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"Über Entscheid konsterniert"  

FIFA-Chefaufseher Scala tritt aus Protest zurück

15.05.2016, 09:35 Uhr | dpa, sid, t-online.de

FIFA-Chefaufseher Scala tritt aus Protest zurück. Domenico Scala tritt als Chefaufseher der FIFA zurück. (Archivfoto) (Quelle: imago/EQ images)

Domenico Scala tritt als Chefaufseher der FIFA zurück. (Archivfoto) (Quelle: EQ images/imago)

Die FIFA und ihr neuer Präsident Gianni Infantino müssen einen empfindlichen Rückschlag in ihren Reformbemühungen hinnehmen: Chefaufseher Domenico Scala hat nach einer umstrittenen Entscheidung des Fußball-Weltverbandes beim Kongress in Mexiko-Stadt seinen Rücktritt erklärt.

"Ich bin konsterniert", sagte der Schweizer, der die bedeutende, weil unabhängige Audit- und Compliance-Kommission geleitet hatte: "Diese Entscheidung untergräbt die zentrale Säule der Good Governance in der FIFA und zerstört einen substantiellen Erfolg der Reformen."

Der Kongress gab am Freitag in Mexiko-Stadt dem FIFA-Council per Abstimmung die Erlaubnis, bis 2017 selbst die Ernennung und Abberufung der Mitglieder der teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen durchzuführen.

"Gremien werden ihrer Unabhängigkeit beraubt"

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte erklärt, dass es nur um die Flexibilität gehe, die offenen Posten in den Kommission schnellstmöglich zu besetzen, und nicht bis zum nächsten Kongress 2017 warten zu müssen.

"Mit diesem Entscheid wird es dem Council künftig möglich sein, Untersuchungen gegen einzelne Mitglieder jederzeit zu verhindern, indem die zuständigen Kommissionsmitglieder abgesetzt oder mit der Drohung der Absetzung gefügsam gehalten werden", sagte Scala, der seit Mai 2013 Vorsitzender der FIFA-Überwacher war: "Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten."

Rücktritt als Weckruf

Der Schweizer, der im Frühjahr des vergangenen Jahres, nach den Verhaftungen von Zürich, ein umfassendes Reformpaket vorgestellt hatte, schrieb, sein "Rücktritt soll auch ein Weckruf sein und den Beteiligten, die sich bis heute aufrichtig für die Umsetzung der Reformen eingesetzt haben, den Rücken stärken".

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