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Der Fußball treibt's zu bunt

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Sportgedanken  

Der Fußball treibt's zu bunt

24.12.2007, 14:01 Uhr | t-online.de

Ein Kommentar von Julian Moering

Zwei Füße, zwei Farben: Sebastien Frey mag es bunt (Foto: imago)Zwei Füße, zwei Farben: Sebastien Frey mag es bunt (Foto: imago) Nach dem Lederball, der Vokuhila und dem Oberlippenbart droht dem Fußball erneut der Verlust eines seiner tragenden Eckpfeiler: des schwarzen Kickschuhs. Auf den heutigen Plätzen ist das klassisch schöne Schuhwerk schon fast ausgestorben. Die Ribérys, Ronaldinhos, Kloses, Diegos und Kakás dieser Welt spielen neuerdings in roten, weißen, grünen, blauen oder goldenen Tretern, meist individuell gestaltet und aus eigener Kollektion – und immer aus Plastik. Doch als wäre das des bunten Treibens noch nicht genug, machen es ihnen die Ailtons, Altintops, Kringes und Lauths auch noch nach. Schön, sagen die einen, Geschmackssache die anderen - ich sage: Weg mit den bunten Schuhen!

Wem gehören die Schuhe? Bilderrätsel zum Durchklicken

Bunte Schuhe gefährden den deutschen Fußball

Dieses harte Urteil hat nicht bloß ästhetische Gründe, vielmehr habe ich die Gefahr erkannt, die von dieser Entwicklung ausgeht. Zumindest für den deutschen Fußball hat die bunte Schuhparade nichts Gutes gebracht. Im Gegenteil: Die Statistik beweist, dass der deutsche Fußball nur dann erfolgreich ist, wenn er in schwarzen Schuhen gespielt wird. Alle Titel der deutschen Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften wurden in den klassischen Tretern errungen. Ob Helmut Rahn 1954, Gerd Müller 1972 und 74, Horst Hrubesch 1988, Andreas Brehme 1990 oder Oliver Bierhoff 1996 - alle deutschen Helden trafen in schwarz. Auch der deutsche Klubfußball war europäisch nur schwarztragend erfolgreich. Zuletzt gelang dies am 23. Mai 2001: Bayerns Thomas Linke verwandelte schwarz umhüllten Fußes den entscheidenden Elfmeter gegen Valencia mit und bescherte den Münchnern den Champions-League-Titel. Seitdem warte ich vergeblich auf Pokale.

Wer denkt sich diese Namen aus?

Der Untergang des deutschen Fußballs hat also viele Namen: "Pro Intim D Mid", "Mercurial Talaria III FG" oder "Total 90 Laser Firm Ground" sind nur einige davon. Wer bitte schön will denn in Schuhen spielen, die so heißen? Dagegen muten Bezeichnungen wie "Weltmeister" oder "Copa Mundial" fast schon wie die Titel unveröffentlichter Rilke-Gedichte an. Sollte ich jemals Chef eines weltweit agierenden Sportartikel-Herstellers sein, würden meine Machwerke so epochale Namen wie "Deutsche Eiche", "Bananenflanke" oder "Eisenfuß" tragen - da weiß man auf dem Platz sofort, was man zu tun hat.

Zum Durchklicken Die besten Sprüche der Hinrunde

Wenn nichts mehr geht, hilft nur die Blutgrätsche

Im Regelwerk des DFB steht folgender Satz: "Ein Spieler darf keine Kleidungsstücke oder Ausrüstungsgegenstände tragen, die für ihn oder einen anderen Spieler gefährlich sind." Eine pflichtbewusste Umsetzung dieser Auflage hätte den klassischen Schuh retten können. Zumindest auf dem Bolzplatz lebten die Jungs mit extravagantem Schuhwerk bei uns stets gefährlich. Wer meinte, nach Geburtstag oder Weihnachten unbedingt seine neuen Lackschuhe in Gold oder Silber vorführen zu müssen, wurde von seinen Gegenspielern gnadenlos weggegrätscht. Auch die eigenen Mitspieler ignorierten den Angeber meistens. Nach dem Spiel hieß es dann: "Na, einen auf dicke Hose machen, aber nix druff, oder was?" Der hatte beim nächsten Mal garantiert wieder seine alten Adidas-Treter dabei. Heute zieht die Methode leider nicht mehr. Zumindest bei mir nicht. Die kleinen Dribbler aus der Nachbarschaft sind einfach zu schnell für die gute, alte Blutgrätsche.

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