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Aserbaidschan: Berti Vogts mit Aufbruchstimmung

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Aserbaidschan  

Aserbaidschan setzt auf Vogts und Petro-Dollars

17.04.2008, 13:22 Uhr | dpa

Aserbaidschans Nationalcoach Berti Vogts (Foto: imago)Aserbaidschans Nationalcoach Berti Vogts (Foto: imago) Berti Vogts hält den Ball zum Start in seine neue Aufgabe als Nationaltrainer Aserbaidschans flach. Doch bei den Fans im Land, für die Fußball trotz der vielen Niederlagen die Sportart Nummer eins ist, sind die Erwartungen an den deutschen Coach hoch. Vom 119. Weltranglisten-Platz kann es eigentlich nur bergauf gehen. Mit Vogts' Hilfe und gespeist von den Petro-Dollars aus dem Öl-Boom in der Kaukasus-Republik sollen bessere Zeiten anbrechen.

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Vogts setzt sich gegen 399 weitere Kandidaten durch

Für Gespräche hat der 61-Jährige momentan wenig Zeit. Er ist am Wochenende in Baku gelandet, ein Termin jagt den nächsten. Freizeit sei es da schon, mit den Offiziellen des Fußball-Verbandes, deren Wunschtrainer er ist, zu sprechen, sagt Vogts. Die Liste der Kandidaten soll anfangs 400 Namen umfasst haben. Vier blieben übrig, ehe die Entscheidung einstimmig für den deutschen Ex-Nationalspieler und -Bundestrainer gefallen sei, heißt es.

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Große Erwartungen sind fehl am Platz

"Es gibt eine große Aufbruchstimmung hier in Aserbaidschan. Im Moment sieht es sehr positiv aus", sagte Vogts, der ein hellblaues Sport-Shirt noch ohne Aufdruck des Sponsors trägt. "Hoffnungen hat man immer bis zur ersten Niederlage", sagt er und warnt vor zu großen Erwartungen. "Man muss wissen, dass Aserbaidschan mit Sicherheit nicht die Weltmeisterschaft gewinnen kann. Wir sind in einer sehr schweren Gruppe, wollen es aber allen Nationen sehr schwer machen."

Kaum ein Auswahl-Kicker spielt im Ausland

Sein Auftrag ist es, neue Strukturen zu schaffen. Das gilt vor allem für die Jugendarbeit und eine frühere Förderung von Talenten. "Man kann nicht erst mit 16, 17 Jahren beginnen, Fußball zu spielen. Es müssen schon Zehnjährige in die Vereine gehen können." Und er will noch mehr Deutsche nach Baku holen. Sie sollen als Co-Trainer, aber auch im medizinischen Bereich und beim Torwarttraining tätig sein. Bis Ende kommenden Jahres läuft sein Vertrag. Die Aserbaidschaner hätten auch gern für einen längeren Zeitraum abgeschlossen. Vogts will sich in Baku eine Wohnung suchen, denn er wird viel Zeit im Land verbringen, da kaum einer seiner Auswahl-Kicker im Ausland spielt.

Vogts: "Träume muss man ja nicht direkt zerstören"

Aserbaidschans Öl-Industrie ist Hauptsponsor der Nationalelf. Aus den Reihen der Öl-Manager kommt auch der neue Verbandschef. Vogts: "Ohne Geld geht im Fußball nichts mehr. Geld muss investiert werden, um übermorgen eine schlagkräftige Nationalmannschaft zu haben. Es ist ein sehr langwieriger Prozess, der auf Aserbaidschan zukommt." Er hat die Nationalelf einmal spielen sehen. Stärke sei das Kurzpass-Spiel. Über Schwächen will er nicht reden. Das erste Länderspiel steht im Juni an - gegen Bosnien-Herzegowina oder Andorra. Ein Traum wäre es für die Aserbaidschaner, wenn man gegen Deutschland, Wales, Russland, Finnland und Liechtenstein die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika schaffen würde. Vogts: "Träume muss man ja nicht direkt zerstören."

Aserbaidschaner kostet Deutschland 1966 den Titel

Weltweit bekannt ist eigentlich nur ein Aserbaidschaner aus der Fußball-Szene - und der war kein Spieler. Tofik Bachramow (1926-1993) erlangte bei der WM 1966 in England Berühmtheit. Als Linienrichter im Finale Deutschland-England zeigte er beim Schuss von Geoff Hurst an die Unterkante der Latte an, dass der Ball die Torlinie überschritten habe - das berühmte "Wembley-Tor" war gefallen. Nach ihm ist nun das Stadion in Baku benannt.

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