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Wettskandal in Italien: Signori droht der Knast

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Signori droht der Knast

02.06.2011, 12:42 Uhr | dpa

Wettskandal in Italien: Signori droht der Knast. Giuseppe Signori wird von zwei Polizisten zur Polizeistation in Bologna begleitet. (Foto: dpa)

Giuseppe Signori wird von zwei Polizisten zur Polizeistation in Bologna begleitet. (Foto: dpa)

Ergebnisabsprachen, Bestechungen und Beruhigungsmittel zum Ausbremsen ehrlicher Kicker - Italien schaut fassungslos auf den neuen Wettskandal rund um den ehemaligen Nationalspieler Giuseppe "Beppe" Signori.

In einer landesweiten Razzia hob die Staatsanwaltschaft Cremona eine 30-köpfige Bande von mutmaßlichen Wettbetrügern aus. Neben dem dreimaligen Torschützenkönig der Serie A nahm sie 15 weitere Spieler, Vereinsfunktionäre und Wettbürobetreiber fest.

Die Beschuldigten sollen in den vergangenen Monaten 18 Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga manipuliert und dann im In- und Ausland hohe Wettsummen auf die Partien gesetzt haben. Auch das Erstliga-Spiel zwischen Inter Mailand und US Lecce vom 30. März steht unter Manipulationsverdacht, obwohl die Verdächtigten ihre Wetten in diesem Fall verloren. Ein Untersuchungsrichter stellte auch den Aufstieg von Atalanta Bergamo und AC Siena in die erste Liga infrage.

"Schwerwiegende und unwiderlegbare" Beweise

Signori ist nach Aussage des Cremoneser Untersuchungsrichters Guido Salvini "ein zentrales Element" der mutmaßlichen Betrügerbande, zu der auch Ex-Profi Stefano Bettarini und Cristiano Doni (Atalanta Bergamo) gehören sollen. Der Leiter der Ermittlungen, Sergio Lo Presti, sprach von einer "kriminellen Organisation", die in sechs Monaten zusammengetragenen Beweise seien "schwerwiegend und unwiderlegbar". Gemäß Richter Salvini hat die Bande bis zu fünf Spiele gleichzeitig manipuliert.

Bergamo-Trainer Colantuono: Manipulationsverdacht ein "Witz"

Italiens Fußballverband kündigte gerichtliche Schritte gegen die Betrüger an. "Wir werden Schadenersatz fordern", sagte FIGC-Präsident Giancarlo Abete. Bergamos Trainer Stefano Colantuono bezeichnete den Manipulationsverdacht gegen sein Team als "Witz" und die Vorwürfe gegen Doni als "absurd". Auch Sienas Sportdirektor Giorgio Perinetti erklärte, sein Klub habe nichts zu befürchten: "Wir haben das genannte Spiel gegen Sassuolo schließlich mit 4:0 gewonnen."

Signori drohen mehrere Jahre Haft

Dem für seine Spielleidenschaft bekannten Signori könnte seine Schwäche nun zum Verhängnis werden. Dem ehemaligen Kapitän des Erstligisten Lazio Rom und seinen Komplizen drohen mehrere Jahre Haft. Am Mittwochmittag wurde er erstmals verhört. Nach Salvinis Angaben setzte der 43-Jährige allein auf das Erstligaspiel zwischen Inter und Lecce 150.000 Euro. Anders als von Signori gewettet, gewann der Titelverteidiger jedoch nicht mit drei Toren Unterschied, sondern nur mit 1:0.

Schlafmittel in den Getränken der Mitspieler

Auslöser der Affäre ist Cremonese-Torhüter Paoloni. Dieser wird beschuldigt, am 14. November 2010 vor dem Spiel der Drittligisten Cremonese-Paganese Schlafmittel in die Getränke seiner Teamkollegen geschüttet zu haben, um die Leistungsfähigkeit seiner Mitspieler zu schwächen. Fünf Spieler meldeten daraufhin Beschwerden, ein Cremonese-Kicker baute wegen der Auswirkungen des Schlafmittels einen Unfall. Nach Blutuntersuchungen entdeckte Cremoneses Vereinsarzt Schlafmittelspuren und alarmierte die Polizei. Die Ermittlungen ergaben, dass der hoch verschuldete Paoloni möglicherweise zum Drahtzieher eines großangelegten Wettrings avancierte, in dem auch Signori eine Hauptrolle gespielt haben soll.

Nicht der erste Wettskandal in Italien

Beim ersten Wettskandal in Italien waren 1980 der Präsident des AC Mailand, Felice Colombo, und 13 Spieler von Milan, Lazio Rom und fünf weiteren Klubs verhaftet worden. Der 1982 zum WM-Helden aufgestiegene Stürmer Paolo Rossi wurde zwei Jahre gesperrt, Lazio und Milan zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt. 1986 deckte die Turiner Staatsanwaltschaft 30 manipulierte Erst- und Zweitligaspiele auf. 2000 soll das Pokalspiel zwischen Atalanta und Pistoiese manipuliert worden sein, alle Angeklagten wurden aber in letzter Instanz freigesprochen. 2004 wurde Modena mit vier Strafpunkten belegt, vier Spieler wurden gesperrt, darunter Stefano Bettarini.


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