Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Fußball international >

Real Madrid erhält einen Millionenkredit

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Spanien - Real Madrid  

Real erhält einen Millionenkredit

16.06.2009, 12:54 Uhr | sid, dpa

Reals Superstars kommen auf Pump. (Fotos: imago)Reals Superstars kommen auf Pump. (Fotos: imago) Die neuen Galaktischen - sie sind nur Stars auf Pump. Spanischen Presseberichten zufolge finanziert der spanische Traditionsverein Real Madrid die millionenschweren Transfers von Kaká und Cristiano Ronaldo über Bankkredite. Die Königlichen leihen sich zu diesem Zweck angeblich insgesamt 150 Millionen Euro von der Großbank Santander und von der Großsparkasse Caja Madrid.

Als Garantie sehen beide Geldinstitute demnach die Fernseh-Übertragungsrechte der Erstligaspiele in der Primera División, die Real in den kommenden sieben Jahren etwa 1,1 Milliarden Euro an Einnahmen sichern sollen.

Stars müssen gehen Auswerkauf bei Real
Manchester United Ronaldo darf gehen
Real Madrid Kaká wird ein Königlicher

Sparkasse bestätigt die Berichte

Ein Sprecher von Caja Madrid bestätigte ein Darlehen seines Hauses für Real in Höhe von 76,5 Millionen Euro, "die Hälfte der Gesamtsumme". Real und die Santander hingegen wollten die Angaben bislang nicht kommentieren.

Real braucht 278 Millionen Euro für zwei Spieler

Für den Wechsel des Portugiesen Ronaldo vom englischen Meister Manchester United zu Real Madrid will der spanische Klub die Rekordsumme von 93 Millionen Euro zahlen. Der Brasilianer Kaká, der bislang für den italienischen Spitzenklub AC Mailand gespielt hat, kostet die Madrilenen 65 Millionen Euro. Dazu kommen jeweils noch etwa 60 Millionen Euro Gehalt für die beiden Superstars. Insgesamt benötigt Real also für die beiden Kicker 278 Millionen Euro.

Primera División Die Abschlusstabelle

Harsche Banken-Kritik aus der Politik

Die spanische Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado zeigte sich angesichts des Kredits "überrascht", da die Banken wegen der Finanzkrise den Geldhahn weitgehend zugedreht haben. "Wenn die Geldinstitute für so etwas liquide sind, sollten sie auch kleinen und mittleren Unternehmen sowie Privatleuten Geld leihen", sagte sie.

Parlament eingeschaltet

Bis ins spanische Parlament schlagen die Wellen um die millionenschweren Spielereinkäufe. Die kleine katalanische Linkspartei ICV brachte einen Antrag ein, mit dem Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero zu einer europaweiten Initiative zur Begrenzung der Profi-Gehälter bewegt werden soll. Die Partei fordert zudem, die Regierung müsse dafür sorgen, dass die Fußball-Klubs zunächst ihre Steuerschulden begleichen, bevor sie Millionen für neue Spieler ausgeben.

Gegen Ethik und Moral

Mehrere Abgeordnete schlossen sich der Meinung an, dass die astronomischen Summen auch angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise gegen jegliche Ethik und Moral verstoßen. Allerdings seien Fußball-Vereine wie Privatunternehmen anzusehen, und es herrsche freie Marktwirtschaft. "Wenn ein Club mit einem 100 Millionen Euro schweren Neuzugang Selbstmord begehen will, ist das sein Problem, nicht das Problem der Spanier", meinte die konservative Abgeordnete Celia Villalobos.

Hitzfeld spricht von Wettbewerbsverzerrung

Kritik kommt auch aus Deutschland. So sieht Ottmar Hitzfeld die Transfers als problematisch für einen fairen Wettbewerb an. "Man sollte die Investitionen selbst bezahlen können. Ich finde es sehr fraglich, wenn sich der Verein überschuldet. Real macht ja wieder mehr Schulden, als sie schon haben. Das finde ich etwas unseriös", sagte der frühere Trainer des FC Bayern München und heutige Schweizer Nationalcoach in einem Interview der "tz". "Wenn sich Vereine maßlos überschulden können, ist das Wettbewerbsverzerrung."

Rummenigge: "Das ist keinem Menschen zu vermitteln"

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge plädiert für ein klares Lizenzierungsverfahren. Er habe sich bereits mit UEFA-Präsident Michel Platini verständigt. "Wir werden in Sachen Financial Fairplay neue Regeln aufstellen müssen", sagte Rummenigge, der auch Vorsitzender der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) ist, der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen wieder mehr Rationalität reinbekommen. Die Summen, die da im Moment durch die Gegend fliegen, sind keinem Menschen auf der Straße mehr zu vermitteln. Rechnen Sie allein mal die 94 Millionen für Ronaldo plus die kolportierten 11,5 Millionen Netto-Gehalt - das wird mir zu absurd."

Netzer: "Ethisch-moralisch nicht mehr vertretbar"

Der frühere Nationalspieler Günter Netzer bezeichnete die Entwicklung zudem als "krank" und "ethisch-moralisch nicht mehr vertretbar". "Ich verurteile, dass so hohe Summen gezahlt werden. Das ist nicht mehr meine Welt", sagte Netzer den "Stuttgarter Nachrichten". Betriebswirtschaftlich hält der TV-Experte derartiges Finanzgebaren ebenfalls für kaum noch seriös. Viele Klubs seien "mit ihrer Finanzkraft an der äußersten Grenze angelangt".

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal