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Nach Messi-Foul: Presse kritisiert Übeltäter Ujfalusi

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Presse kritisiert Übeltäter Ujfalusi

20.09.2010, 14:45 Uhr | dpa, dpa

Nach Messi-Foul: Presse kritisiert Übeltäter Ujfalusi. Tomas Ujfalusi steht in der Kritik der spanischen Presse. (Foto: imago)

Tomas Ujfalusi steht in der Kritik der spanischen Presse. (Foto: imago)

Ganz Spanien ist sauer auf einen Mann: Tomas Ujfalusi. Superstar Lionel Messi wurde beim 2:1-Sieg seines Klubs FC Barcelona bei Atlético Madrid von Ujfalusi so brutal umgetreten, dass den TV-Zuschauern vor Schreck der Atem stockte. Der frühere HSV-Profi hatte dem besten Fußballer der Welt seine Stollen mit solcher Wucht gegen den rechten Knöchel gerammt, dass das Fußgelenk komplett umknickte.

Messi wurde weinend auf einer Trage vom Platz gebracht. Der lädierte Knöchel war dick angeschwollen. Auf Krücken verließ der Dribbelkünstler das Madrider Calderón-Stadion. Jetzt gaben die Barca-Mannschaftsärzte Entwarnung: Messi hat sich keinen Knochenbruch zugezogen. Der Weltfußballer des Jahres 2009 habe eine Bänderdehnung erlitten und müsse wenigstens anderthalb Wochen pausieren.

Spanische Presse kritisiert Ujfalusi scharf

Die Bilder von dem brutalen Foul des Atlético-Verteidigers und dem lädierten Fußgelenk des Torjägers lösten in Spanien eine Welle der Empörung aus. Die Presse stellte den Tschechen Ujfalusi, der für seine Attacke die Rote Karte erhielt, als "Holzhacker" und "Treter" an den Pranger. "Das war ein Angriff auf die Kunst des schönen Fußballs", empörte sich das Fachblatt "Sport". Das Konkurrenzblatt "El Mundo Deportivo" bezeichnete das Foul als "schlichtweg kriminell", und die Zeitung "El Periódico" meinte: "Messi wurde gejagt und erlegt."

Dem Übeltäter mit der Rockermähne, der von 2000 bis 2004 für den Hamburger SV gespielt hatte, droht nun eine längere Sperre. Der Schiedsrichter hielt nämlich im Spielbericht ausdrücklich fest, dass Ujfalusi bei dem Foul keine Chance hatte, den Ball zu spielen. Das Sportblatt "Marca" forderte: "Ujfalusi sollte für längere Zeit von den Fußballplätzen ferngehalten werden, damit er ordentlich Zeit hat, sich zu schämen."

Frustfoul von Ujfalusi?

Dabei war die Partie zum Zeitpunkt des Foulspiels praktisch entschieden. Es lief bereits die Nachspielzeit, Barca kontrollierte das Spiel souverän und hätte statt mit 2:1 auch mit 4:1 oder 5:1 in Führung liegen können. Mit dem Foul an Messi entlud sich wahrscheinlich nur der enorme Frust von Ujfalusi darüber, dass der Argentinier immer wieder mit dem Ball am Fuß durch die Atlético-Abwehr spazierte - gerade so, als hätte er die Lederkugel mit einem unsichtbaren Faden an sein Bein festgebunden.

Der 32-jährige Tscheche war in letzter Zeit eigentlich nicht als rüder Treter in Erscheinung getreten, sondern hatte zu den tragenden Säulen im Team des Europa-League-Siegers gehört. Er dürfte selbst darüber erleichtert sein, dass die Verletzung von Messi sich als halbwegs glimpflich erwies. So bleibt ihm ein Schicksal wie das von Andoni Goikoetxea erspart. Der Baske wird Zeit seines Lebens als der Fußballer in Erinnerung bleiben, der im September 1983 dem damaligen Barca-Star Diego Maradona das Bein brach. Das "brutalste Foul der Fußballgeschichte", wie es damals hieß, brachte dem Athletic-Verteidiger den Beinamen der "Schlächter von Bilbao" ein.

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