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Der "Fall Beckenbauer" entwickelt sich zum Polit-Thriller

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"Halbkriminelle Stukturen"  

Der "Fall Beckenbauer" entwickelt sich immer mehr zum Polit-Thriller

15.09.2016, 15:53 Uhr | sid

Der "Fall Beckenbauer" entwickelt sich zum Polit-Thriller. Wieviel hat Franz Beckenbauer im Zuge der Vergabe rund um die WM 2006 wirklich abkassiert? (Quelle: dpa)

Wieviel hat Franz Beckenbauer im Zuge der Vergabe rund um die WM 2006 wirklich abkassiert? (Quelle: dpa)

Die Causa Franz Beckenbauer sorgt weiter für Wirbel. Im Zusammenhang mit den aufgedeckten Millionen-Werbehonoraren für den "Kaiser" halten neue Fragen und Unklarheiten insbesondere auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Atem.

Zugleich macht die Politik dem Verband wegen der schleppenden Aufklärung so mancher Vorgänge rund um das "Sommermärchen" 2006 Druck.

Im Bundestags-Sportausschuss hinterfragte die Gremiums-Vorsitzende Dagmar Freitag grundsätzlich die Geheimniskrämerei um die bisher unbekannte 5,5 Millionen-Zahlung des DFB an Beckenbauer: "Die eigentliche Frage ist, warum es auf keinen Fall bekannt werden sollte."

Medien: Beckenbauer erhielt 5,5 Mio. Euro für WM

Neue Enthüllung im Skandal um die Fußball-WM 2006: Franz Beckenbauer hat für seine Arbeit als OK-Chef anders als bisher vom DFB dargestellt nicht ehrenamtlich gearbeitet.

Medien: Beckenbauer erhielt 5,5 Mio. Euro für WM. (Quelle: sid)


Jede Menge Ungereimtheiten sind zu klären

Freitags Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann verlangte unterdessen vom DFB mehr Einsatz zur Aufdeckung und Beendigung aller mysteriösen Auffälligkeiten im früheren WM-Organisationskomitee. "Reinhard Grindel muss als DFB-Präsident vollständig Klarheit schaffen. Alle Fakten müssen auf den Tisch", sagte der einflussreiche SPD-Koalitionspolitiker in der "Passauer Neuen Presse".

Diese Aufgabe hätte es für Grindel nach seiner Rückkehr vom Kongress des Europa-Verbandes UEFA in Athen in sich. Außer der seit Monaten über dem DFB wabernden WM-Affäre und dem "Fall Franz Beckenbauer", wie der DFB das Millionen-Honorar für das schwer angeschlagene Idol auf seiner Internet-Seite selbst nennt, sind weitere Ungereimtheiten zu klären.

Gab es weitere Zahlungen an Beckenbauer?

Denn ein vom Verband publizierter Auszug eines Protokolls des WM-Präsidialausschusses von Juli 2003 lässt noch weitere Zahlungen an Beckenbauer möglich erscheinen - als Provisionen an seine Vermarktungsagentur SKK für die Vermittlung von zwei weiteren WM-Sponsoren.

Zudem erscheint nach der Veröffentlichung eines DFB-Vorstandsprotokolls aus vergangenem März fraglich, wovon Grindel in Sachen Beckenbauer wann wie viel wusste.

DFB hält sich bedeckt

Schließlich wären außerdem Widersprüche zu Beckenbauers tatsächlichem Honorar zu klären: Der DFB schrieb von 5,5 Millionen Euro, während ein Ermittler der in der WM-Affäre eingeschalteten Wirtschaftskanzlei Freshfields den kicker-Unterlagen zufolge im März im DFB-Vorstand von einer Million Euro weniger sprach. Der DFB hielt sich zu sämtlichen Themenkreisen bedeckt.

Selbst harsche Attacken wegen der zunächst unterlassenen Abführung der Abzugssteuer für Beckenbauers Honorar ließ der DFB abperlen.

Wagenknecht: "Halbkriminelle Strukturen"

"Unter dem Glanz des Sommermärchens kommt nun der dunkle Schatten halbkrimineller Strukturen im Fußball-Geschäft zum Vorschein", wetterte Linken-Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht: "Offenbar hat zum gängigen Geschäftsgebaren des DFB von damals gehört, Millionen am Fiskus vorbeizuschleusen. Die Vorgänge müssen restlos aufgeklärt werden. Schließlich heißt der Sport nicht Steuerhinterziehung, sondern Fußball."

Die Widerlegung des Eindrucks vom selbstlos und unentgeltlich für Fußball-Deutschland arbeitenden Beckenbauer stößt unterdessen außer in Berlin vor allem an der Basis des Sports bitter auf.

Ehrenamtsreferent kritisiert Beckenbauer

"Millionen Ehrenamtliche in den Vereinen bekommen nichts und müssen nun böse Kommentare über sich ergehen lassen, nur weil eine Lichtgestalt, die mehr als 40, 50 Jahre gut verdient hat, alles kaputt macht", sagte Ehrenamts-Referent Josef Roth vom Bezirk Niederbayern im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV): "Es ist nicht in Ordnung, dass gerade auch die vielen, vielen Ehrenamtlichen durch solch eine Sache in ein schlechtes Licht geraten sind."

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