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Fall Beckenbauer: Schily widerspricht dem DFB

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Kaschierte Millionenzahlung  

Fall Beckenbauer: Schily widerspricht dem DFB

14.09.2016, 19:27 Uhr | sid

Fall Beckenbauer: Schily widerspricht dem DFB. OK-Präsident Franz Beckenbauer und der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD, re.) und auf einer Pressekonferenz im Jahr 2005.  (Quelle: imago/Chai von der Laage)

OK-Präsident Franz Beckenbauer und der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD, re.) und auf einer Pressekonferenz im Jahr 2005. (Quelle: Chai von der Laage/imago)

Nach Bekanntwerden der Zahlungen von insgesamt 5,5 Millionen Euro an Franz Beckenbauer während seiner Zeit als Organisationschef der Fußball-WM 2006 hat Otto Schily einer Darstellung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) widersprochen.

"Nach meiner Erinnerung hat der Aufsichtsrat des OK der Fußball-WM 2006 keine Beschlüsse über Zahlungen an Franz Beckenbauer gefasst", teilte der ehemalige Bundesinnenminister schriftlich mit.

Dies hatte der DFB tags zuvor in einer Erklärung jedoch verbreitet. "Beraten und beschlossen worden war die Angelegenheit im Präsidialausschuss des OK-Aufsichtsrats im Juli 2003", hieß es dort. Bei der "Angelegenheit" handelt es sich um einen Vertrag zwischen dem Deutschen Lotto- und Totoblock, der die Sportwette Oddset betreut, und dem WM-OK.

Medien: Beckenbauer erhielt 5,5 Mio. Euro für WM

Neue Enthüllung im Skandal um die Fußball-WM 2006: Franz Beckenbauer hat für seine Arbeit als OK-Chef anders als bisher vom DFB dargestellt nicht ehrenamtlich gearbeitet.

Medien: Beckenbauer erhielt 5,5 Mio. Euro für WM. (Quelle: sid)


DFB bleibt bei seiner Darstellung

Der DFB beharrte unterdessen auf seiner Darstellung und nannte die Namen aller Beteiligten, die am 9. Juli 2003 an der Sitzung des Aufsichtsrats-Präsidialausschusses anwesend waren: "Otto Schily, Thomas Bach, Werner Hackmann, Franz Beckenbauer, Horst R. Schmidt und Theo Zwanziger sowie als Gast Göttrik Werner."

Aufgeführt wurden "zwei Bereiche, in denen ein unentgeltliches Tätigwerden von Franz Beckenbauer nicht erwartet werden kann." Der Präsidialausschuss habe bezüglich Oddset keine Bedenken, wenn "für werbliches Auftreten von Franz Beckenbauer marktübliche Vergütungen an seine Rechteagentur (SKK) durch den Lottoblock gezahlt werden".

Beckenbauer habe zudem entscheidend mitgewirkt, zwei nationale Förderer zu gewinnen (EnBW und die Postbank), so das Gremium. "Gegen eine branchenübliche Provision an SKK bestehen grundsätzlich keine Bedenken. Nach Auffassung von Bundesinnenminister Schily muss diese Vergütung allerdings den Förderern selbst offengelegt sein oder werden", heißt es in der DFB-Mitteilung weiter.

5,5 Millionen Euro in fünf Raten

Oddset hatte bei seiner Vereinbarung Wert darauf gelegt, Beckenbauer in seine Werbemaßnahmen einzubinden. Der "Kaiser" erhielt zwischen Februar 2005 und Oktober 2006 in fünf Raten 5,5 Millionen Euro als Anteil an den Erlösen aus seinem Vertrag mit dem DFB, der eine erfolgsabhängige Beteiligung beinhaltete.

Beckenbauers Anwälte verteidigten die Zahlungen an ihren Mandanten und wiesen Vorwürfe der Steuerhinterziehung zurück. Beckenbauer habe die Einnahmen aus seinen werblichen Aktivitäten für Oddset "unverzüglich an seinem Wohnsitz in Österreich ordnungsgemäß versteuert", hieß es in dem Statement der Kanzlei Nesselhauf. 

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte die Informationen zuvor publiziert. Damit entstand ein neues Bild von Franz Beckenbauer, von dem es bislang stets geheißen hatte, er habe ehrenamtlich für die WM gearbeitet.

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