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Streitfall CR7: Warum Cristiano Ronaldo so (un)beliebt ist

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Streitfall CR7  

Warum Cristiano Ronaldo so (un)beliebt ist

09.07.2016, 13:35 Uhr | Christopher Weckwerth, dpa

Streitfall CR7: Warum Cristiano Ronaldo so (un)beliebt ist. Bei ihm scheiden sich die Geister: Cristiano Ronaldo. (Quelle: dpa)

Bei ihm scheiden sich die Geister: Cristiano Ronaldo. (Quelle: dpa)

Cristiano Ronaldo polarisiert: Die einen lieben Portugals Superstar, die anderen halten ihn für arrogant und selbstverliebt. Einige Argumente, warum die Meinungen über den 31-Jährigen vor dem EM-Finale am Sonntag so weit auseinander driften.

PRO

  • Selfie-Star: Als nahbares Idol hat Ronaldo bei dieser Europameisterschaft viele Sympathiepunkte gewonnen. Erst nahm er sich trotz eines verschossenen Elfmeters nach dem Spiel gegen Österreich Zeit für ein Foto mit einem Fan, der auf den Platz gerannt war. Dann ließ er sich vor dem Halbfinale gegen Wales von einem Jungen umarmen, der Teil der Eröffnungszeremonie war. Einem weiteren Jungen, der sich kurz danach auf das Mannschaftsfoto der Portugiesen schmuggelte, strich er grinsend über den Kopf.
  • Blutspender: Ronaldo hat mehr als Fußball und Geld im Kopf. Seit Jahren spendet der Modellathlet Blut, um Menschen in Notsituationen zu helfen. Zum ersten Mal tat er das im Alter von 24 Jahren, weil der Sohn eines Mitspielers eine Knochenmarkspende brauchte, wie es auf einer Webseite des Pharmakonzerns Abbott heißt, für die Ronaldo als Botschafter auftritt. Demnach ist das Blutspenden auch der Grund dafür, warum Ronaldo anders als viele Mannschaftskollegen nicht tätowiert ist.
  • Erfolg: Das beste Argument für die Ronaldo-Fans ist und bleibt seine überragende sportliche Leistung. Drei Mal Weltfußballer. 260 Tore in der spanischen Primera Division, 93 in der Champions League, 84 in der englischen Premier League. Auch bei jeder seiner vier EM- und drei WM-Teilnahmen traf Ronaldo. Ähnlich wie beim argentinischen Dauer-Rivalen Lionel Messi reichte es zwar noch nicht für einen Titel mit dem Nationalteam - doch dazu bekommt Ronaldo am Sonntag in seinem zweiten EM-Finale nach 2004 die nächste Gelegenheit.

CONTRA

  • Freistoß-Drama: Fußball ist Show, Fußball ist Unterhaltung - kaum ein anderer Spieler steht dafür so sehr wie Ronaldo. Legt er sich den Ball zum Freistoß zurecht, beginnt ein Ritual, das zu seinem Markenzeichen geworden ist: ein paar Schritte rückwärts, breitbeinige Pose und die Hände am imaginären Colt. Allein, ein direktes Freistoßtor bei einer WM oder EM gelang ihm noch nicht. Kritiker sind von der andauernden Theatralik des Portugiesen genervt.
  • Mikrofon-Affäre: Bisweilen zeigt der Weltstar, der immer unter Beobachtung steht, Nerven. So auch bei dieser EM. Stunden vor dem entscheidenden Vorrundenspiel gegen Ungarn ließ Ronaldo einen TV-Reporter auflaufen: Kommentarlos nahm er ihm das Mikrofon ab und schleuderte es in einen See. Kritiker sahen sich in ihrer Vorstellung des abgehobenen Millionärs bestätigt. Die bessere Antwort gab Ronaldo im Spiel. Zwei Tore erzielte er selbst, ein weiteres legte er auf.
  • Egoismus: Ronaldos Tricks beherrschen nur wenige, seine Effizienz ist herausragend - aber muss er das ständig nach außen tragen? Bei der aktuellen EM gestikulierte er auf dem Platz so wild, dass es schien, er wolle seine Mitspieler am liebsten wie an der Playstation fernsteuern. Zwar hat Ronaldo bis zum Finale auch drei Tore vorbereitet. Aber ein Fußballer, der sich als Unterwäsche-Model ablichten lässt, und das auch noch für seine eigene Marke, gilt eben schnell als Selbstdarsteller - fragen Sie nach bei David Beckham.

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