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England - FA Cup  

Ballack unterstellt Boateng absichtliches Foulspiel

16.05.2010, 12:36 Uhr | t-online.de, t-online.de

Ballack unterstellt Boateng absichtliches Foulspiel. Ballack lässt sich nach dem rüden Foul von Boateng behandeln. (Foto: Reuters)

Ballack lässt sich nach dem rüden Foul von Boateng behandeln. (Foto: Reuters)

Das Foulspiel, das die Knöchelverletzung bei Michael Ballack hervorrief, hat ein verbales Nachspiel. Der DFB-Kapitän unterstellt Kevin-Prince Boateng, dass er ihn absichtlich gefoult hat. "Man muss so etwas akzeptieren, wenn der Gegenspieler nach dem Ball geht. Aber ich glaube, hier war das nicht der Fall. Ich denke, er ging nach dem Bein." (Der FA-Cup-Sieg von Chelsea und das Foul gegen Michael Ballack im Video.)

Noch keine Kernspintomographie bei Ballack möglich

Der Mittelfeldspieler des FC Chelsea war in der 44. Minute des FA-Cup-Finals zwischen seinem FC Chelsea und dem FC Portsmouth ausgewechselt worden, nachdem Boateng ihn einige Minuten zuvor hart am rechten Knöchel getroffen hatte. Wie schwer die Verletzung ist, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Die Schwellung ist zurzeit noch so stark, dass die Kernspintomographie noch nicht durchgeführt werden konnte. Einige Medien berichten, dass Ballack am Montag nach München zu Nationalmannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt fliegen wollte, um dort die Kernspintomographie machen zu lassen. Unklar ist, ob Ballack wegen des teilweise wieder gesperrten Luftraums überhaupt nach München kommen kann.

Auch Ballacks Berater lässt keine zweite Meinung zu

Der Tritt des gebürtigen Berliners gegen den Nationalmannschafts-Kapitän zementierte das Rüpel-Image Boatengs. "Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut. Das sah schon nach Absicht aus", sagte Ballack. Exakt 29 Tage vor dem deutschen WM-Auftaktspiel gegen Australien humpelte der Star des englischen Meisters FC Chelsea vom Platz. "Alle im Stadion haben gesehen, was passiert ist. Da gibt es keine zwei Meinungen drüber", sagte Ballack-Berater Michael Becker, der offenbar nicht an ein unbeabsichtigtes Foulspiel glaubt. Für Boateng folgte die Strafe auf dem Fuß. Der 23-Jährige verschoss in der 54. Minute einen Foulelfmeter, Chelsea feierte durch das 1:0 das Double.

Löw hätte Rot gezogen

Im Gegensatz zu Becker wollte Bundestrainer Joachim Löw nicht den Stab über dem 41-maligen deutschen Junioren-Nationalspieler brechen. "Das war eigentlich eine Rote Karte, aber ich will ihm keine Absicht unterstellen", betonte Löw, der sich nicht ohne Grund zurückgehalten haben dürfte. Schließlich trifft Löw mit seinem Team im WM-Gruppenspiel am 23. Juni auf die Auswahl Ghanas, in die der Sohn eines Ghanaers und einer Deutschen berufen wurde. Zudem steht Kevins jüngerer Bruder Jerome im Aufgebot der deutschen Auswahl.

Sammers Fern-Diagnose stört Boateng

Im Gegensatz zu Jerome hatte Kevin dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Rücken gekehrt. DFB-Sportdirektor Sammer sah darin schon vor einem halben Jahr keinen Verlust. "Bei Kevin zeigt sich aus meiner Wahrnehmung, dass das rein sportliche Potenzial am Ende allein nicht ausreicht, um Karriere zu machen. Man muss außerdem in der Lage sein, sich einzuordnen", sagte der Europameister von 1996. Diese Kritik wollte der Großneffe des 54er-WM-Helden Helmut Rahn allerdings nicht auf sich sitzen lassen. "Er kennt mich nicht persönlich. Von daher kann er das gar nicht sagen. Ich würde ja auch nie erzählen, dass Matthias Sammer nicht einschlafen kann. Weil ich es nicht weiß", entgegnete Boateng, der im Sommer 2007 für 7,9 Millionen Euro von der Hertha zu Tottenham Hotspur gewechselt war.

Des Kaisers Wort kennt keinen Widerspruch

Doch nicht nur Sammer ist kein Fan von Boateng. Nachdem der Mittelfeldspieler am 8. Februar 2009 den am Boden liegenden Nationalspieler Miroslav Klose in einem Punktspiel zwischen Dortmund und Bayern München getreten hatte, warf ihm Beckenbauer vor, dass er Klose "absichtlich verletzen" wollte. Auch dagegen wehrte sich Boateng. "Das Problem war, dass sich Franz Beckenbauer geäußert hatte und es als Absicht darstellte. Und weil es Beckenbauer sagte, glaubte es jeder", meinte Boateng, der sich nach Ansicht der Berliner Staatsanwaltschaft auch neben dem Platz daneben benommen haben soll. Boateng wird vorgeworfen, am 18. März 2009 mehrere Autos beschädigt zu haben. Trotz der negativen Schlagzeilen um seine Person ist Boateng in England nach wie vor sehr gefragt. Gleich vier Premier-League-Klubs wollen den Deutsch-Ghanaer verpflichten und sind bereit, eine Ablösesumme in Höhe von 6,9 Millionen Euro zu zahlen.

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