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Schockt der Bayern-Schreck auch unsere U21?

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U21-EM-Finale gegen Spanien  

Schockt der Bayern-Schreck auch unsere U21?

30.06.2017, 17:21 Uhr | Valeria Meta, t-online.de

Schockt der Bayern-Schreck auch unsere U21?. Saúl Niguez sicherte der spanischen U21 mit einem Dreierpack beim 3:1 gegen Italien den EM-Finaleinzug. (Quelle: imago/Zuma)

Saúl Niguez sicherte der spanischen U21 mit einem Dreierpack beim 3:1 gegen Italien den EM-Finaleinzug. (Quelle: Zuma/imago)

Der Spieler mit der Acht nimmt den Ball nahe der Mittellinie an. Explosiv sprintet er an Thiago vorbei, natzt Juan Bernat, lässt Xabi Alonso stehen und düpiert David Alaba – dann schießt er die Kugel am ohnmächtigen Manuel Neuer vorbei ins Netz.

Mit diesem Traumtor, das Bayern München den Einzug ins Champions-League-Finale 2016 kostete, hat Deutschland Saúl Niguez kennengelernt. Heute spielt er mit der spanischen U21 im EM-Finale gegen den deutschen Nachwuchs (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker von t-online.de).

t-online.de-Korrespondentin Valeria Meta erklärt, warum das DFB-Team auf ihn besonders aufpassen sollte.

Dreierpack gegen Italien

Viele Experten wissen bereits, was für ein hervorragender Spieler Saúl ist. Was aktuell überrascht, ist die taktische Reife, mit der er zum Schlüsselspieler der spanischen U21 geworden ist.

Dass die von Albert Celades trainierte Mannschaft in Krakau gegen Deutschland um den EM-Titel kämpft, ist hauptsächlich dem 22-Jährigen aus Elche zu verdanken. Mit seinem Dreierpack gegen Italien hat der Offensivspieler Spanien fast alleine ins Finale gebracht. Unter seiner Regie spielt die Mannschaft so gut wie lange nicht mehr.

Allzweckwaffe oder auch "Vollfeldspieler"

Spanische Experten sagen, seine Leistungen seien so glänzend, weil er bei der U21-Nationalmannschaft jene Freiheit genießen könne, die ihm die taktischen Einschränkungen von Trainer Diego Simeone bei Atlético Madrid normalerweise nicht erlauben.

Denn: An der Seite von U21-Mittelfeldpartner Marcos Llorente präsentiert sich Saúl lockerer als bei Atlético – als wäre er nicht von der Angst vor einem möglichen Konter getrieben. Bei der EM in Polen hat er der Welt endlich gezeigt, was er kann: Alles! Saúl spielt genaue Pässe wie ein Spielmacher, läuft wie ein Marathonläufer, ist zuverlässig wie ein Abräumer und kreativ wie ein Zehner – und er trifft wie ein echter Stürmer. Für ihn prägte Simeone einst einen besonderen Begriff: „Todocampista“ – ein „Vollfeldspieler“.

Verantwortlich für die Entwicklung dieser Eigenschaften ist neben dem argentinischen Madrid-Trainer auch der Spanier Paco Jémez. Unter ihm trainierte Saúl in der Saison 2013/14, als Atlético ihn an den Rayo Vallecano verlieh.

Mit starken Leistungen zunächst als zentraler Verteidiger, dann als Spielmacher und endlich als Halbstürmer half er dem Team aus dem Madrider Süden, den Klassenerhalt zu erreichen, und erarbeitete sich das Vertrauen von Simeone. In der folgenden Saison wurde der 20-Jährige zum Stammspieler. Der Trainer schätzte besonders seinen Kampfgeist und setzte ihn auf die linke Seite: Die perfekte Position für Saúl, um die Stürmer mit dem Rest der Mannschaft zu verbinden und die Spieler in der Mitte Atem holen zu lassen.

Eine Nacht in Leverkusen

Vor dem Traumtor gegen Bayern war Deutschland für ihn mit bitteren Erinnerungen verbunden – und zwar mit „der schlechtesten Nacht meines Lebens“, wie er selbst sagt. Im Februar 2015 traf Atlético im Champions-League-Achtelfinale auf Bayer Leverkusen. In der 27. Minute des Hinspiels in der BayArena stieß Saúl heftig mit dem griechischen Verteidiger Kyriakos Papadopoulos zusammen. Ein paar Minuten später musste er das Feld verlassen. Danach musste sich der Offensivwirbelwind übergeben, hatte starke Rückenschmerzen und verlor sogar das Gefühl in seinen Armen und Beinen.

Die Ärzte in einem Leverkusener Krankenhaus diagnostizierten ein schweres Nierentrauma. „Noch schrecklicher als die Verletzung war, meinen Vater weinen zu sehen“, wie Saúl sagt. Es dauerte einen Monat, bis er wieder gesund war – auf seine Leistung wirkte sich das allerdings nicht aus.

2017 kehrte er mit Atlético Madrid erneut in die BayArena zurück, und auch diesmal war die Nacht unvergesslich: Saúl war bester Spieler auf dem Feld und steuerte einen Treffer zum Einzug ins Champions-League-Viertelfinale bei.

Real Madrid? Nein, Danke!

Nach den Super-Leistungen bei der U21-EM wird Saúl nun von den Top-Klubs Europas gejagt. Sein Vertrag bei Atlético läuft allerdings noch bis 2021. Manchester United, der FC Barcelona und vor allem Pep Guardiolas Manchester City sollen an einer Verpflichtung interessiert sein.

Allerdings nicht Real Madrid – obwohl er sich dort gut auskennt: Saúl ist nämlich in der Nachwuchsabteilung „Fábrica“ groß geworden. An diese Zeit hat er keine guten Erinnerungen: „Was dort passierte, hatte nichts mit Fußball zu tun“, sagte der Offensivspieler der Tageszeitung „El Mundo“. „Jemand hat mir die Schuhe und das Essen gestohlen. Einmal bekam sogar mein Trainer einen Brief, in dem man mir Sachen vorwarf, die ich nie getan hatte. Ich war erst elf Jahre alt und konnte das irgendwann nicht mehr ertragen“.

Saúl Niguez kommt aus einer Fußballerfamilie

Deshalb wechselte er 2008 zum Stadtrivalen Atlético: „Ich hatte immer ein großes Selbstvertrauen und war mir ganz sicher, dass ich mich an den neuen Klub anpassen würde. Für mich sind die Eigenschaften wichtig, die die Identität von Atlético stiften: Demut, Opfer- und Teamgeist.“

Was das bedeutet, lernte er bereits als Kind – denn Saúl stammt aus einer Fußballer-Familie: Vater José Antonio (bekannt als Boria) spielte in den 1980er-Jahren als Stürmer bei Elche CF, sein 28-jähriger Bruder Aarón ist 2007 mit Spanien U19-Europameister geworden und sein 32-jähriger Bruder Jonathan der heutige Mittelstürmer vom RCD Mallorca.

Elche- und Atlético-Wappen auf dem rechten Arm

In seiner Geburtsstadt Elche gilt Saúl als Held: „Er ist unser drittes Weltkulturerbe neben dem „Palmeral“ (Anm. d. Red.: die größte Palmenpflanzung in Europa) und dem „Misteri d’Elx“ (Anm. d. Red.: die traditionelle Himmelfahrtsdarstellung)“, schreibt die lokale Website „franjiverdes.com“.

Die kleine Stadt an der Costa Brava und besonders der Elche CF gehen Saúl jedenfalls unter die Haut: Vor ein paar Jahren ließ er sich nämlich auf dem rechten Arm ein Tattoo stechen, welches das Wappen von Atlético mit dem vom Elche vereint.

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