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Typen wie Gomez und Kimmich: DFB-Trainer ziehen Lehre aus EM 2016

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Nationalmannschaft  

Typen wie Gomez und Kimmich: Trainer ziehen Lehre aus EM 2016

25.07.2016, 14:10 Uhr | dpa

Typen wie Gomez und Kimmich: DFB-Trainer ziehen Lehre aus EM 2016. Knipser wie Mario Gomez und Außenverteidiger wie Joshua Kimmich sind begehrte Spielertyp beim DFB.

Knipser wie Mario Gomez und Außenverteidiger wie Joshua Kimmich sind begehrte Spielertyp beim DFB. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Fulda (dpa) - Konsequenter im Abschluss sein - und nicht nur den Ballbesitz pflegen. Das soll nach dem wenig torreichen Auftritt der Nationalmannschaft bei der EM künftig im ganzen deutschen Fußball trainiert werden.

Dies forderten die DFB-Sportlehrer Bernd Stöber und Meikel Schönweitz beim internationalen Trainerkongress in Fulda, wo am Montag die Europameisterschaft von Frankreich analysiert wurde.

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw war mit 0:2 im Halbfinale an Frankreich gescheitert. Sie hatte bei dem Turnier im Schnitt pro Spiel nur 1,17 Tore erzielt, war allerdings mit 63 Prozent das Team mit dem meisten Ballbesitz. Dass dies wiederum auch auf Kosten des Torabschlusses gehen kann, zeigte ebenfalls das EM-Fazit. "Wir brauchen noch bessere Lösungen im letzten Drittel", sagte Schönweitz.

Ähnliche Probleme hatte teilweise die U19-Mannschaft bei der gerade zu Ende gegangenen Heim-EM. Unbedingt einen Abschluss zu wollen, so Stöber, das sei häufig vernachlässigt worden. Stöber leitet die Trainerausbildung beim Deutschen Fußball-Bund, Schönweitz ist Koordinator für die U15 bis U17 beim DFB und U17-Auswahltrainer.

Bei der Veranstaltung des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) mit rund 1000 Trainern aus In- und Ausland sahen die beiden Experten und ihr Team zudem Handlungsbedarf auf zwei sogenannten "Defizit-Positionen": Künftig sollen wieder mehr Zentrumstürmer wie Mario Gomez und Außenverteidiger wie Joshua Kimmich und Jonas Hector ausbildet werden. Gleichzeitig ist Stöber angesichts der sich ständig ändernden Spielsysteme der Meinung: "Wir müssen davon wegkommen, Spieler für bestimmte Positionen auszubilden. Wir können nicht sagen, in welcher Strategie sie eines Tages spielen werden."

Portugals EM-Erfolg hat für Stöber vor allem einen Grund: "Die Mannschaft hat eine große Bandbreite an unterschiedlichen Grundordnungen gespielt." Im Endspiel sei nach dem Ausfall von Cristiano Ronaldo ein weiteres System hinzugekommen, ein 4-1-4-1.

Dieser Trend, dass es nicht mehr nur ein Spielsystem gebe, habe sich fortgesetzt: von einer bis drei Sturmspitzen, flache Vier oder Raute im Mittelfeld und eine Dreier-Kette in der Abwehr, die bei gegnerischem Ballbesitz zu einer Fünfer-Kette wird.

Nicht nur die Turnier-Torquote von durchschnittlich 2,12 Treffern pro Spiel sei "erschreckend" gewesen, so Stöber, sondern auch die Zahl der Torchancen bei der EM. "Ich glaube, dass das Gerede von der falschen Neun ad acta gelegt werden sollte", sagte der 63-Jährige. "Mit einem wie Gomez ist automatisch mehr Tiefe im Spiel, und er bindet Gegenspieler." Die Bedeutung von Außenverteidigern werde noch wichtiger, weil die Spieler auf den offensiven Außenbahnen sehr oft ins Zentrum rücken würden.

Ein Trend bei der EM seien auch "die kompakten defensiven Sicherungssysteme" gewesen - was der Zuschauer schlicht als unansehnliches Sich-Hinten-Reinstellen wahrgenommen hat. "Die deutsche Nationalmannschaft ist weiterhin Trendsetter in vielen Bereichen", sagte Schönweitz ungeachtet des Halbfinal-Ausscheidens und der Torflaute. Schließlich pflege sie ein "aktives Spielkonzept mit und gegen den Ball".

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