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Casey statt Beckham - Aus dem Schatten der Galaktischen

20.11.2010, 08:39 Uhr | Aus Toronto berichtet Patrick Brandenburg, t-online.de

Casey statt Beckham - Aus dem Schatten der Galaktischen. Feste Größe in Colorado: Conor Casey (Foto: imago)

Feste Größe in Colorado: Conor Casey (Foto: imago)

Statt David Beckham steht nun Conor Casey im BMO Field in Toronto. Im Gegensatz zum Glamourboy des Weltfußballs hat es der frühere Bundesliga-Stürmer ins Endspiel um die amerikanische Meisterschaft geschafft. Kaum bedrängt und ziemlich entspannt gibt der 29-Jährige den Journalisten Auskunft: über die Aussichten seines Teams im Finale der Major League Soccer MLS in der Nacht zu Montag; über Endspielgegner FC Dallas; über seine grandiose Saison für die Colorado Rapids; und für den deutschen Reporter: über seine früheren Stationen Borussia Dortmund und Mainz 05 und seinen ehemaligen Trainer Jürgen Klopp.

Es klingt vielleicht verrückt, aber dass ein Spieler wie Casey, dem in sieben Jahren Bundesliga und 2. Bundesliga nie der Durchbruch gelang, nun zu den Helden der MLS gehört, spricht nicht gegen Nordamerikas Fußball-Liga, sondern gerade für sie. Teamplayer wie er liefern den Beweis, dass die Liga funktioniert.

Vorurteil der Operettenliga längst Geschichte

Nicht nur, weil sie eine Nische gefunden hat, der Zuschauerschnitt von gut 18.000 Fans pro Spiel mittlerweile an europäische Ligen heranreicht und der nächste Schub bevorsteht, sollten die Vereinigten Staaten in gut zwei Wochen von der FIFA die WM 2022 zugesprochen bekommen. Sondern vor allem, weil die US-Klubs mit Spielern wie Casey als Mannschaften funktionieren und das früher stets bemühte Vorurteil der Operettenliga längst Geschichte ist. Superstars alleine, wie Beckham bei L.A. Galaxy oder Thierry Henry bei Red Bull New York, bringen keine Titel.

Underdogs haben sich ins Finale gearbeitet

Während die telegenen Klubs Galaxy und Red Bull, die in Landon Donovan und Rafael Marquez über weitere große Namen verfügen, in den Playoffs gescheitert sind und das TV-Traumfinale platzte, haben sich die Underdogs Colorado und Dallas die Finalkarten hart erkämpft. Es sind so genannte "blue collar teams“, Mannschaften, die Fußball arbeiten, allen Widrigkeiten zum Trotz. So mussten beide Überraschungsfinalisten zu Beginn der Saison Fehlstarts geradebiegen. Dallas qualifizierte sich nur als Dritter und Colorado sogar nur als Fünfter der Western Conference für die K.-o.-Runde. Dabei haben beide Teams nicht einmal einen Trikotsponsor. Das gilt sonst nur für zwei weitere der 18 Klubs der auf Wachstum programmierten MLS, die in den kommenden zwei Jahren um drei Teams aufgestockt wird. Eins in Portland und zwei in Kanada: Vancouver und Montreal.

Colorado leichter Außenseiter

Im diesjährigen Finale im Stadion des FC Toronto, der sich kürzlich spektakulär die Beraterdienste des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann sicherte, ist Colorado leichter Außenseiter. Das in Denver beheimatete Team hat in Casey und Sturmpartner Omar Cummings zwar das beste Angriffsduo der Liga - der Amerikaner und der Jamaikaner haben bislang 27 Treffer erzielt, und Casey steuerte weitere sechs Torvorlagen bei. Auch bürgt US-Nationalspieler Pablo Mastroeni für viel Qualität und Routine im Mittelfeld. Doch einige Details sprechen eher dafür, dass die Rapids des britischen Trainers Gary Smith auch ihr zweites Finale nach 1997 verlieren.

19 Spiele ohne Niederlage sprechen deutliche Sprache

Denn Final-Debütant Dallas hat das etwas ausgeglichenere Team. Nach holprigem Start in die Saison hat sich die Mannschaft von Trainer Schellas Hyndman stabilisiert und zwischenzeitlich mit 19 Spielen ohne Niederlage sogar einen MLS-Rekord aufgestellt. In den Playoffs warf Dallas zunächst den Titelverteidiger Real Salt Lake aus dem Rennen und stoppte dann den Favoriten Galaxy. In dem Kolumbianer David Ferreira wissen die "Toros" zudem den wertvollsten Spieler der Saison in ihren Reihen. Auf der Ersatzbank brennt Edeljoker Jeff Cunningham auf einen Einsatz. Mit seinem nächsten Treffer, dem 133., würde er in der Ewigen Torschützenliste der MLS die Führung übernehmen. Und im Tor steht der momentan vielleicht beste Keeper der Liga: Kevin Hartman.

Casey: "Klopp war ganz okay"

Aber vielleicht gelingt es ja gerade Conor Casey, den Dallas-Routinier zu bezwingen. Der bullige Stürmer hat sich ganz schön gemausert, seit er im Jahr 2000 mit großen Hoffnungen nach Deutschland wechselte, in gut sieben Spielzeiten bei Borussia Dortmund, Hannover 96, dem Karlsruher SC und schließlich Mainz 05 aber nur mäßig erfolgreich war. Ein großer Techniker wird wohl nicht mehr aus ihm, aber seit der Rückkehr in seine Heimatstadt Denver hat er in jeder Saison zehn Treffer oder mehr geschossen. In dieser Form hätte er bestimmt auch mehr Spaß mit Jürgen Klopp gehabt. Über seinen früheren Mainzer Coach, der im Augenblick als Trainer von Spitzenreiter Borussia Dortmund überschwänglich gefeiert wird, sagt er mit einem Augenzwinkern nur: "Er war ganz okay."

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