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El Clásico, mehr als nur ein Fußballspiel

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El Clásico, mehr als nur ein Fußballspiel

11.04.2011, 19:48 Uhr | t-online.de

El Clásico, mehr als nur ein Fußballspiel. Hoch her ging es im Hinspiel zwischen Barca und Real. Dabei waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt. (Foto: imago)

Hoch her ging es im Hinspiel zwischen Barca und Real. Dabei waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt. (Foto: imago)

Kaum ein Spiel auf Vereinsebene sorgt für so viel Aufmerksamkeit wie der Clásico, die Begegnung zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Am Samstag kommt es in der spanischen Hauptstadt erneut zum Duell. Drei weitere folgen in den nächsten Wochen.

Es bedurfte nicht eines Schweinekopfes, um deutlich zu machen, dass ein Fußballspiel zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid die Grenzen des Normalen übersteigt. Doch es machte schon noch einmal deutlich: El Clásico ist mehr als nur ein Spiel.

Im November 2002 war es, als Luis Figo von Real Madrid im Nou Camp von Barcelona einen Eckstoß ausführen wollte. Er kam nicht dazu. Es regnete Flaschen und Feuerzeuge von den Rängen – und eben diesen Schweinekopf. Figo guckte entgeistert in Richtung Tribüne. Er erblickte ein Meer von ausgestreckten Mittelfingern. Die Erklärung für das ausschweifende Verhalten der Zuschauer ist gleichermaßen simpel wie erschreckend: Figo war im Jahr 2000 vom FC Barcelona zu Real Madrid gewechselt.

Der Schweinekopf versinnbildlicht für die jüngere Generation die Rivalität der beiden Klubs, die eine lange Geschichte hat und unmittelbar mit dem Franco-Regime verknüpft ist.

"Real Madrid ist der beste Botschafter der Welt"

General Franciso Franco unterstützte nach anfänglicher Sympathie für den Stadtrivalen Atletico schnell das erfolgreichere Real. "Real Madrid ist der beste Botschafter, den wir jemals hatten", sagte Francos Außenminister Fernando Maria de Castiella. Die Königlichen gingen mit dem diktatorischen Franco-Regime eine Symbiose ein, die sie bis heute nicht losgeworden sind – und wohl nie loswerden wird. Weil der Rivale aus Katalonien die düstere Vergangenheit Reals für seine eigene Identität und Strahlkraft benötigt.

Die Geburt des Clásicos  

Immer wieder werden vor dem Clásico die alten Geschichten hervorgekramt. Die Partie vom 13. Juni 1943 zum Beispiel. Real Madrid gewann 11:1. Es wird erzählt, dass der Barca-Torhüter 90 Minuten lang mit Wurfgeschossen malträtiert wurde. Außerdem soll das Franco-ergebene Schiedsrichtergespann nahezu jeden Angriff der Katalanen wegen vermeintlicher Abseitsposition abgepfiffen haben. Barcas Spieler witterten Betrug und entschlossen sich in der Halbzeit, in der Kabine zu bleiben. Doch, so hält sich das Gerücht hartnäckig, Francos bewaffnetes Sicherheitspersonal habe die Spieler des FC Barcelona mit vorgehaltener Pistole auf den Platz getrieben. Die Begegnung am 13. Juni 1943 gilt als die Geburt des Clásicos.

Und der Clásico gedieh prächtig. Zum einen wegen der herausragenden sportlichen Duelle, zum anderen wegen der Geschichten rund um das Spiel.

Barca verliert das Rennen um Alfredo di Stefano

Das Buhlen um den begnadeten Alfredo di Stefano Anfang der 50er-Jahre befeuerte die Rivalität von neuem. Der Argentinier hatte bereits bei Barcelona unterschrieben, doch letztlich führte di Stefano Real Madrid zu fünf Siegen im Europapokal der Landesmeister. Warum er sich für die Königlichen entschied, darüber gibt es unterschiedliche Versionen. Die eine Seite verdächtigt bis heute den Einfluss von Franco, die andere behauptet, die Katalanen hätten von sich aus zurückgezogen.  

Die Bedeutung, die dem Clásico mitunter beigemessen wird, geht weit über den Fußball hinaus.

So behaupten die Fans des FC Barcelona bis heute, dass das 5:0 über Real Madrid vom 17. Februar 1974 den Anfang vom Ende des Franco-Regimes einleitete. Mit dabei auf Seiten von Real Madrid: Günther Netzer. "Da blieb ein schlechtes Gefühl zurück, weil man die Fans im Stich gelassen hatte", sagt der heute 66-Jährige im "Kicker"-Interview.

Stielike – el Gigante

Wesentlich bessere Erinnerungen an den Klassiker hat dagegen Uli Stielike. Der 56-Jährige spielte von 1977 bis 1985 bei Real. Gleich in seiner ersten Saison erlebte er sein "absolutes Highlight". 3:2 gewann seine Mannschaft im Camp Nou, Stielike bereitete zweit Tore vor und erzielte eines selbst. Seitdem trägt er in Madrid den Kampfnamen "El Gigante".

Auch Bernd Schuster nahm mehrfach am Clásico teil – und das unter umgekehrten Vorzeichen. Von 1980 bis 1988 spielte er für den FC Barcelona, anschließend zwei Jahre für den großen Rivalen aus der Hauptstadt. 2007 kehrte Schuster als Trainer zu Real Madrid zurück. Doch sonderlich lange sollte er sich nicht im Amt halten, nach eineinhalb Jahren war seine Zeit als Real-Coach vorbei. Dabei versagten ihm die Bosse ein letztes großes Spiel gegen den FC Barcelona. Doch hatte dies auch seinen Grund: Schuster erklärte Ende 2008 den FC Barcelona im Nou Camp für "unschlagbar". Der gebürtige Augsburger wurde kurz vor dem Aufeinandertreffen gefeuert, Real unterlag trotzdem 0:2. Seitdem haben die  Königlichen fünfmal in Folge verloren. Beim letzten Clásico, im November vergangenen Jahres, ging Real gar 0:5 unter.

Real setzt auf verpflichtete Brillanz

Es sind keine guten Zeiten für die hochbudgetierten Hauptstadtkicker. Barcelona begeistert mit seinem Kurzpasspiel, Tiki-Taka genannt – welches zum Teil auch noch von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs vorgetragen wird. Real Madrid dagegen setzt seit Jahren darauf, Brillanz zu verpflichten. Nur ganz selten gelingt es den Königlichen, sich direkt beim FC Barcelona zu bedienen. Zum letzten Mal war dies im Jahr 2000 der Fall. Der Spieler hieß Luis Figo.

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