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Diego Maradona als Nationaltrainer: Geteiltes Echo in Argentinien

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Argentinien  

Trainer Maradona: geteiltes Echo in Argentinien

29.10.2008, 17:24 Uhr | dpa

Diego Maradona als Edelfan bei der WM 2006 (Foto: dpa)Diego Maradona als Edelfan bei der WM 2006 (Foto: dpa) Die Berufung von Argentiniens Legende Diego Maradona zum Trainer der Nationalmannschaft hat die fußballverrückte Nation in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt. Hassliebe verbindet viele Argentinier mit dem Weltmeister von 1986, der sie durch geniale Tore begeisterte und mit Drogeneskapaden und anderen Skandalen zur Verzweiflung trieb.

Der beim FC Barcelona unter Vertrag stehende Superstar Lionel Messi gab zu Protokoll, es sei immer der Traum seiner Mutter gewesen, dass Maradona sein Trainer sei. Ob es auch Messis Traum war, blieb offen. Maradona hatte ihn vor gar nicht langer Zeit als Egoist beschimpft. "Die Mannschaft bestimme ich, und auf dem Rasen gilt mein Kommando", stellte Maradona klar. An diesem Donnerstag, Maradonas 48. Geburtstag, soll der frühere Ausnahmekicker offiziell zum Trainer erklärt werden.

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Die Skepsis bei den Medien überwiegt

Julio Grondona, der mächtige Präsident des Nationalen Fußballverbandes AFA, sagte, schon seit 1979 habe er davon geträumt, dass Maradona einmal Nationaltrainer werde. Zweifel sind erlaubt. Fußball-Experten gingen eher davon aus, dass Grondona sich für Maradona entschied, um den widerspenstigen Carlos Bianchi außen vor zu halten. Maradona selbst, der Grondona früher als Mafia-Paten beschimpft hatte, sprach plötzlich nur noch vom "lieben Julio". "Wir sind auf der sicheren Seite, weil Julio die ganze Truppe leitet", sagte er erstaunten Reportern. Zweifel an seiner Befähigung zum Nationaltrainer überwogen jedoch. "Diego setzt den Mythos Maradona aufs Spiel", kommentierte eine große Zeitung.

Weltmeisterteam auf der Bank

"Hoffentlich wird das auch ein Geburtstagsgeschenk. Die Arbeit geht jetzt erst richtig los", sagte der in seinem Heimatland von vielen als Fußballgott verehrte Sportler. Als Manager soll ihm der frühere Nationaltrainer Carlos Bilardo zur Seite stehen. "Aber auf der Trainer-Bank sitzt nur Diego", wiegelte Bilardo Fragen nach möglichen Konflikten mit Maradona ab. Als Torwarttrainer wurde Sergio Goycochea genannt sowie José Luis Brown, Julio Olarticoechea und Sergio Batista als weitere Assistenten. Wie Maradona und Bilardo gehören sie alle zu dem Erfolgs-Team, das 1986 den WM-Titel holte.

Seit einem Jahr skandalfrei

Maradona war wegen Drogenmissbrauchs und extremen Übergewichts während der vergangenen Jahre mehrmals mit Herzbeschwerden auf Intensivstationen behandelt worden. In Kolumbien ließ er sich schließlich den Magen verkleinern und speckte auf Normalgewicht ab. Seit seinem letzten Krankenhausaufenthalt im vergangenen Jahr hat er keine neuen Skandale mehr verursacht.

Kurzes Intermezzo als Zweitligatrainer

Maradona folgt Alfio Basile, der am 16. Oktober nach einem enttäuschenden 0:1 gegen Chile seinen Hut genommen hatte. Große Erfahrung als Trainer hat er nicht. Zweimal hatte er sich erfolglos als Trainer argentinischer Zweitligisten versucht. Auch auf dem Manager-Posten konnte er nie an seine glorreichen Zeiten als Spieler anknüpfen. Der Göttliche, wie er in der Heimat auch genannt wird, bestritt 91 Länderspiele für die Albiceleste, die Himmelblauen, und erzielte 34 Tore.

Freundschaftsspiel gegen Schottland zum Auftakt

Das erste Spiel unter seiner Leitung ist für November geplant. Dabei handelt es sich jedoch zunächst nur um ein Freundschaftsspiel gegen Schottland in Glasgow. Richtig spannend wird es erst im März kommenden Jahres. Dann trifft die Nationalelf in Buenos Aires im Rahmen der WM-Qualifikation auf Venezuela.

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