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England - Premier League  

Neue Besitzer für den FC Liverpool

06.10.2010, 10:51 Uhr | dpa, dpa

Neue Besitzer für den FC Liverpool. Die Fans des FC Liverpool wollen keine amerikanischen Besitzer haben. (Foto: imago)

Die Fans des FC Liverpool wollen keine amerikanischen Besitzer haben. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Für den hoch verschuldeten englischen Rekordmeister FC Liverpool hat sich ein Käufer gefunden. Der Vorstand der Reds stimmten einem Angebot des amerikanischen Unternehmens New England Sports Ventures (NESV) zu, dem unter anderem das Baseballteam Boston Red Sox gehört.

"Ich bin froh, dass wir den Verkaufsprozess abschließen konnten", sagte Liverpool-Vorsitzender Martin Broughton. "Das Angebot von NESV hat unseren Kriterien am meisten entsprochen. Ihre Philosophie dreht sich ums Gewinnen, wie sie mit den Red Sox bewiesen haben."

"Noch-Besitzer haben versucht, das Geschäft zu verhindern"

Der Liverpool-Vorstand habe dem Gebot nach ausführlichen Gesprächen in Boston, London und Liverpool zugestimmt, sagte Broughton weiter. "Indem es die Last der Übernahmeschulden nimmt, erlaubt uns das Gebot, uns auf Investitionen in die Mannschaft zu konzentrieren." Einzelheiten zum Kaufpreis teilte Broughton nicht mit, tadelte aber das Verhalten der Noch-Besitzer, der US-Unternehmer Tom Hicks und George Gillett. "Sie haben alles versucht, um das Geschäft zu verhindern."

Die bei Liverpool-Fans mittlerweile verhassten Hicks und Gillett hatten den Verein Anfang 2007 für rund 174 Millionen Pfund übernommen, den Kauf aber ausschließlich mit Schulden finanziert. Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 351,4 Millionen Pfund, als Hicks und Gillett den Verein diesen April für 600 Millionen Pfund wieder zum Kauf anboten. Hicks und Gillett haben den Verkauf mit der Begründung zu verhindern versucht, das NESV-Angebot sei zu niedrig.

Premier League muss noch zustimmen

Nach britischen Medienberichten zahlt NESV nun rund 300 Millionen Pfund. Genug, um die größten Bankschulden und -gebühren von 280 Millionen Pfund an die mittlerweile in Staatsbesitz befindlichen Royal Bank of Scotland auszulösen, die Ende nächster Woche fällig sind. Die Übernahme bedarf noch der Zustimmung der englischen Premier League.

Doch die bisherigen Eigner verlangen weiter das Doppelte - 600 Millionen Pfund - und wollen den Verkauf noch mit rechtlichen Schritten zu Fall bringen. "Dramatisch unterbewertet" werde der Klub durch das NESV-Gebot, erklärten die bei den Liverpool-Fans verhassten Ex-Besitzer, die den Verein immer tiefer in die Schuldenkrise stürzten. Zuvor hatten sie versucht, Mitglieder des von ihnen selbst bestellten Vorstand zu entlassen und durch Strohmänner wie Hicks Sohn Mack zu ersetzen.

In der englischen Königsklasse ging es mit Liverpool zuletzt bergab. Die Reds erreichten in der abgelaufenen Saison nur Rang sieben, was zur Trennung von Trainer Rafael Benitez führte. Nach einem enttäuschenden Saisonstart unter dem neuen Trainer Roy Hodgson steht Liverpool als Drittletzter aktuell auf einem Abstiegsplatz.

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