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Diese Fan-Typen gibt es bei der EM

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Alles-Gucker, Experte, U-Boot-Fan  

Einsiedler oder U-Boot: Welcher Fan-Typ bist du?

23.06.2016, 13:11 Uhr | HRZRSN, ses

Diese Fan-Typen gibt es bei der EM. Jeder kennt diese 15 Arten von Fußballguckern. (Quelle: imago)

Jeder kennt diese 15 Arten von Fußballguckern. (Quelle: imago)

Die EM 2016 ist in vollem Gange. Zu den Spielen des DFB-Teams begegnen sich wieder die verschiedensten Fan-Typen vor dem Fernseher oder der Leinwand in den Kneipen und auf den Fanmeilen der Republik. Wir geben einen Überblick, wer sich da alles versammelt.

Der Nostalgiker: Erinnert sich gut an das WM-Finale 1954, als er mit 200 anderen vor dem Radiogeschäft zwei Straßen weiter auf einem Mini-Fernseher geguckt hat. Und eines ist für ihn sowieso klar: Mit Fritz Walter, Günter Netzer, Franz Beckenbauer und den anderen alten Kämpen können die Herren Nationalspieler von heute nicht mithalten.

Der Tippspiel-Abhängige: Ist in 14 Tipprunden gelistet. Firmiert unter so witzigen Bezeichnungen wie "Schulzinho", "Krake Paul" oder "der Tipper Gottes". Schielt in der Tippgruppe mit seinen Kegelkumpels noch auf Platz 23 und macht daher vor Freude die Ein-Mann-Raupe, wenn Deutschland im Halbfinale in der 93. Minute das 0:1 fängt. Gefolgt von ekstatischen Schreien: "Genau mein Tipp, ich hab's geahnt." Hat im Normalfall wenig Freunde im direkten Umfeld.

Wehmut wegen Meppen

Der Traditionsbewusste: Sieht im Jahr 150 Spiele live auf dem Platz, am liebsten ab der Verbandsliga abwärts. Ist gegen Kommerz aller Art, trauert immer noch dem alten Georg-Melches-Stadion hinterher und denkt wehmütig an alte Zweitliga-Zeiten mit dem SV Meppen. EM fand er mal gut, bevor sein Nachbar, der den Bieberer Berg für eine Erhebung im Mittelgebirge hält, anfing, sich auch dafür zu interessieren. Fährt zur Not 250 Kilometer für ein Relegationsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga B in Ganzweitweg, um dem EM-Brimborium zu entgehen.

Der Experte: Sämtliche Sonderhefte liegen in doppelter Ausführung vor. Eines in Schutzfolie für die Sammlung, das andere als Alltagsexemplar. Aber eigentlich braucht er es nicht, er weiß ohnehin, dass Rumäniens Adrian Popa 170 Zentimeter misst und Islands Rekordtorschütze Eidur Gudjohnsen auf 25 Treffer kommt. Hoher Nervfaktor, wenn er dem ihm unbekannten Banknachbarn im Finale erzählt, dass beim ersten EM-Spiel 1960 satte neun Tore fielen und damit mehr als im restlichen Premieren-Turnier.

"EM und WM sind schon toll"

Der U-Boot-Fan: Ist noch ein relativ junger Fan-Typ. Ihn gibt es erst, seit sich wichtige Turniere in der breiten Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Er sorgt beim Traditionsbewussten für heftige Bauchschmerzen. Fußball ist nicht so seins, aber "WM und EM sind schon toll". Seine Verweildauer an der Oberfläche ist stark abhängig vom Abschneiden der deutschen Elf. Mit dem Aus von Löws Mannen ist er weg. Man sieht sich zur WM 2018.    

Der Zweifler: Für ihn kündigt jede Wolke am Himmel ein schweres Gewitter an. Daher ist schon vor dem Anpfiff sicher, dass die DFB-Elf gegen Spanien ebenso verliert ("wie 2008 im Finale") wie gegen Italien ("wie im Halbfinale 2012"). Selbst eine 2:0-Führung ist nur die Ouvertüre zum Untergang ("Denkt an das 2:3 gegen England"). Debattiert gern mit dem Experten über die größten verspielten Vorsprünge der Fußball-Geschichte.

Der Theoretiker: Ist nie im Stadion, um dem "ganzen Hooligan-Volk" zu entgehen. Liest aber jede Endlos-Abhandlung der Marke "Der Innenverteidiger im Wandel der Zeit"  und "Der Mittelstürmer - Annäherung an eine besondere Spezies". Schaut die EM gerne in angesagten Etablissements. Da kostet das kleine Bier zwar 3,20 Euro, aber dafür grölt niemand rum, und man kann sein Wissen gekonnt an den Mann bringen ("Wales muss höher stehen", "das Gegenpressing von Irland ist ja unterirdisch").

Der Einsiedler: Große Gruppen sind ihm ein Greuel. Und "Gruppe" beginnt ab drei Leuten. Genehm ist ihm nur der Alles-Gucker oder der Traditionsbewusste. Am liebsten ist er aber allein. Eine Ausnahme macht er höchstens, wenn eine Partie der Güteklasse Island gegen Ungarn ansteht. Wundert sich dann, dass sein Vorschlag "Heute machen wir uns mal einen schönen Abend vor dem Fernseher mit allen Jungs von früher" nicht auf Begeisterung stößt.

Den Kühlschrank im Blick

Der Geselligkeitsgucker: Fußball lässt ihn relativ kalt. Aber er ist gern unter Leuten. Würde auch die EM im Hallenhalma verfolgen, wenn er dafür mit seinen Kumpels ein Bierchen trinken kann. Ist ein gern gesehener Gast, da er nicht groß rumpalavert und immer drauf achtet, dass genug kaltes Pils im Kühlschrank liegt.

Der Konsument: Ach, sieh an, auf dem Duschgel ist jetzt ein Fußball. Kaufen, am besten im Doppelpack. Und die Salami ist "zum Reinbeißen für echte Fans". Her damit, ruhig die Familienpackung. Überflüssig zu erwähnen, dass bei ihm Shirt, Hut, Fahne, Armband und Blumenkette schon seit März auf ihren Einsatz warten. Ist doch schwarz-rot-geil.

Der Alles-Gucker: Freunde und Familie sind informiert, dass sie bis zum 10. Juli nicht auf ihn zählen können. Schließlich hat er den Jahresurlaub geopfert, um jede Minute in seinem Privat-Stadion mit übergroßem TV-Gerät zu genießen. Für die parallel stattfindenden letzten Gruppenspiele hat er eigens den von der Oma geerbten Uralt-Fernseher aus dem Keller geholt. Dann gesellt sich auch der Einsiedler dazu. Geredet wird nur in der Halbzeit - wenn überhaupt.

Gruß an Oma Hilde

Der Party-Macher: Offenbart viele Überschneidungen mit dem Konsumenten. Fanmeilen sind für ihn das Größte. Je voller, desto besser. Weiß zwar nicht, wer in die 2. Liga aufgestiegen ist, aber ist sich sicher, dass "Schlaaaand, Schlaaaand, Schlaaaand die geilste Mannschaft" ist. Und das Beste kommt ja erst "wenn wir" mal wieder einen Gegner "so richtig weggehauen haben" – Autokorso durch die fünf Geschäfte umfassende Fußgängerzone im Dorfkern. Immer mit dem Fuß auf der Hupe, Oma Hilde soll schließlich auch mitkriegen, dass "wir" im Achtelfinale stehen.    

Der Verweigerer: Die EM interessiert ihn aber mal "sowas von überhaupt nicht". Noch weniger als dies beim U-Boot-Fan der Fall ist. Er teilt jedem, der es hören will und allen anderen auch, mit, dass er lieber ein gutes Buch liest oder sich im NDR die Wiederholung eines "Tatorts" aus den 70ern mit Hansjörg Felmy als Kriminalhauptkommissar Heinz Haferkamp anschaut. Wenn Deutschland spielt, kann er endlich mal in Ruhe im Garten sitzen, ohne dass "die verzogenen Bälger von nebenan" rumkreischen.

Der Halb-Interessierte: Fußball schauen ist für ihn ein netter Zeitvertreib. Wenn da nur nicht diese komplizierten Regeln wären. Fragen wie "Warum war der jetzt nochmal im Abseits?" oder "Was passiert, wenn es am Ende des Finals unentschieden steht?" sollte er bei vielen anderen Fan-Typen vom Nostalgiker bis zum Alles-Gucker lieber weglassen.

Der Krakeeler: Schreit den Fernseher an, als würde er dem Schiri in Frankreich direkt die Meinung geigen wollen. Ist ja auch wirklich kaum auszuhalten "was dieser Blinde da zusammenpfeift". Aber wenn es nur das wäre. Löw, "diese Fehlbesetzung" hat mal wieder die 23 falschen Leute mitgenommen, Gomez trifft "vom Strand aus nicht mal das Meer" und überhaupt kann ihn "diese Piepentruppe mal gern haben". Holt sich gern beim Zweifler die Bestätigung, dass es schiefgehen wird.

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