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Diego Maradona feiert fünfzigsten Geburtstag

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Der Held des Volkes wird 50

30.10.2010, 07:00 Uhr | t-online.de, t-online.de

Diego Maradona feiert fünfzigsten Geburtstag. Diego Maradona im Jahre 1991. Damals stand der Argentinier beim SSC Neapel unter Vertrag. (Foto: imago)

Diego Maradona im Jahre 1991. Damals stand der Argentinier beim SSC Neapel unter Vertrag. (Foto: imago)

Von Jonny Giovanni

Diego Maradona wäre nicht Diego Maradona, wenn es nicht auch mit seiner Geburtstagsfeier etwas kompliziert wäre. Am heutigen Samstag wird er 50, und vor allem anderen gilt es natürlich erst mal zu gratulieren und der Freude Ausdruck zu verleihen, dass er diesen Ehrentag überhaupt noch erleben darf. Sah ja nicht immer danach aus. Die Frage ist jetzt allerdings: Wo kann er feiern? Ursprünglich stand mal Neapel im Raum. Aber wegen seiner Steuerschulden, rund 37 Millionen Euro, ist die Reise nach Italien nicht ratsam. (Foto-Serie: Maradonas Karriere in Bildern).

Trotzdem werden sie ihn auf dem zentralen Platz der Stadt hochleben lassen und eine Statue zu seinen Ehren enthüllen, was eine Menge erzählt über das große Wirken des kleinen Argentiniers. Ja, er hat Geld hinterzogen, ja er hat sich mit der Camorra eingelassen und mehr Kokain geschnupft, als die meisten Menschen überleben würden. Aber er ist immer und trotz allem noch: ein Held. Ihr Held, der Held des Volkes.

Wer ist der beste Fußballer der Geschichte?

Da Pelé letzte Woche 70 wurde, drängt sich dieser Tage ja auch mal wieder die ewige Debatte auf, wer denn der Beste der Geschichte ist. Sie ist rein fußballhistorisch kaum zu beantworten, denn die beiden spielten zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Positionen, und dann gab es ja auch noch andere, die nicht so schlecht waren, etwa Cruyff, Beckenbauer, Platini, und es gibt jetzt Lionel Messi. Weniger schwierig ist die Antwort allerdings beim Thema, wer der meistgeliebte Fußballer der Geschichte ist. Wer die meiste Wirkung auf die Gesellschaft hatte. Das kann nur Maradona sein.

Maradona erzielt das Tor des Jahrhunderts

In Neapel und Argentinien sehen sie in dem "pibe de oro", dem Goldjungen, mehr als nur einen Sportler. Sie sehen in ihm einen Befreiungskämpfer. In beiden Fällen ist das untrennbar mit den Umständen verknüpft, unter denen er seine Kunst zeigte. Maradona schoss nicht nur Tore. Maradona rächte eine Stadt bzw. ein ganzes Volk. Sein berühmtestes Spiel erzählt eigentlich schon fast die ganze Geschichte. 1986, das WM-Viertelfinale gegen England, die Hand Gottes zum 1:0 und dann dieser unglaubliche Sololauf zum 2:0. In den Augen der Weltöffentlichkeit hat das zweite Tor, später gewählt zum Tor des Jahrhunderts, den Betrug beim ersten Tor in gewisser Weise geheilt. Für die Argentinier waren beide Tore immer gleich schön, denn es ging gegen England. Vier Jahre zuvor war man im Falkland-Krieg von den Briten gedemütigt worden. Jetzt zeigte sich der kleine Maradona gleich auf zwei Ebenen überlegen, der List und dem Talent.


Seinem Mythos war es natürlich zuträglich, dass er Argentinien weiter bis zum WM-Sieg führte. Er. Nie war die Konzentration auf einen einzigen Spieler so angemessen, denn umgeben war Maradona von Mitläufern. Valdano und Burruchaga, die beiden Stürmer, fallen einem noch ein, aber sonst? Pumpido – Cuciuffo, Brown, Ruggeri – Olarticoechea, Batista, Giusti, Enrique – im Ernst, wie viele davon hätten Sie noch zusammen bekommen?

Maradona führt Neapel zum Uefa-Cup-Sieg

Ähnlich war die Lage in Neapel. Ähnlich, weil er dort zwar schon namhafte Mitspieler hatte, Careca, Carnevale, Alemão, Di Napoli, Ferrara. Aber weil man jetzt auch nicht so perfekt besetzt war wie die Mailänder Klubs und vor allem, weil es sich um einen Verein handelte, der keine Tradition im Gewinnen hatte. Erst mit Maradona kamen die ersten Meistertitel, 1987 und 1990, und der erste Europapokalsieg, der Uefa-Cup-Sieg 1989.


Wäre Maradona beim FC Barcelona geblieben, wo er bis 1984 spielte, er hätte wohl ebenfalls eine große Karriere gehabt und vielleicht mehr Titel gewonnen. Aber er wäre nie ein Idol geworden wie in Neapel, wo sein Porträt bis heute neben Marienbildern in den dunklen, schmuddeligen Gassen hängt. Wo sie ihn, mit allen Schwächen, wie einen Gott verehren, weil sie auch Schwächen haben, aber er gezeigt hat, dass sie trotzdem gewinnen können: der Scudetto 1987 war der erste überhaupt für ein Team vom süditalienischen Festland. So wie er ein verarmtes, geschundenes Argentinien doch noch über die Erste Welt triumphieren ließ, so durften dank ihm die Neapolitaner mal den arroganten Norden des Landes bezwingen.

Herzlichen Glückwunsch, Diego

Maradona hat nicht nur in großen Mannschaften gestanden. Er hat sie groß gemacht. Das nennt man wohl Genie, und deshalb ist er, wenn nicht der Beste, dann zumindest der Größte aller Zeiten. Und damit Herzlichen Glückwunsch, Diego.

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