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Spektakuläre Personalentscheidung bei der FIFA: Diese Frau soll den Weltverband aus der Krise führen

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Spektakuläre Personalie  

Fatma Samoura soll die FIFA aus der Krise führen

13.05.2016, 19:23 Uhr | dpa

Spektakuläre Personalentscheidung bei der FIFA: Diese Frau soll den Weltverband aus der Krise führen. Fatma Samoura arbeitet seit 20 Jahren für die Vereinten Nationen. (Quelle: AFP)

Fatma Samoura arbeitet seit 20 Jahren für die Vereinten Nationen. (Quelle: AFP)

Eine Frau aus Afrika im Top-Job und ein satter Bonus für alle Mitglieder trotz schwieriger Finanzlage: Gianni Infantino hat nach nur elf Wochen im Präsidentenamt für revolutionäre Entscheidungen in der 112-jährigen FIFA-Geschichte gesorgt.

Völlig überraschend verkündete der Schweizer am Freitag beim 66. Ordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbandes in Mexiko-Stadt den mit Spannung erwarteten Beschluss zum neuen Generalsekretär: Die senegalesische Diplomatin Fatma Samoura soll den als Altherren-Klub verschrienen und von Skandalen erschütterten Weltverband wieder zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen.

Seit 1904 nur Europäer

Samoura ist die erste Frau in diesem Amt. Alle ihrer Vorgänger seit 1904 kamen aus Europa. Fußball-Expertise hat sie nicht, aber jede Menge Erfahrung in Krisensituationen. "Besonders wichtig für die FIFA ist, dass sie weiß, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht im Zentrum jeder gut geführten und verantwortungsbewussten Organisation stehen müssen", sagte Infantino über seine künftig wichtigste Mitarbeiterin.

Der bisherige Generalsekretär Jérôme Valcke - jahrelang Vertrauter des gestürzten FIFA-Chefs Joseph Blatter - hatte seinen Posten wegen Korruptionsverdacht räumen müssen.

Freundlicher Applaus bei Ernennung

"Ich glaube, diese Rolle passt perfekt zu meinen Fähigkeiten und Erfahrungen", wurde Samoura in einer FIFA-Mitteilung zitiert. Die Geschäfte will sie Mitte Juni aufnehmen. Zuvor muss sie sich noch dem eingeführten Integritätscheck unterziehen. "Die FIFA hat einen neuen Ansatz ihrer Arbeit - und ich will eifrig eine Rolle spielen, damit der Ansatz effektiv und dauerhaft ist", sagte Samoura.

Samouras Ernennung wurde mit freundlichem Applaus bedacht. Mit 100 Prozent Zustimmung genehmigten die Delegierten dann das überarbeitete Budget bis 2018. Damit wurde auch die Zuwendung von fünf Millionen Dollar pro Verband bewilligt. Dieses Wahlversprechen hatte Infantino vor seiner Wahl im Februar gemacht. Der FIFA-Etat wird dadurch mit 1,178 Milliarden Dollar belastet.

Jede Menge Anwaltskosten

Im Jahr 2015 hatte die FIFA ihre Finanzkalkulation um 122 Millionen Dollar verfehlt. Grund dafür sind hauptsächlich Anwaltskosten durch die diversen Korruptionsskandale. Zum Ende des Zyklus solle in zwei Jahren dennoch ein Gewinn von 100 Millionen Dollar stehen, kündigte Interimsgeneralsekretär Markus Kattner an. Einnahmesteigerungen verspreche man sich durch den Verkauf von Marketing- und TV-Rechten.

Diese Zahlen wird dann auch schon Samoura verantworten müssen. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Funktionen für die Vereinten Nationen. Derzeit ist die 54-Jährige Vertreterin des Entwicklungsprogramms der UN in Nigeria.

Infantino schwärmt von Samoura

"Sie ist daran gewöhnt, große Organisationen zu leiten und große Budgets zu verwalten", sagte Infantino. Für das Welternährungsprogramm arbeitete sie in Guinea, Kamerun und Djibouti. Sie war in der Nothilfe unter anderem im Kosovo, in Afghanistan und in Sierra Leone tätig. Zudem war sie stellvertretende Koordinatorin des UN-Amts für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) im Tschad und in Nigeria.

Infantino hatte angekündigt, den wichtigen Posten noch in diesem Sommer zu besetzen. Nun wurde die Personalie schon im Council des Weltverbandes in der mexikanischen Hauptstadt behandelt. Infantino war zuletzt unter Druck geraten, da die Suche nach dem Top-Manager viel Zeit beanspruchte. Im Führungsdiagramm der FIFA ist der Posten des Generalsekretärs mit der meisten Macht ausgestattet. Samoura wird die Tagesgeschäfte des Weltverbandes führen und ist für alle strategischen Entscheidungen zuständig.

Council trifft letztlich die Entscheidung

In seinem Wahlkampf hatte Infantino versprochen, einen Generalsekretär aus Afrika zu berufen. Nach der Kür am 26. Februar war er zurückgerudert und hatte modifiziert, den Posten nicht an einen Europäer zu vergeben. Infantino kann nur Vorschläge machen. Für die Berufung war letztlich das neue Counil als FIFA-Aufsichtsrat zuständig.

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