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Rotterdam ringt mit 0:10 - Holland lacht über "Trottel in Gelb"

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Rotterdam ringt mit 0:10

25.10.2010, 15:10 Uhr | dpa, dpa

 Rotterdam ringt mit 0:10 - Holland lacht über "Trottel in Gelb". Der Schock sitzt tief nach der Blamage gegen Eindhoven: Feyenoord-Spieler Indi, Bruins and Auassar (v. li.) (Foto: imago)

Der Schock sitzt tief nach der Blamage gegen Eindhoven: Feyenoord-Spieler Indi, Bruins and Auassar (v. li.) (Foto: imago)

Größer als die Wut der Fans war nur noch ihre Traurigkeit. Am Morgen nach dem irrwitzigen 0:10 von Feyenoord Rotterdam gegen den PSV Eindhoven, den zweiten Erzrivalen neben Ajax Amsterdam, waren die Anhänger des niederländischen Traditionsclubs noch immer fassungslos. (Feyenoords 0:10-Pleite: Hier alle Tore im Video ansehen!) "Ich will es nicht glauben", war in der Hafenmetropole oft zu hören. "Hier herrscht allgemeine Bestürzung", sagte ein Rundfunkreporter. "Sonnenstrahlen haben Rotterdam geweckt, doch über Feyenoord hängen schwarze Wolken."

"Einfältig, jämmerlich und schändlich", titelte die Zeitung "Volkskrant". In ihren leuchtend gelben Auswärtstrikots hätten die zumeist recht jungen Feyenoorder mitleiderregend gespielt, wie "Trottel in Gelb". Zweistellig hatte der Klub noch nie verloren. Und selbst das bislang als schlimmste Niederlage geführte Spiel vom 18. September 1983 war nicht so demütigend. Damals kassierte Feyenoord von Ajax acht Tore, schoss aber zur Ehrenrettung wenigstens zwei.

Im Überblick Ergebnisse und Tabelle der holländischen Liga

Eindhoven feiert die ganze Nacht

Ganz anders die Stimmung im 110 Kilometer von Rotterdam entfernten Eindhoven. Fans des 1913 von Mitarbeitern des Weltkonzerns Philips gegründeten Klubs feierten die ganze Nacht. Der Triumph war zwar bereits der dritte 10:0-Sieg in der PSV-Vereinsgeschichte, aber er war durchaus sensationeller als die beiden ersten - 1973 gegen die Go Ahead Eagles und 1998 gegen den FC Volendam.

Nie war der Klassenunterschied zwischen dem PSV, dem 21-fachen Landesmeister (zuletzt 2008), und dem 14-fachen Meister aus Rotterdam (zuletzt 1999) derart groß. Anfangs hatte es nach einem normalen Match zwischen dem Tabellenführer und dem Team auf Rang 15 ausgesehen. Zwei unterschiedlich starke Mannschaften, die aber durchaus beide zu Recht in der Eredivisie spielen. Selbst nachdem Kevin Leerdam in der 34. Minute beim Stand von 0:1 Gelb-Rot sah, ließen die Rotterdamer bis zur Halbzeit nur ein weiteres Tor zu. Dann aber begann das Schützenfest mit im Durchschnitt einem PSV-Treffer alle fünf bis sechs Minuten.


Trainerfrage wird gestellt

Sicher war misslich, dass Kapitän Leroy Fer schon früh mit einer Knieverletzung ausschied. Auch dass Feyenoord heute noch eine junge Mannschaft im Aufbau ist, mit durchaus guten Talenten, hielten die Sportberichterstatter dem Klub zugute. Dennoch ist klar, dass nun die Trainerfrage gestellt ist. "Gleich nach dem Spiel habe ich meine Funktion zur Diskussion gestellt", sagte der 46-jährige Coach Mario Been, der seine Laufbahn bei Feyenoord 1982 als Mittelfeldspieler begonnen hatte. Keiner wollte reagieren, berichteten Insider. "In der Kabine herrschte Schweigen."

Die Klubleitung hingegen äußerte sich eindeutig. Auf die Frage, ob der "Hammerschlag von Eindhoven" nicht ein "Misstrauensvotum der Spieler gegen den Trainer" gewesen sei, antwortete Klubdirektor Eric Gudde mit einem klaren "Nein". Been habe trotz allem das Vertrauen des Teams. "Wir sind an einem Tiefpunkt, aber wir haben die Kraft, da rauszukommen", fügte der Technischer Direktor Leo Beenhakker hinzu.

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