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Fußball - England: Peter Crouch keilt gegen Mikel John Obi und alle Ausländer

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FC Liverpool/FC Chelsea London  

Crouch keilt gegen Obi und alle Ausländer

22.12.2007, 11:30 Uhr | Jörg Hausmann, t-online.de

Liverpools Crouch (li.) sieht Rot durch Referee Atkinson (Foto: imago)Liverpools Crouch (li.) sieht Rot durch Referee Atkinson (Foto: imago) Englands Fußballer müssen heutzutage regelmäßig balltechnisch begabteren Gastarbeitern aus aller Herren Ländern weichen, besonders in den Top-Klubs der Premier League aus London, Manchester und Liverpool. Deren wenig britische Mentalität des Abtauchens nach harten Zweikämpfen sorgte jetzt für einen neuerlichen Rassismus-Eklat: Liverpools hoch aufgeschossener Mittelstürmer Peter Crouch klagte nach seinem Platzverweis im Ligapokal-Viertelfinale gegen Chelsea (0:2) Gegenspieler Mikel John Obi massiv an. Der Ghanaer war nach einer durchaus unfairen Attacke in seinem Rücken zu Boden gegangen - und Crouch mit Rot vom Feld. Ein Fall für die Menschenrechtskommission.

Allgemeine Anklage

Denn: Obis Beratungs-Konsortium, die SEM Group, kündigte über die englische Tageszeitung "The Sun" an, ein richtiges Fass aufzumachen. Crouchs "Kommentare", so die Begründung, "waren potenziell rassistisch, und zwar gegen alle ausländischen Spieler, nicht nur die farbigen oder jene aus Afrika." Obi sei "wie erschossen" zu Boden gegangen, erzürnte sich Crouch, um hinzuzufügen: "Wenn du Frank Lampard oder John Terry so angehst, würden sie sich herumrollen wie es Obi getan hat? Ich denke nicht." Ein auf der Insel sattsam bekannter und nie gelöster Konflikt bricht erneut durch: Zerstören die in Scharen angestellten Gastarbeiter das im Ausland bewunderte Bild des englischen Fairplays, des Ausbleibens schauspielerischer Gesten, die jeden englischen Fan auf den Rängen zur Weißglut treiben? Nochmals Crouch: "Die ausländischen Spieler haben unserem Fußball viel gegeben. Aber das sind Dinge, die niemand sehen will."

Aktuell Ergebnisse und Tabelle Premier League

Paradebeispiel Klinsmann

Schon der nun beinahe auf dem Stuhl des englischen Nationaltrainers gelandete Jürgen Klinsmann musste sich 1995 von dem Makel freispielen, ein "Diver" zu sein, einer, der jede kleine Berührung durch einen Gegenspieler nutzt, um dem Schiedsrichter etwas vorzumachen. Seit seiner Zeit in Tottenham, wo er mit Toren und besingungslosem Einsatz statt Flugeinlagen glänzte, avancierte der Architekt des deutschen WM-Sommermärchens zum Liebling in England.

Unglückliche Szene aller Beteiligter

Ehrlicher Sport kommt an, besonders unterm Union Jack. Unehrlichkeit unterstellte Crouch aber Michael Ballacks Kollegen Obi. Der droht jedoch tatsächlich für Chelseas vorweihnachtlichen Auftritt in Blackburn am 23. Dezember verletzt auszufallen. Crouch lenkte ein: "Es gibt keine Entschuldigung für mein Tackling. Ich habe den Kopf verloren." Crouchs Vorwurf ging gleichfalls aber an den Referee. Martin Atkinson habe seinen Frust erst provoziert, indem er ein Foul Obis nicht gegeben hatte: "Dann wäre das alles nicht passiert." Crouchs Kollege Jamie Carragher warf dem Spielleiter Einseitigkeit vor und fügte an: "Vor seinem Platzverweis war Crouchy einige Male gefoult worden." Der Nationalverteidiger strich vor allem Chelseas nickliges Vorgehen heraus: "Aber das passiert dir auswärts ab und an."

Klare Ansagen

Obi - selbst in zwei Jahren bei den Blues bereits drei Mal vom Feld geflogen - verurteilte weniger Crouchs Spielweise als seine anschließenden Äußerungen: "Das ging zu weit. Jeder hat gesehen, was passiert ist. Crouch sollte sich auf sein eigenes Spiel konzentrieren, anstatt zu lamentieren und unbegründete Verdächtigungen gegenüber anderen Spielern zu erheben." Auch Obis Cheftrainer Avram Grant hob Crouch als einen "Ehrenmann" heraus, gab ihm aber mit auf den Weg: "Er kann nur über die Ausländer urteilen, mit denen er zusammenspielt, nicht über alle. Ich mag es generell nicht, wenn so über 'Ausländer' gesprochen wird", setzte der Israeli nach. "Wir müssen über die Person nachdenken, nicht ihre Nationalität." Für Grant gebe es nur "gute und schlechte Spieler, Spieler, die sich gut benehmen, und solche, die das nicht tun. Ich sehe genügend englische Spieler, die mit ihren Tacklings Kollegen für Wochen außer Gefecht setzen." Crouch solle nicht nach Entschuldigungen suchen, "sondern auf sich selbst schauen".

Verpasste EM wirkt nach

Fluch oder Segen? Die englische Premier League gilt nicht zuletzt deshalb als die attraktivste Liga weltweit, weil sie mittlerweile die begehrtesten internationalen Starts anlockt und beherbergt. Wer in den 80er Jahren gen Italien auszog, um sein überdurchschnittliches Talent für zig Millionen Lira zu zeigen, kickt heute auf der Insel. Das befruchtende Element steht außer Frage, auch für Crouch. Allerdings werden er und seine Kollegen der englischen Nationalelf im kommenden Sommer erstmals seit 1994 einem großen Turnier zuschauen müssen, wenn sich Europas Elite in Österreich und der Schweiz misst - weil Crouchs Tor gegen Kroatien nicht reichte. Dass die Ursache dieses GAUs zu einem Gutteil auch in der Überfrachtung des Mutterlands des Fußballs mit ausländischern Kickern zu suchen ist, steht außer Frage. Daran aber wird auch die Menschenrechtskommission nichts ändern.

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