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Spielabbruch beim Wiener Stadt-Derby

22.05.2011, 17:26 Uhr | dpa, sid

Spielabbruch beim Wiener Stadt-Derby. Hooligans von Rapid Wien stürmen den Platz - ihr Team liegt gegen den Rivalen zurück. (Foto: Reuters)

Hooligans von Rapid Wien stürmen den Platz - ihr Team liegt gegen den Rivalen zurück. (Foto: Reuters)

Nach schweren Ausschreitungen ist das Wiener Derby zwischen den Traditionsklubs Rapid und Austria abgebrochen worden. Zahlreiche Rapid-Hooligans, von denen einige auch vermummt waren, stürmten nach dem 2:0 für die Austria in der 26. Minute auf den Rasen des heimischen Hanappi-Stadions. Die Krawallmacher schossen Leuchtraketen ab und versuchten, in die gegnerische Fankurve zu gelangen. Die Spieler beider Mannschaften flüchteten sofort in die Kabine.

Rund 400 Polizisten versuchten, der Lage Herr zu werden, konnten aber offenbar keine friedliche Fortsetzung garantieren. Die Polizei hatte bei einer schlechten Rapid-Leistung eine Stürmung des Platzes befürchtet. Es gab mindestens zwei verletzte Polizisten und drei Festnahmen.

Sicherheit im Stadion gefährdet

"Beide Mannschaften und wir Schiedsrichter wollten weiterspielen. Aber es ist an der Aussage der Sicherheitskräfte gelegen, dass die Sicherheit im Stadion nicht mehr gewährleistet werden kann, daher der Abbruch", sagte Schiedsrichter Thomas Einwaller.

Rapids Manager entsetzt

"Das ist eine Riesenschande für den österreichischen Fußball", erklärte der frühere deutsche Bundesliga-Profi und österreichische Rekordnationalspieler Andreas Herzog. "Man muss sich zusammensetzen, denn so kann es nicht weitergehen. Es ist traurig, wenn sich schon die eigenen Spieler vor den Fans fürchten müssen, sogar beim Training." Klub-Manager Werner Kuhn meinte: "Das ist der bitterste Moment in meinen fast 17 Jahren bei Rapid. Was heute passiert ist, ist unerklärbar und unentschuldbar." Es sei alles Erdenkliche gemacht worden, um einen derartigen Vorfall zu verhindern.

Entscheidung in der Meisterschaft vertagt

Inzwischen hat der Strafsenat der österreichischen Bundesliga das Derby mit 3:0 zugunsten der Austria gewertet. Über das weitere Strafmaß gegen den österreichischen Rekordmeister will das Gremium am 1. Juni entscheiden. Für die Liga bedeutet das: Die Entscheidung über den österreichischen Meister fällt erst am letzten Spieltag. Die Austria kommt nun auf 61 Punkte. Spitzenreiter Sturm Graz führt nach dem 2:1 beim SC Wiener Neustadt mit 63 Punkten, Titelverteidiger Red Bull Salzburg liegt nach dem 2:2 gegen den SV Ried nun drei Zähler zurück und hat die klar schlechtere Tordifferenz. Salzburg spielt am letzten Spieltag bei Austria Wien.

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