauer ist von der FIFA-Ethikkommission wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft verwarnt worden. (Quelle: imago/BPI)

Franz Beckenbauer ist von der FIFA-Ethikkommission wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft verwarnt worden. (Quelle: BPI/imago)

Blaues Auge für den Kaiser: Der Fußball-Weltverband FIFA hat Franz Beckenbauer wegen fehlender Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe um die WM-Vergaben 2018 und 2022 verwarnt und zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 6300 Euro verurteilt.

Das teilte die Ethikkommission der FIFA mit und wies darauf hin, dass in diesem Fall nicht hinsichtlich der Vergabe der WM 2006 an Deutschland untersucht wurde.

Beckenbauers verspätete "Bereitschaft zur Kooperation"

Beckenbauer, der von 2007 bis 2011 im FIFA-Exekutivkomitee saß und die WM-Vergaben im Dezember 2010 mitgetragen hat, war bereits am 13. Juni 2014 provisorisch für 90 Tage gesperrt worden, weil er auf die Fragen der ermittelnden Kammer nicht reagiert hatte.

Die Sperre wurde am 27. Juni 2014 wieder aufgehoben. Er habe dann "die Bereitschaft zur Kooperation" gezeigt, teilte die rechtsprechende Kammer mit. Daher sei die Strafe so niedrig ausgefallen, hieß es.

Beckenbauers Sprachprobleme

Damals hatte der Kaiser demonstrativ auf eine Reise zur WM 2014 in Brasilien verzichtet, er selbst sprach von einem "Aprilscherz". Seine als unzureichend bewertete Zusammenarbeit mit den Ethikern erläuterte Beckenbauer damals mit den lediglich in englischer Sprache aufgeführten Fragen des damaligen Chefermittlers Michael J. Garcia (USA). Die Kommission sprach am Mittwoch von einem angefragten persönlichen Interview sowie schriftlich gestellten Fragen auf deutsch und englisch.

Beckenbauer hatte nur kurze Zeit nach dem Zuschlag für Russland eine Repräsentanten-Aufgabe beim russischen Energieriesen Gazprom erhalten. Auch in Bezug zu Katar waren dem Kaiser geschäftliche Interessen unterstellt worden.

WM-Affäre 2006 hat mit Strafe nichts zutun

Die WM-Affäre 2006, in die Beckenbauer mutmaßlich tief verstrickt ist, spielte bei der ausgesprochenen Sanktion keine Rolle, wie die Ethikkommission ausdrücklich betonte. Allerdings gilt es als sicher, dass der deutsche Skandal im laufenden Jahr ebenfalls von den Ethikjägern beleuchtet werden wird. Die Ermittler werden voraussichtlich nach der Veröffentlichung des Berichts der Kanzlei Freshfields (am 4. März) aktiv werden.

Zumindest die Eröffnung eines formellen Verfahrens gegen den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, der mit OK-Chef Beckenbauer im WM-Organisationskomitee saß, muss die Ethikkommission öffentlich machen, da Niersbach als deutscher Vertreter weiterhin im FIFA-Exko sitzt.

Blatter, Valcke und Platini aus dem Verkehr gezogen

Zuletzt hatten die FIFA-Richter auch vor den ganz großen Namen nicht mehr halt gemacht: FIFA-Präsident Sepp Blatter (79 Jahre), sein Generalsekretär Jérôme Valcke (55) und UEFA-Präsident Michel Platini (60) wurden für die kommenden Jahre wegen anderer, schwererer Vergehen aus dem Verkehr gezogen.

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