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WM-Affäre: Franz Beckenbauer droht das Gefängnis

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Ermittlungen in der Schweiz  

Franz Beckenbauer droht eine Gefängnisstrafe

01.09.2016, 18:39 Uhr | sid

WM-Affäre: Franz Beckenbauer droht das Gefängnis. Gegen Franz Beckenbauer wird in der Schweiz ermittelt - ihm droht sogar eine Haftstrafe.  (Quelle: imago/Schiffmann)

Gegen Franz Beckenbauer wird in der Schweiz ermittelt - ihm droht sogar eine Haftstrafe. (Quelle: Schiffmann/imago)

Das Lob von Altkanzler Gerhard Schröder für Franz Beckenbauer ist gerade eine Woche alt. Beckenbauer habe rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland Großes geleistet, rühmte Schröder den "Kaiser". Dieses Urteil mögen viele teilen - doch nun droht Beckenbauer rund um die dubiosen Geldflüsse bei dieser Vergabe im schlimmsten Fall das Gefängnis.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hat im Skandal um die Vergabe der Fußball-WM 2006 ein Strafverfahren gegen die deutschen Organisationsbosse um Beckenbauer eingeleitet und Razzien durchgeführt. Nach Bekanntwerden des Strafverfahrens äußerten sich Beckenbauers Anwälte. "Franz Beckenbauer hat die Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft unterstützt, seit er davon Kenntnis hatte, und an der heutigen Durchsuchung konstruktiv mitgewirkt. Er kooperiert auch weiterhin mit allen beteiligten Behörden", hieß es in einer Erklärung. 

Hausdurchsuchungen an acht Orten

Zwar läuft das Strafverfahren gegen Beckenbauer, die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst Rudolf Schmidt schon seit November 2015, wie die Bundesanwaltschaft in Bern mitteilte.

Nach WM-Vergabe  
Die Schweiz ermittelt gegen Beckenbauer

Er und drei andere DFB-Funktionäre sollen Geld gewaschen und veruntreut haben. Video

Nun bekam das Verfahren aber eine neue Dynamik. An insgesamt acht Orten gleichzeitig gab es Hausdurchsuchungen, dazu seien "verschiedene Beschuldigte" vernommen worden. Da es nur vier Beschuldigte gibt und Niersbach, Zwanziger und Schmidt sagen, von nichts zu wissen, könnte Beckenbauer befragt worden sein. Zumal Hausdurchsuchungen außer in Deutschland auch in Österreich stattfanden - Beckenbauer lebt auf einem Bauernhof bei Kitzbühel und in einer Villa in Salzburg.

Im schlimmsten Fall drohen zehn Jahre Haft

Wie es scheint, wird er sich dort nun guten Rechtsbeistand suchen müssen. Denn die Bundesanwaltschaft erklärte zwar, dass für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung gelte. Gleichzeitig führte sie aber gleich vier verschiedene Straftaten auf, wegen derer ermittelt wird: Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Geldwäsche und Veruntreuung.

Für all diese Vergehen können nach Schweizer Recht Geldstrafen angeordnet werden, es können aber auch Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren oder in besonders schweren Fällen sogar zehn Jahren verhängt werden. Bisher waren nur Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main gegen Niersbach, Zwanziger und Schmidt wegen schwerer Steuerhinterziehung bekannt. Auch hier drohen im schlimmsten Fall Haftstrafen, Beckenbauer ist von diesem Verfahren aber nicht betroffen.

Alles dreht sich um die 6,7 Millionen Euro

Die Vorwürfe drehen sich in beiden Verfahren um die 6,7 Millionen Euro, die der Deutsche Fußball-Bund angeblich zur Finanzierung eines Kulturprogramms an den Weltfußballverband FIFA überwiesen hat und die tatsächlich aber offenbar einen ganz anderen Zweck hatten. Womöglich ging es Medienberichten zufolge darum, bei der FIFA größere Geldflüsse für die WM zu eröffnen, womöglich aber um einen Stimmenkauf für die WM-Vergabe - aufgeklärt werden konnte dies bisher nicht.

"Aus heutiger Sicht sieht manches komisch aus"

Beckenbauer hatte sich zuletzt nicht mehr zu den Vorwürfen geäußert. In einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte er Ende vergangenen Jahres zwar, "aus heutiger Sicht sieht manches komisch aus, und einiges würde man heute auch nicht mehr so machen". Doch sie hätten es damals einfach gut gemeint gehabt und definitiv sei die WM nicht gekauft worden.

Auch dass seine eigene Unterschrift unter einem dubiosen Vertrag mit dem korrupten FIFA-Funktionär Jack Warner auftauchte, spielte Beckenbauer mit der ihm eigenen Art herunter. "Ich habe immer alles einfach unterschieben, ich habe sogar blanko unterschrieben."

Zuletzt schien es fast so, als könnte Beckenbauer damit einfach so weiter machen wie gewohnt. Der FC Bayern München richtete zum zehnten Jahrestag der WM-Eröffnung eine Feier aus, auf der ihn Altkanzler Schröder so überschwänglich lobte. Doch mit der Erklärung aus Bern ist der Schatten auf dem Sommermärchen wieder gewaltig zurück.

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