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Real Madrid: Özils erster Auftritt wenig königlich

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Özils erster Auftritt wenig königlich

23.08.2010, 07:41 Uhr | t-online.de, t-online.de

Real Madrid: Özils erster Auftritt wenig königlich. Noch nicht richtig angekommen bei Real: Mesut Özil (Foto: imago)

Noch nicht richtig angekommen bei Real: Mesut Özil (Foto: imago)

Von Jonny Giovanni

Es war ein diskreter Start, das ging schon bei der Rückennummer los. Mit der 26 lief Mesut Özil auf in seinem ersten Spiel für Real Madrid – eine prominentere Ziffer ist momentan noch nicht erhältlich, dafür muss erst die "Operation Abgang" anlaufen, sprich: der Klub seinen aufgeblähten Kader reduzieren.

Auch auf dem Platz hinterließ Özil fürs erste wenig Unvergessliches, im Testkick am Sonntagabend bei Aufsteiger Hércules Alicante. Aber darauf kam es ja auch nicht in erster Linie an. Was zählte, war, dass er debütierte im königlichen Trikot, übrigens an gleicher Stelle wie vor neun Jahren der Franzose Zinedine Zidane – den Özil, nicht unclever, in jüngster Zeit häufig als sein Vorbild angibt.

Özil Reals derzeitiger Stareinkauf

Bis zur Karriere von dem in Madrid hoch verehrten Zidane ist es natürlich noch ein weiter Weg. Doch wie einst für den von Juventus Turin abgeworbenen Maestro rollten die gefürchteten Sportzeitungen der Hauptstadt in den vergangenen Tagen auch für Özil den roten Teppich aus. Nach seiner starken WM, mit seinem Profil zudem als technischer, kreativer Spieler ist er der aktuelle Stareinkauf der Madrilenen, die sich diesen Sommer ansonsten für ihre Verhältnisse eher zurück gehalten haben auf dem Transfermarkt – nur rund 80 Millionen Euro wurden ausgegeben, im Vergleich zu knapp 260 Millionen im Jahr zuvor.

Jedenfalls war die Vorfreude auf seinen ersten Einsatz beträchtlich, und immerhin in einer Szene zeigte er schon, was er mal wert sein könnte für den spanischen Rekordmeister. Sein wunderbarer Pass diagonal durch die Viererkette wurde von Mit-Neuzugang Ángel Di María jedoch nicht verwertet. Ansonsten hatte der Deutsche wenige Ballkontakte, was aber nach fünf Tagen beim neuen Team auch nicht groß verwundern konnte.

Khedira in der Presse gelobt

Nach 59 Minuten war sein Debüt dann beendet, gleiches galt für den Einsatz von Sami Khedira. Der Landsmann, nach einer schwächeren Vorstellung beim letzten Testspiel in Lüttich schon in die Kritik gekommen, rehabilitierte sich in Alicante mit einer guten Partie. Höhepunkt: seine Vorarbeit zum 1:1 von Karim Benzema. "Viel besser der Ex-Stuttgarter als Mesut", urteilte "Marca", nicht ohne zu erläutern: "Er ist ja auch schon länger da". Das Spiel gewann Madrid am Ende mit 3:1 durch ein weiteres Tor von Benzema und eines von Di María, wobei die Spieler aus der zweiten Reihe durchweg auffälliger agierten als die vermeintlichen Stammkräfte.

Rafael van der Vaart etwa oder eben Benzema. Den hatte sein neuer Trainer José Mourinho im Training vor ein paar Tagen deutlich zurechtgewiesen: "Ginge es nach dir, müsste ich um zwölf Uhr trainieren lassen, denn um zehn kommst du schlafend und um elf schläfst du immer noch." Es war offenbar eine hilfreiche Ansprache für den hochbegabten, aber zum Phlegma neigenden Franzosen. "Benzema wacht um elf Uhr auf", dichtete "Marca" nun. Um diese Uhrzeit, wenn auch nachts, begann in Alicante die zweite Halbzeit, zu der Benzema eingewechselt wurde.

Alle Spieler bekommen ihre Chance

Die Testeindrücke sind diesen Sommer besonders wichtig in Madrid, weil sich die Mannschaft im Umbruch befindet. Nach den Abgängen von Raúl und Guti ist außer Casillas kein Spieler länger als eine Hand voll Jahre dabei. Weil der Torwart bei Herculés geschont wurde, trugen so ungalaktische Profis wie Marcelo und Fernando Gago die Kapitänsbinde des berühmtesten Fußballklubs der Welt. Aber Mourinho sind Namen egal, er gibt allen Spielern eine Chance, jedenfalls bis Sonntag.

Dann, beim Ligaauftakt auf Mallorca, muss die Equipe stehen. Der Raum für Ausrutscher ist minimal, denn es gibt in Spanien ja momentan diese Jahrhundertmannschaft aus Barcelona, und die machte am Samstag mit einem lockeren 4:0 im Supercup gegen den FC Sevilla in altbekanntem Stil weiter. Schon voriges Jahr verpasste Real die Meisterschaft trotz 31 Siegen in 38 Spielen und über 100 Toren – weil Barcelona noch einen Punkt besser war.

Real muss die Fans noch überzeugen

Zunächst aber geht am Dienstag der Testspielreigen zu Ende. Peñarol Montevideo kommt zur Partie um die "Trophäe Santiago Bernabéu". Für Özil und Khedira wie für ihren Trainer bedeutet das: Heimdebüt und eine erste Gelegenheit, bei den eigenen Anhängern den – momentan nicht allzu großen – Glauben zu nähren, dass es trotz Barcelona etwas werden kann mit dem Titel. So richtig spricht dafür nämlich eigentlich nur die sagenhafte Erfolgsbilanz von Mourinho. Und seit seinem Sieg gegen Barcelona mit Inter Mailand im Champions-League-Halbfinale der Vorsaison gilt er zudem als begnadeter Gegengiftmischer zur Abwehr katalanischer Allmacht.

Doch wird dabei manchmal vergessen, wie glücklich die Ergebnisse zustande kamen, zum 3:1 im Hinspiel musste Barcelona wegen der Aschewolke einen strapaziösen Bustrip auf sich nehmen, beim 0:1 im Rückspiel profitierte Inter davon, dass dem Gegner zu Unrecht das Tor zum Weiterkommen aberkannt wurde.

Özil soll wieder für Kreativität sorgen

Mourinhos jetzige Herausforderung ist immens. Erfolge werden sowieso verlangt, aber dazu muss er in Madrid schöneren Fußball bieten als an seinen vorherigen Stationen in Porto, Chelsea und Mailand – die Fans verlangen das, schon immer und momentan mehr denn je, sie sehen schließlich jedes Wochenende, was Barcelona macht. Über die Verpflichtung von Özil hat man sich daher besonders gefreut, denn vom Spielertyp her wird ihm Ähnliches zugetraut, wie es Xavi, Iniesta oder Messi beim Erzrivalen zelebrieren.

"Er wird uns sehr helfen bei der Kreation des Spiels", sagt Mourinho. Wie nötig Real Madrid in diesem Bereich neue Impulse hat nach all den verkorksten Jahren (sechs ohne Viertelfinale in der Champions League), zeigt übrigens auch die Sache mit den Rückennummern. Die Nummer zehn zum Beispiel, das klassische Hemd des Spielmachers, trägt der Defensivmann Lassana Diarra.

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