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Lazio Rom und den AS Rom verbindet vor allem Hass

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Beide Klubs verbindet der gegenseitige Hass

04.05.2010, 21:20 Uhr | t-online.de, t-online.de

Lazio Rom und den AS Rom verbindet vor allem Hass. Auf Konfrontationskurs: Lazios Stefan Radu (links) und AS-Spieler Mirko Vuicinic. (Foto: imago)

Auf Konfrontationskurs: Lazios Stefan Radu (links) und AS-Spieler Mirko Vuicinic. (Foto: imago)

Von Jonny Giovanni

Ist Francesco Totti nur das zweitwichtigste Thema in Rom, dann gibt es meistens Anlass zur Sorge. Dabei gibt es durchaus wundersame Neuigkeiten zu berichten vom ewigen Gladiator des AS Rom. Zum 400. Mal trug er beim 2:1 in Parma die Kapitänsbinde der Rotgelben, sein 190. Ligator hievte ihn zugleich auf Platz sechs der ewigen Bestenliste der Serie A. So gut in Form ist Totti, 33, dass man ihn womöglich doch bei der WM in Südafrika sehen wird. Zunächst aber geht es im Pokalfinale gegen Inter Mailand um den ersten Titel der Saison. Das Endspiel, die "finalissima", wird im Olympiastadion von Rom gespielt. Also nicht unbedingt an einem neutralen Ort also. Ganz Italien verflucht jetzt diese Ansetzung.

"Der Sport trägt Trauer" 

Denn in der Hauptstadt gibt es nicht nur die AS Romai, es gibt auch Lazio Rom, die Himmelblauen. Und beide Klubs verbindet nicht Rivalität, sie verbindet, wie Lazio-Spieler Cristian Brocchi sagte, "Hass". Brocchi sprach nach einer der skandalösesten Aufführungen in der Geschichte des "calcio". Laien wie Experten musste es vorkommen, als ob Lazio sein Heimspiel gegen Inter absichtlich mit 0:2 verloren hatte, um dem Stadtfeind keine Dienste im Titelkampf zu erweisen (die Roma liegt zwei Punkte hinter den Mailändern). Eine "Schande", zürnte Roma-Präsidentin Rosella Sensi, "der Sport trägt Trauer", sekundierte ihr Sportdirektor Gian Paolo Montali.

Fans drohen Spielern mit Konsequenzen

Schlimm wie bezeichnend: Ihren Ausgang nahm die Farce weniger in einer Boshaftigkeit der Lazio-Spieler, die im Gegenteil noch einen Punkt zum Klassenerhalt benötigen. Hinter der freiwilligen Punktelieferung standen vielmehr die eigenen Anhänger. In den Tagen vor dem Spiel hatten sie den Spielern unmissverständlich mit Konsequenzen gedroht, sollte gegen Inter nicht verloren werden. Vollends gespenstisch ging es dann nach Anpfiff zu: Paraden des Lazio-Torwarts wurden ebenso ausgepfiffen wie Angriffsversuche des eigenen Teams. Bei den Inter-Toren jubelte das ganze Stadion. Vereint standen die Zuschauer nebeneinander, beide Kurven verbindet eine Fanfreundschaft.

Präsidenten stehen unter Polizeischutz 

Wenige Lazio-Spieler, unter ihnen der eingewechselte Thomas Hitzlspeger, fanden in diesem Ambiente den Mut zu einer engagierten Leistung. Der Fußball ist Hass in Rom, und Drohungen aus den mächtigen, straff durchorganisierten Fankurven bedeuten Gefahr für Leib und Leben. Lazio-Chef Claudio Lotito steht wie Amtskollegin Sensi unter Polizeischutz - vor den eigenen Ultras.

Totti als Quell der Eskalation 

Am Montag berichtete Lotito von einer Kugel, die ihm allerdings von einem Roma-Fan zugestellt worden sei, zusammen mit der Drohung: "Wenn ihr Inter nicht schlagt, seid ihr am Ende." Über die Geschichte mit dem Projektil wollte Lotito auch von seinem Klub ablenken, "Lazio muss sich bei niemandem entschuldigen", sagte er. Am Quell der neuerlichen Eskalation zwischen den Klubs, fügte er hinzu, stünden vielmehr Gesten von vor zwei Wochen, die "Lazios Anhängerschaft tief verletzt" hätten. Mehr musste Lotito nicht sagen, jeder wusste, was gemeint war: Nach dem 2:1 im Derby hatte Totti gegenüber den Lazio-Anhängern beide Daumen gesenkt - die an sich harmlose Nummer sollte ihnen mitzuteilen, dass sie zum Abstieg aus der Serie A verdammt seien.

Die Truppen formieren sich 

In dem Klima gegenseitiger Schuldzuweisungen geht es nun auf das Pokalfinale zu. An dem werden wohl nicht nur Inter und die Roma teilnehmen, sondern auch die Lazio-Fans. Die der rechtsextremen Partei Forza Nuova nahestehenden Ultras zählen bereits die Truppen, um ihre Gefechtsstärke zu eruieren. Während dem Spiel wollen sie sich unter die befreundeten Inter-Fans mischen, danach soll um das Stadion herum die nächste Runde in der Schlacht mit den ebenfalls bestens vorbereiteten Roma-Ultras beginnen. Vor zwei Wochen beim Derby gab es schon wüste Zusammenstöße. In der ewigen Stadt explodiert mal wieder der Hass. Ein Finale? Auf diesem Feld nicht in Sicht.

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