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Türkei  

Daum und seine Familie bedroht

16.06.2010, 07:43 Uhr | t-online.de, sid, t-online.de

Daum und seine Familie bedroht. Fühlt sich von seinem eigenen Verein bedroht: Christoph Daum. (Foto: imago)

Fühlt sich von seinem eigenen Verein bedroht: Christoph Daum. (Foto: imago)

Die Situation zwischen Trainer Christoph Daum und Fenerbahce Istanbul droht zu eskalieren. Wie "Bild" berichtet, wurde der beim türkischen Erstligisten arg in die Kritik geratene Coach bedroht. "Wenn du wieder kommst, kann es für dich und deine Familie ungemütlich werden", zitiert Daum in dem Boulevard-Blatt ein namentlich nicht genanntes Vorstandsmitglied.

"Das haben wir als Drohung empfunden und hat uns geschockt", sagte der 56-Jährige, der nun nur noch mit Präsident Aziz Yildirim Gespräche führen will.

Daum hat Pläne in der Tasche

Trotz der Drohung plant Daum, seine Arbeit in der Türkei fortzusetzen. Er werde am Donnerstag nach Istanbul zurückkehren und dem Präsidenten seine Pläne präsentieren, sagte der frühere Stuttgarter Meistertrainer in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Fanatik".

Tumultartige Szenen

Daum war nach der verpassten Meisterschaft Mitte Mai schwer in die Kritik geraten. Am letzten Spieltag kam Fenerbahce nicht über ein 1:1 gegen Tabzonspor hinaus und landete nur auf Platz zwei hinter Bursaspor, das 2:1 gegen Besiktas gewann. Damals spielten sich tumultartige Szenen im Stadion ab, weil der Stadionsprecher Hakan Birgul eine falsche Durchsage machte.

Titel verzockt

In der Nachspielzeit sagte er: "Besikats hat gerade das 2:2 geschossen, wir sind Meister!" Fenerbahce verwaltete daraufhin das Ergebnis, stellte sich fast nur noch hinten rein. Doch wenig später meldete sich Birgul nochmals: "Leider war das das falsche Ergebnis. Bursaspor hat gewonnen." Der Titel war verzockt. Präsident Yildrim soll daraufhin den Stadionsprecher verprügelt haben und kündigte schon das Daum-Ende an. "Wer die Mannschaft nicht zum Meister macht, muss gehen."

Trennung würde zehn Millionen Euro kosten

Eine Entlassung Daums steht immer noch im Raum. Eine Trennung würde den Klub aber schätzungsweise zehn Millionen Euro kosten, schließlich besitzt der Coach noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 am Bosporus.

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