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Wettskandal: Sion-Präsident verdächtigt eigenen Spieler

22.03.2010, 12:50 Uhr | mlm

Wettskandal: Sion-Präsident verdächtigt eigenen Spieler. Stein des Anstoßes: Sion-Spieler Serey Die (Nr. 14) sieht nach einer Tätlichkeit die rote Karte. (Bild: imago)

Stein des Anstoßes: Sion-Spieler Serey Die (Nr. 14) sieht nach einer Tätlichkeit die rote Karte. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Bahnt sich da ein Wettskandal in der höchsten Schweizer Fußball-Liga an? Wie der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, gegenüber Schweizer Medien bestätigte, hat er selbst der Bundesanwaltschaft Informationen über ungewöhnlich hohe Wetteinsätze auf das Super League-Spiel zwischen GC Zürich und dem FC Sion vom 17. März 2010 zukommen lassen. Dabei soll es auch um Wetten auf einen Platzverweis gegangen sein – im besagten Spiel hatte Sions Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die nach einer Tätlichkeit die rote Karte gesehen.

Fünf Platzverweise in eineinhalb Jahren

Stein des Anstoßes ist eine Szene aus der 38. Minute: Vor den Augen des Schiedsrichters greift Serey Die seinem Gegenspieler Toko ins Gesicht. Eine klare Tätlichkeit, für die er folgerichtig die rote Karte sieht. Was die Sache speziell macht: Es ist schon der fünfte Platzverweis gegen den Ivorer, seit er im Sommer 2008 seinen Dienst für den FC Sion angetreten hat.

Hinweise aus England

Brisant wird diese Szene jedoch durch die Informationen über erhöhte Wetteinsätze, die Sion-Präsident Christian Constantin anschließend aus England erhielt. Er informierte daraufhin umgehend Bundesanwalt Alberto Fabbri und erwirkte, dass eine Untersuchung eingeleitet wurde. „Ich bin gespannt auf die Untersuchung. Wenn sich herausstellt, dass Spieler oder sonst Angestellte des FC Sion in den Fall verwickelt sind, werden wir eine Linie von ‚null Toleranz’ verfolgen“, so Constantin.

Constantin sammelt Indizien

Informationen zu dem von ihm verdächtigten Spieler lieferte der extrovertierte Präsident, der bereits Telefonate von Spielern abhören ließ, gleich mit: So soll Serey Die seine Telefonnummer „in den letzten Monaten vier- oder fünfmal gewechselt“ und sich darüber hinaus ein Auto zugelegt haben, das er sich eigentlich nicht hätte leisten können. „Die ganze Zeit hatte Serey bei mir gejammert, er käme mit seinem Lohn kaum durch, da er sehr viel an seine Familie in der Elfenbeinküste schicken müsse. Und dann kam er im Herbst urplötzlich mit einem neuen Porsche Cayenne zum Training. Ich stellte ihn zur Rede, woher er das Geld für den Nobelschlitten habe. Er gab achselzuckend zur Antwort, den habe seine Manager bezahlt.“

Rest der Saison ohne Lohn

Während die Bundesanwaltschaft bisher zu keiner Stellungnahme bereit war, kündigte Constantin bereits interne Konsequenzen an. Unabhängig der Untersuchungen verdonnerte der Präsident seinen Rot-Sünder zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 80.000 Euro – eine Strafe, die dem kompletten Lohn für die restliche Saison entspricht.

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