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Verletzte nach Ausschreitungen

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Verletzte nach Ausschreitungen in Kairo

03.04.2011, 12:52 Uhr | dpa

Verletzte nach Ausschreitungen. Außer Rand und Band: Die Fans von Zamalek. (Foto: dpa)

Außer Rand und Band: Die Fans von Zamalek. (Foto: dpa)

Aufgebrachte Fußballfans haben in Kairo beim Sturm auf das Spielfeld neun Menschen verletzt. Dies gab das ägyptische Gesundheitsministerium bekannt. Hunderte Anhänger waren in der 90. Minute des Spiels Zamalek (Kairo) gegen Club Africain (Tunis) auf den Platz gerannt, nachdem der Schiedsrichter ein Tor des heimischen Vereins wegen Abseits nicht gegeben hatte. Der Präsident des Ägyptischen Fußball-Verbands (EFA), Samir Saher, sagte daraufhin den für 15. April geplanten Neustart der nationalen Meisterschaft ab.

Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen im Cairo-Stadion in der Vorstadt Nasr City. Steine flogen, Feuerwerkskörper explodierten, das Mobiliar des Stadions wurde demoliert. Die ägyptischen Spieler schützten ihre tunesischen Gegenspieler vor Stockhieben und Tritten der erbosten Fans.

Liga-Start bereits zum zweiten Mal verschoben

Der algerische Schiedsrichter brach die Partie der afrikanischen Champions League ab und musste vom Sicherheitspersonal in die Kabine gebracht werden. Zum Zeitpunkt des Spielabbruchs hatte Zamalek im Rückspiel gegen Club Africain mit 2:1 geführt. Das Hinspiel hatte der Klub aus Kairo 2:4 verloren.

Verbandspräsident Saher stattete dem tunesischen Botschafter in Kairo einen Besuch ab, um sich zu entschuldigen. Den Start der schon einmal verzögerten Frühjahrs-Saison verschob er diesmal auf unbestimmte Zeit. Zur ersten Verschiebung war es wegen der Massenproteste in Ägypten gekommen, die am 11. Februar zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatten.

Betroffenheit und Kritik im Internet

Die Gewalt der Fußball-Fans löste in ägyptischen und tunesischen Internet-Foren Betroffenheit und Kritik aus. Noch zu Jahresbeginn hatten sich Jugendliche beider Länder moralisch gegenseitig unterstützt, als sie ihre jeweiligen Despoten von der Macht vertrieben hatten. Der tunesische Präsident Zine El Abidine Ben war bereits am 14. Januar zum Rücktritt gezwungen worden.

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