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FC Barcelona: Messi und Co. spielen in einer eigenen Liga

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Messi und Co. spielen in einer eigenen Liga

31.12.2010, 12:57 Uhr | Von Jonny Giovanni , t-online.de

FC Barcelona: Messi und Co. spielen in einer eigenen Liga. Lionel Messi bejubelt ein Jahr mit mehr Toren als Spielen für den FC Barcelona. (Foto: imago)

Lionel Messi bejubelt ein Jahr mit mehr Toren als Spielen für den FC Barcelona. (Foto: imago)

Wer das Fußballjahr 2010 resümiert, kommt nicht vorbei an Eyjafjallalökull, dem Vulkan. Nur seiner Asche konnte es wohl gelingen, den FC Barcelona zu stoppen. Zweitägige Busanreise statt anderthalbstündigem Flug zum Champions-League-Halbfinale nach Mailand, etwas müdere Beine, ein bisschen weniger Konzentration, dazu schwache Schiedsrichter – und tatsächlich verpasste diese Wundermannschaft den erneuten Titel in Europa.

Es blieb der einzige Makel. Andere Titel hat Barcelona gewonnen, nicht zuletzt in seiner B-Version als spanische Nationalmannschaft auch die Weltmeisterschaft. B-Version, weil ohne Lionel Messi. Der Argentinier, ohne Zweifel der beste Fußballer seiner, wenn nicht gar aller Zeiten, schoss im abgelaufenen Kalenderjahr 58 Tore in 53 Spielen, so viele wie nie einer zuvor in den großen Ligen Europas. Am 10. Januar in Zürich wird aus ihm sowie seinen Klubkollegen Xavi und Iniesta der Spieler des Jahres gekürt. Alle drei Barca. Von Champions-League-Sieger Inter Mailand schaffte es keiner unter die letzten Drei.

Unvergessliche Momente in London und gegen Real

Das ist einerseits vielleicht ein bisschen ungerecht, andererseits aber auch folgerichtig. Denn mal ehrlich, wer erinnert sich schon noch groß an Inter Mailand? Nicht allein der Erfolg bestimmt im Fußball das Vermächtnis, es geht auch um den Stil. Und da hat Barcelona im abgelaufenen Jahr die eigenen hohen Maßstäbe noch einmal überboten. Wer im Frühjahr die erste halbe Halbzeit des 2:2 im Viertelfinal-Hinspiel beim FC Arsenal gesehen hat oder vor einem Monat das 5:0 gegen Real Madrid, wird das nicht wieder vergessen: Es waren Minuten, in denen der Fußball die Perfektion küsste.

Das Gerüst dieser Mannschaft – Valdés, Puyol, Piqué, Alves, Busquets, Xavi, Iniesta, Messi – wird man noch in Jahrzehnten herunterbeten können. Bis auf Alves entstammen alle der eigenen Jugend, wie auch Trainer Pep Guardiola. Die Erziehung in derselben Philosophie ist Voraussetzung für die umwerfende Harmonie dieses Ensembles. Menschlich teilen seine Mitglieder die Absage an Egozentrik und Allüren. Sportlich das Ideal, so oft, lange und virtuos wie möglich den Ball in den eigenen Reihen zu haben.

Disziplin und Ethos als Voraussetzung

Besonders in diesem Bereich hat das Team in den zurückliegenden Wochen noch mal einen Schritt nach vorn gemacht. Beim vorletzten Ligaspiel gegen Real Sociedad spielte Barcelona 938 Pässe, mehr wurden seit Einführung der entsprechenden Statistiken nie gezählt (zum Vergleich: in der Bundesliga hält der FC Bayern die Bestmarke mit 716 Pässen 2009 gegen Nürnberg). Der Grund für die Steigerung liegt in der verbesserten Balleroberung, einem Lieblingsthema von Trainer Guardiola. Wenn wir den Ball haben, können die anderen uns nicht wehtun, so sein Credo. Deshalb muss er so schnell wie möglich erkämpft werden.

Hinter all der Kunst des FC Barcelona verstecken sich so auch enorme taktische Disziplin und ein tadelloses Berufsethos. Die aktuelle Mannschaft um Xavi und Messi wird – anders als ihre Vorgängerelf um Ronaldinho und Deco – nicht satt ob all der Erfolge und Elogen, sie wird ihr Ligaspiel am Sonntag gegen Levante nicht minder motiviert angehen als ein Finale der Champions League. Für ihre Rivalen macht das den Job so wahnsinnig undankbar. Allen voran für Real Madrid.

Real hält gut dagegen

Die Hauptstädter verdienen alle Anerkennung dafür, dass sie schon in der zweiten Saison in Folge auf Tuchfühlung bleiben. Dem Barca-Punkterekord von 103 im Kalenderjahr 2010 konnten sie 98 eigene entgegensetzen, ob errungen vorige Saison unter Trainer Manuel Pellegrini oder jetzt unter José Mourinho. Doch als sie sich schon wieder als echte Herausforderer sahen, kam dieses 0:5, dessen psychologische Folgen selbst der portugiesische Entertainer auf der Trainerbank nicht kaschieren konnte. Brutal wie nie bekam Madrid vorgeführt, dass es trotz aller Beschwörungen seiner großen Geschichte eben nur noch die zweite Kraft ist. Dass es selber nichts in der Hand hat, sondern Titel nur von Barcelonas Gnaden gewinnen kann, so wie 2007 und 2008, als die Ronaldinho-Ära zerfiel.

Hauptstädter nehmen neuen Anlauf

Mit dem Derby in Getafe am Montag wird Real seine Kampagne fortsetzen. Der Deutsche Mesut Özil wird nach einer überzeugenden Halbserie ziemlich sicher auf dem Platz stehen, bei Landsmann Sami Khedira ist das hingegen nicht mehr so selbstverständlich. Der Ex-Stuttgarter gilt zwar als einer der Lieblingsspieler Mourinhos, doch als er kurz vor Weihnachten angeschlagen fehlte, gab es ein 8:0 im Pokal gegen Levante. Weite Teile der Presse nahmen das Ergebnis als neue Munition für ihre These, wonach Khedira nicht die Klasse für einen Stammplatz bei Real mitbringe. Sie vertreten sie besonders seit jenem 0:5, als er von Barcelonas Mittelfeld vor unlösbare Aufgaben gestellt wurde.

Sami Khedira war da allerdings nicht der erste, und ob es ihn beruhigt oder nicht: Auch im Jahr 2011 wird es vielen Kollegen wieder nicht besser ergehen, wenn sie versuchen, diese einzigartige Mannschaft zu stoppen. Dafür braucht man schon übersinnliche Hilfe.

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