Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Fußball international >

FIFA: EU-Kommission will Sepp Blatters 6+5-Regel stoppen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fussball - FIFA  

EU-Kommission will geplante 6+5-Regel stoppen

28.05.2008, 13:32 Uhr | sid, dpa

FIFA-Boss Blatter beharrt auf seiner 6+5-Regel. (Foto: imago)FIFA-Boss Blatter beharrt auf seiner 6+5-Regel. (Foto: imago) Die EU-Kommission will die von FIFA-Präsident Joseph Blatter geplante 6+5-Regel stoppen, wonach Vereine im europäischen Fußball künftig mindestens sechs heimische Spieler aufstellen müssen. Dies sei eine verbotene Diskriminierung von Arbeitnehmern aus Gründen ihrer Nationalität, sagte der für Arbeitsmarktfragen zuständige EU-Kommissar Vladimir Spidla in Brüssel. "Wenn ein Mitgliedstaat dieses Prinzip (der Nichtdiskriminierung) verletzt, indem er die 6+5-Regel zulässt, dann muss die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen ihn einleiten", erklärte Spidla.

Platini und Beckenbauer gegen Blatter

Doch auch aus den eigenen Reihen kommt Widerstand gegen Blatters Pläne. Neben der EU-Kommission stehen vor allem Michel Platini, als UEFA-Präsident der erste Stellvertreter des FIFA-Präsidenten, und Exekutiv-Mitglied Franz Beckenbauer dem Ansinnen Blatters skeptisch gegenüber. Zwar unterstützen sie "im Grunde" den Plan, halten aber die förmliche Verabschiedung als eine "Muss-Regelung" für unklug.

"Wert des Sportes schützen"

Ziel von Blatters 6+5-Politik ist, den Wert und die Welt des Sportes schützen und aus den Klauen von Investoren, die nur pekuniäre Gewinne aus einer eigentlich als Spiel entstandenen Betätigung ziehen wollen, befreien. Deshalb sollen ab 2012 höchstens fünf Ausländer in einer Mannschaft spielen dürfen. Damit will Blatter indirekt die Nationalmannschaften stärken und kleinen Vereinen auch wieder die Chance geben, Titel zu gewinnen.

Zahlen sprechen klare Sprache

Blatter hat die Zahlen auf seiner Seite. Wer fragt, weshalb England nicht bei der Europameisterschaft dabei ist, bekommt die statistische Antwort: In der Champions League der abgelaufenen Saison waren nur 45 englische Spieler gemeldet, aber über 90 Brasilianer. Da ist es kein Wunder, dass die Qualität eines Auswahlteams indirekt leidet. Und das soll die Blatter-Regelung beheben.

Blatter: Unmoralisch

Der FIFA-Boss weiß um die Widerstände aus Brüssel, beharrt aber auf seinen Plänen. "Wir wollen keinen Streit mit einer politischen Organisation anfangen. Doch es gibt keine Regel, die sagt, dass man elf Ausländer in einer Mannschaft haben muss. Es gibt viele Politiker in Europa, mit denen wir gesprochen haben, die befürworten den Wert und Sinn der 6+5-Regel", sagte Blatter. Es sei nicht moralisch, "wenn die Großklubs 25 Topspieler kaufen, den anderen wegnehmen und dann horten, weil nur elf spielen können", so Blatter.

Taktische statt nationalistische Vorgaben

Die EU-Kommission dagegen sieht die Sache etwas anders. "Mannschaften können so viele Spieler aus so vielen Ländern haben, wie sie wollen. Aber die Entscheidung darüber, welcher Spieler aufgestellt wird, sollte ausschließlich von taktischen Überlegungen und der Fitness eines Spielers abhängen, nicht von seiner Nationalität", begründete Spidla die Ablehnung.

Indirekte Diskriminierung?

Er widersprach dem Argument, es gehe darum, das Monopol der großen Vereine zu brechen. Auch die Aufstellung von Nationalmannschaften habe damit nichts zu tun. Die EU-Behörde ermuntere vielmehr dazu, Spieler einzusetzen, die im heimischen Umfeld heranwachsen: "Es könnte sich die Frage der indirekten Diskriminierung stellen, aber wir dürften Ausnahmen machen, weil es hier darum ginge, junge Menschen in den Sport zu integrieren", sagte Spidla.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal