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Primera Division: Bestechungsverdacht im spanischen Fußball

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Spanien - Primera Division  

Bestechungsverdacht im spanischen Fußball

01.12.2008, 12:35 Uhr | dpa

San Sebastians Präsident Iñaki Badiola (Foto: imago)San Sebastians Präsident Iñaki Badiola (Foto: imago) Ein angeblicher Bestechungsskandal hat im spanischen Fußball für heftigen Wirbel gesorgt. Nach einem Bericht der Zeitung "El Mundo" soll es beim Aufstieg des FC Málaga in die Primera División im vorigen Sommer nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Das Blatt druckte die Mitschrift eines Telefongesprächs ab, in dem der Ex-Profi des Zweitligisten CD Teneriffa, Jesús Mora "Jesuli", behauptete, sein Team sei vor der entscheidenden Partie am letzten Spieltag bestochen worden.

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6000 Euro für eine Niederlage

Er selbst habe 6000 Euro dafür erhalten, dass Teneriffa das Zweitligaspiel gegen Málaga verlor, gab er nach Angaben des Blattes zu. Der FC Málaga gewann die Partie gegen Teneriffa im Juni 2:1 und sicherte sich den Aufstieg. Für Teneriffa ging es damals um nichts mehr. Leidtragender war der Ex-Meister Real Sociedad San Sebastián, der mit dem 4. Rang der 2. Liga vorlieb nehmen musste und den Aufstieg knapp verpasste. "Wenn ich das Geld bekommen habe, ist anzunehmen, dass auch meine Teamkollegen bestochen wurden", sagte Jesuli dem Klubchef von Real Sociedad, Iñaki Badiola, am Telefon

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Verdächtigte Klubs vermuten Verschwörung

Die betroffenen Klubs in Malaga und auf Teneriffa wiesen die Bestechungsvorwürfe energisch zurück und drohten Jesuli mit rechtlichen Schritten. Málagas Mehrheitsaktionär Lorenzo Sanz vermutete gar, das angebliche Geständnis von Jesuli sei eine "Montage Badiolas" gewesen. "Wahrscheinlich hat Real Sociedads Klubchef den Spieler für dessen Aussage bezahlt", sagte Sanz, ehemaliger Präsident von Real Madrid.

Jesuli zieht Aussage zurück

Jesuli nahm daraufhin seine Vorwürfe zurück. Er gab eine schriftliche Erklärung ab, dass weder er noch seine Mitspieler bei CD Teneriffa bestochen worden seien. Das Telefongespräch sei ohne sein Einverständnis mitgeschnitten worden. Damit hatte der Skandal jedoch längst kein Ende. Nun trat Real Sociedads Präsident auf den Plan und bezichtigte Teneriffas Kapitän Juanma Delgado, in der Affäre der Drahtzieher gewesen zu sein. Der Fußballer habe die Sache organisiert und dafür gesorgt, dass alle Spieler im Kader von Teneriffa Bestechungssummen erhielten. Badiola forderte eine gründliche Untersuchung.

"Prämien von Dritten" gehören zum Alltag in Spanien

Der spanische Fußballverband (RFEF) wollte wegen des angeblichen Bestechungsskandals zunächst nicht aktiv werden. Dem RFEF liege bislang keine Anzeige vor, verlautete aus Verbandskreisen. In Spanien ist häufig davon die Rede, dass Mannschaften, für die es in der Schlussphase der Saison um nichts mehr geht, Siegprämien von anderen Clubs erhalten. Es gilt als relativ sicher, dass solche "Prämien von Dritten" zuweilen gezahlt werden. Allerdings wurde in Spanien in der jüngeren Zeit kein Fall bekannt, in dem Fußballer sich dafür bezahlen ließen, dass sie ein Spiel absichtlich verloren.

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