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Kolumne: Arsenal London vergrault seine Fans

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Wenn es zählt, scheitern die Gunners immer

22.05.2011, 20:20 Uhr | T-Online.de

Kolumne: Arsenal London vergrault seine Fans. Heftiger Gegenwind für Arsenal-Coach Arsene Wenger. (Foto: imago)

Heftiger Gegenwind für Arsenal-Coach Arsene Wenger. (Foto: imago)

 

Kolumne von Jonny Giovanni

Es ist die Zeit der Saisonrückblicke. In Deutschland wie in den großen Ligen sind die Meister geehrt, die Absteiger betrauert, die Pokalsieger gefeiert. An dieser Stelle soll daher der spektakulärste Absturz der Saison gewürdigt werden. Und dieser Titel gebührt, bei allem Respekt vor Eintracht Frankfurt, dem FC Arsenal.

Noch vor drei Monaten strebte der Klub aus Nordlondon nicht weniger als das Quadrupel an. In der Meisterschaft gleichauf mit Manchester United, in der Champions League das Achtelfinalhinspiel gegen den FC Barcelona gewonnen, im FA Cup im Viertelfinale, im Ligacup im Finale.  Dieses Finale wurde Ende Februar gespielt, es sollte die Ouvertüre sein. Erstmals seit Jahren hatte Arsenal den kleineren englischen Pokal ernst genommen.

Die ewigen Schönspieler

Nicht die Reserve, sondern die Stammelf aufgeboten. Ein Triumph gegen den Abstiegskandidaten Birmingham City, und nach fünfeinhalb titellosen Jahren wäre der Weg frei für noch Größeres sowie endlich das Image widerlegt, das man die letzten Jahre verpasst bekommen hatte – das von den ewigen Schönspielern, die den Job nicht zu Ende bringen. Die immer scheitern, wenn es darauf ankommt.

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Wie dann wieder gegen Birmingham. Arsenal hatte das Pech, auf einen Gegner zu treffen, der phasenweise über sich hinaus wuchs. Aber Arsenal verlor eben auch wieder auf seine Weise. In 88 mitreißenden Minuten, dem vielleicht dramatischsten Spiel der Saison, hatte man den widerspenstigen Außenseiter eigentlich zunehmend in den Griff bekommen. Es stand 1:1, Birmingham war müde, Arsenal erhielt quasi mit jedem Angriff eine Chance, es schien nur noch einen Sieger geben zu können. Bis sich Torwart Szczesny und Verteidiger Koscielny gegenseitig über den Haufen liefen und Obafemi Martins das Siegtor ermöglichten. Ein Slapstick mit heftigen Folgen.

Fans geht die Geduld aus

Statt neuem Mut kamen die alten Selbstzweifel – in verschärfter Form. Seit jenem Ligacupfinale Ende Februar hat Arsenal in allen Wettbewerben zusammen nur noch drei Spiele gewonnen. Alle Titelchancen vergeben und zuletzt sogar die direkte Qualifikation für die Champions League verspielt. Durch das Unentschieden am letzten Spieltag in Fulham und dem Sieg von Manchester City in Bolton, endet die Saison für die Gunners auf Platz vier und damit nur in der Qualifikation zur Königsklasse. Und die Frage wird weiter nagen: Kann dieser Klub, 2004 ungeschlagen Meister, überhaupt noch einmal etwas gewinnen?

Den Fans geht allmählich die Geduld aus. Sie rufen jetzt immer schon "shoot", wenn der Ball noch im Mittelfeld hin- und herläuft. Sie haben genug von dem kultivierten Gekreisel unter Trainer Arsène Wenger, jedenfalls, wenn es sich am Ende der Saison immer als brotlos heraus stellt. Arsenal war, bis 1996 Wenger kam, immer ein Klub, dem die Mittel zum Sieg relativ egal waren. Man stand für langweiligen Fußball und Titel. "Boring, boring Arsenal", riefen die gegnerischen Fans. "One-nil to the Arsenal", konterten die Arsenal-Anhänger. Man gewann meistens 1:0.

Protestmarsch gegen die Vereinsführung

Niemand will bedingungslos in diese Zeiten zurück. Was sich die Anhänger aber wünschen, ist ein bisschen mehr Wettkampfhärte. Und ein bisschen mehr Pragmatismus. Warum zum Beispiel gibt es seit Jahren keinen verlässlichen Torwart beim Klub von Pat Jennings, David Seaman oder Jens Lehmann? Warum erhebt Wenger seine Vorliebe für junge Spieler zu einem derartigen Mantra, dass es, anders als in seinen früheren, mit drei Meisterschaften und vier Pokalsiegen äußerst erfolgreichen Jahren, keine Routiniers mehr gibt im Team? Warum kauft er nicht mal richtig ein? Warum hört man stattdessen immer nur Ausreden, Klagen über Verletze, Schiedsrichter, Pfosten, Latte? Noch steht die Mehrheit hinter Wenger. Aber es gibt inzwischen mehrere Facebook-Gruppen, die gegen den einst gottgleich verehrten Manager opponieren.

Beim letzten Heimspiel gegen Aston Villa blieben rund 10.000 Plätze leer, so viele wie noch nie seit dem Einzug in das Emirates Stadium vor fünf Jahren. Vor dem Match gab es außerdem einen Protestmarsch gegen die Vereinsführung. So etwas kannte man aus dem Norden, von Liverpool oder Manchester, nicht aber von den eher betulichen Arsenal-Fans, die größtenteils aus der Mittelschicht kommen. Doch selbst für die ist inzwischen eine Schmerzgrenze erreicht, denn nächste Saison sollen sie 6,5 Prozent mehr für ihre Dauerkarten bezahlen. Das billigste Jahresticket wird dann 951 Pfund kosten – über 1000 Euro.

Dauerkarten-Boykott der Fans

Das sind die höchsten Eintrittspreise im Weltfußball. Wenig überraschend wies der Verein für die vergangene Saison einen operativen Gewinn von 56 Millionen Euro aus. Bloß wird dieser eben nicht in neue Spieler investiert. Die Fans empfinden das zunehmend als Lose-lose-Situation. "Sechs Prozent für sechs titellose Jahre", skandierten sie bei ihrer Demonstration. Nach einer jüngsten Umfrage wollen 22 Prozent der Arsenal-Anhänger ihre Dauerkarten für nächste Saison nicht erneuern.

 
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