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Tod eines Lazio-Fans: Polizist muss drei Jahre länger in Haft

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Berufungsprozess verlängert Haftstrafe um drei Jahre

02.12.2010, 13:24 Uhr | t-online.de, t-online.de

Tod eines Lazio-Fans: Polizist muss drei Jahre länger in Haft. Fans von Lazio Rom gedenken dem verstorbenen Gabriele Sandri. (Foto: imago)

Fans von Lazio Rom gedenken dem verstorbenen Gabriele Sandri. (Foto: imago)

Im Berufungsprozess um den Tod des Lazio Rom-Fans Gabriele Sandri im Jahre 2007 ist der wegen Mordes angeklagte italienische Verkehrspolizist Luigi Spaccatorella zu einer Haftstrafe von neun Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Im Gegensatz zur ersten Verhandlung, bei der der Richterspruch noch "fahrlässige Tötung" hieß, entschied das Gericht nun auf "Totschlag mit bedingtem Vorsatz" und erhöhte die Strafe um drei Jahre.

Der 27-Jährige Sandri war auf einer Autobahnraststätte von einer Kugel aus der Waffe des Beamten getroffen und getötet worden. Er befand sich mit weiteren Anhängern von Lazio auf der Fahrt zum Auswärtsspiel seines Vereins bei Inter Mailand. Der Schuss fiel, als es zu Auseinandersetzungen der Gruppe mit Fans von Juventus Turin kam.

Zufall oder gezielter Schuss?

Der Rechtsanwalt des Polizisten forderte einen Freispruch für seinen Mandanten. Der tödliche Schuss habe sich versehentlich gelöst. Der Polizist, der bei der Berufungsverhandlung nicht anwesend war, hatte zuvor ausgesagt, dass er zuerst einen Warnschuss abgefeuert und sich dann beim Laufen ein zweiter Schuss gelöst habe. "Ich habe auf niemanden gezielt", sagte Spaccatorella.

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Zu dem zweiten Schuss hätte es jedoch gar nicht kommen dürfen. Gemäß einer Dienstvorschrift hat der Polizist die Waffe nach dem Warnschuss wegzulegen. Ermittlungen zufolge war die Kugel durch die Heckscheibe von Sandris Auto eingedrungen. Die Familie des Opfers behauptet, der Verkehrspolizist habe den Lazio-Fan gezielt ins Visier genommen. Auch viele übereinstimmende Zeugenaussagen beschreiben, dass der Beamte mit ausgestreckten Armen auf das abfahrende Auto der Lazio-Anhänger geschossen hatte.

Solidarität auf der ganzen Welt

Die Polizei war nach dem tragischen Vorfall noch mehr Zielscheibe als vorher schon. Der Tod des Fans schlug große Wellen - nicht nur in Italien. Vor vielen Spielen der Serie A kam es zu heftigen Ausschreitungen. Polizisten wurden gezielt angegriffen. Auf der ganzen Welt gedachten Fans dem gestorbenen Sandri mit Spruchbändern.

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