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Hilbert: "Ich habe die falschen Interviews gegeben"

31.03.2011, 12:17 Uhr | t-online.de

Hilbert: "Ich habe die falschen Interviews gegeben". Roberto Hilbert läuft in der Türkei für Besiktas Istanbul auf. (Foto: imago)

Roberto Hilbert läuft in der Türkei für Besiktas Istanbul auf. (Foto: imago)

Das Interview führte Nils Tittizer

Roberto Hilbert ist einer der Spieler, die 2007 mit dem VfB Stuttgart Meister geworden sind. Darüber hinaus wurde er im selben Jahr zum besten Außenspieler der Liga gewählt. Unter Bundestrainer Joachim Löw absolvierte der Mittelfeldspieler acht Einsätze in der Nationalmannschaft. An diese Leistung konnte er nicht mehr anknüpfen. Im April 2010 gaben die Schwaben und Hilbert die Trennung zum Saisonende bekannt. Daraufhin wechselte er in die Türkei zu Besiktas Istanbul.

Im Interview mit t-online.de spricht der 26-Jährige über die Saisonziele mit Besiktas, eigene Fehler, das besondere Verhältnis zum VfB Stuttgart und warum er die Nationalmannschaft noch nicht abgeschrieben hat.

t-online.de: Herr Hilbert, aus dem Titelrennen hat sich Besiktas längst verabschiedet - Sie stehen mit ihren Schwarzen Adlern derzeit auf Rang sieben, über 20 Punkte trennen Sie vom Spitzenduo. Woran liegt es?
Roberto Hilbert: Das ist schwierig zu sagen. Aber ein sehr entscheidender Grund ist sicher das unglaubliche Verletzungspech, das sich schon durch die gesamte Saison zieht. So was habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt.

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Dazu kommt das vorzeitige Aus in der Europa League. Für einen Top-Klub wie Besiktas äußerst unbefriedigend.
Es ist klar, dass wir mit der bisherigen Saison nicht zufrieden sein können. Der Anspruch von Besiktas ist ein anderer. Aber wir haben noch die Chance, den Pokal zu holen. Diese Chance wollen wir nutzen. Das haben unsere fantastischen Fans verdient.

Hier geht's zur Facebook-Seite von Roberto Hilbert.

Das Minimalziel lautet nun Qualifikation zur Europa League. Wie optimistisch sind Sie, das internationale Geschäft noch zu erreichen?
Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wir haben die große Chance, die Qualifikation über den Pokal zu erreichen. Aber auch in der Liga ist Platz vier noch nicht ganz abgeschrieben.

Von den vorangegangenen neun Partien konnten Sie nur zwei gewinnen. Jetzt der Sieg gegen Kayserispor. Gibt dieser Erfolg der Mannschaft Auftrieb?
Das glaube ich schon. Und zwar nicht nur wegen des Erfolgs – sondern auch wegen der Art und Weise, wie dieses 4:2 zustande gekommen ist.

Bei ihrem ersten Auftritt im Besiktas-Trikot hatten Sie einen denkbar ungünstigen Start. Die Presse bezeichnete Sie als Fehleinkauf. Wie schwer hat Sie das damals getroffen?
Das hat sich ja schnell wieder gelegt. Ich habe längst das Gefühl, sowohl im Klub als auch bei den Fans hohe Wertschätzung zu genießen. Meine Art, Fußball zu spielen und auch zu arbeiten, scheint hier ganz gut anzukommen. Das freut mich natürlich.

Unter Bernd Schuster waren sie gesetzt - nun ist er entlassen worden - wie sieht es mit dem bisherigen Co-Trainer Tayfur Havutcu aus? In der Partie gegen Kayserispor standen Sie nicht im Kader.
Das kann hier aufgrund der Ausländerregel und der vielen Saisonspiele mal passieren. Sechs Ausländer dürfen spielen – wir haben zehn im Kader, alle aktuelle oder ehemalige Nationalspieler. Ich bin mit 36 Pflichtspieleinsätzen der Spieler mit den zweitmeisten Einsätzen in dieser Saison. Ich kann mich nicht beschweren.

Zu dem illustrem Kreis auf die Schuster-Nachfolge zählt auch Berti Vogts. Glauben Sie an einen deutschsprachigen Nachfolger?
Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Da bin ich der falsche Ansprechpartner, das müssen Sie die Klubverantwortlichen fragen.

Der Fanatismus der türkischen Fans ist weltweit bekannt. Spornt Sie dieser Enthusiasmus an oder haben Sie Angst vor dem Zorn der Anhänger bei Misserfolg?
Meine Erfahrungen mit den Fans hier sind durchweg positiv. Obwohl es bei uns nicht gerade optimal läuft, unterstützen sie uns sensationell. Ich habe hier jetzt schon einige Partien gemacht  – aber bei unseren Heimspielen ins Inönü-Stadion einzulaufen, sorgt bei mir noch immer jedes Mal für Gänsehaut. Das sollte jeder Fußball-Fan mal erlebt haben.

Also war es kein Fehler, in die Türkei zu gehen?
Ein Fehler? Im Gegenteil. Istanbul ist eine absolut faszinierende Stadt, mit einer unglaublichen kulturellen Vielfalt. Und Besiktas ist ein Traditionsklub mit tollen Strukturen.

Kommen wir nach Deutschland. 2007 war zweifelsohne Ihr Jahr. Sie wurden mit dem VfB Meister und wurden zum besten Außenspieler der Liga gewählt. Trauern Sie dieser Zeit hinterher?
Überhaupt nicht. Das war ein fantastisches Jahr, das viele Spieler während ihrer Karriere so nie erleben dürfen. Deshalb bin ich dankbar dafür. Aber im Fußball hilft es nichts, in der Vergangenheit zu leben. Es geht immer darum, aktuell das Bestmögliche zu geben.

Warum konnten Sie seitdem nicht mehr an Ihre Form von 2007 anknüpfen?
Eine gute Frage. Das Formtief hatte mehrere Gründe. Zweimal habe ich mit gerissenen Bändern gespielt. Und ich habe Fehler gemacht, die ich mir zunächst nicht eingestehen wollte. Ich habe die falschen Interviews gegeben und in einigen Situationen überreagiert. Als Konsequenz daraus habe ich zum Selbstschutz einen Panzer um mich herum aufgebaut.

Was sagen Sie zu der aktuellen Situation beim VfB?
Puuh. Das ist schon bitter. Wenn man sieht, wie viel Qualität in der Mannschaft steckt, ist das eigentlich unglaublich. Aber ich bin mir sicher, dass die Jungs das packen und da unten rauskommen. Ich drücke jedenfalls fest die Daumen.

Von 2006 bis 2010 spielten Sie in Stuttgart. Könnten Sie sich eine Rückkehr zum VfB vorstellen?
Derzeit ist das kein Thema. Ich fühle mich in Istanbul wirklich sehr wohl. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt? Klar ist, dass der VfB immer einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen einnehmen wird. Ich habe dort viele schöne Momente erlebt und noch immer sehr viele gute Freunde, die ich regelmäßig besuche.

Ihr Vertrag läuft noch bis 2013. Wo zieht es Sie nach Ihrer Zeit bei Besiktas hin?
Oh je, so weit im Voraus plane ich nun wirklich nicht. Derzeit konzentriere ich mich nur auf Besiktas.

Immerhin ist Ihr Lieblingsverein der FC Arsenal.
(Lacht) Aber erst hinter Besiktas, dem VfB und Greuther Fürth. Für diese drei Klubs habe ich im Profifußball gespielt, sie haben einen ganz besonderen Stellenwert. Aber was Arsene Wenger in den letzten 15 Jahren bei Arsenal geleistet und aufgebaut hat, finde ich sehr imponierend.

Als achtmaliger Nationalspieler spielen Sie derzeit keine Rolle in den Planungen von Joachim Löw. Haben Sie derzeit Kontakt zum Bundestrainer?
Nein, aber das ist auch verständlich. Ich bin ja kein Träumer, der glaubt, dass er ganz kurz vor der Rückkehr ins Nationalteam steht. Ich muss jetzt erst einmal schauen, dass ich weiter meine Leistung bei Besiktas bringe.

Machen Sie sich Hoffnung auf die WM 2014?
Das ist noch so weit weg. Aber wie für jeden anderen Spieler auch ist die Nationalmannschaft für mich das Größte. Und ich würde mich riesig freuen, irgendwann mal wieder eine Einladung zu erhalten. Aber wie gesagt: Dazu muss ich erst einmal meine Leistungen im Klub bestätigen.

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