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Mafia soll in italienischen Wettskandal verwickelt sein

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Mafia soll ebenfalls beteiligt sein

03.06.2011, 19:03 Uhr | sid

Mafia soll in italienischen Wettskandal verwickelt sein. Auch die Mafia soll in den italienischen Wettskandal verwickelt sein. (Foto: imago)

Auch die Mafia soll in den italienischen Wettskandal verwickelt sein. (Foto: imago)

Neue Erkenntnisse im Wett- und Manipulationsskandal in Italiens Serie A: Eine der Mafia nahestehende slawische Gruppe mit kolossalen finanziellen Mitteln steckt laut der Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona hinter der Affäre, die das italienische Fußballsystem erschüttert hat. Die Gruppe war laut Staatsanwalt Guido Salvini in der Lage, in wenigen Stunden bis zu fünf Millionen Euro auf ein einziges Spiel zu setzen und auch während des Spiels gewaltige Summen zu wetten.

Drahtzieher der Gruppe sei ein in der Schweiz lebender Slowake, ein guter Freund des ehemaligen Kickers Mauro Bressan. Dieser wurde zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Giuseppe Signori verhaftet. 400.000 Euro soll die Bande gezahlt haben, um einen Serie-A-Spieler zu bestechen, bei einem Zweitliga-Profi sanken die Preise auf 120.000 Euro und für einen Drittliga-Spieler auf 50.000 Euro. Dies stellten die Ermittler fest.

Camorra soll ebenfalls beteiligt sein

Parallel dazu in anderen italienischen Städten laufende Ermittlungen ergaben, dass die Camorra, der neapolitanische Arm der Mafia, massiv auf Manipulation von Fußballbegegnungen der Serie D setzt. Die Staatsanwälte von Cremona ermitteln jetzt auch im Zuge von manipulierten Serie-A-Spielen der laufenden Saison.

Verschobenes Meisterschaftsspiel in der Serie A?

Ins Visier der Ermittler ist unter anderem das am 20. Februar ausgetragene Spiel FC Genua gegen AS Rom (4:3) geraten. Die Staatsanwälte schließen nicht aus, dass das Meisterschaftsspiel manipuliert worden sei. Der Versuch, das Serie-A-Spiel zwischen Inter Mailand und US Lecce am 30. März zu manipulieren, scheiterte hingegen offenbar. Allein Signori soll in diesem Fall 150.000 Euro verloren haben.

Weltmeister von 2006 beschuldigt

Auch ein Torhüter der italienischen Weltmeistermannschaft von 2006 soll laut "Gazzetta dello Sport" in die Affäre hineingezogen worden sein. Roms Marco Paolini tauchte in einem abgehörten Telefongespräch auf. Dieser behaupte darin, er könne das Erstligaspiel zwischen Genua und Rom manipulieren. Das Spiel endete nach einer 3:0-Führung der Römer noch mit einem 4:3-Sieg der Genueser. Der genannte Römer spielte in dieser Partie wegen einer Sperre jedoch gar nicht. Die federführende Staatsanwaltschaft in Cremona hat deshalb auch keinerlei Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Signori: "Habe nichts zu verbergen"

Der in Bologna unter Hausarrest stehende Signori wies die Vorwürfe der Ermittler zwischenzeitlich zurück. "Ich habe nichts zu verbergen. Ich habe immer gewettet, aber auf legale Weise, es wird sich bald alles klären", sagte der Ex-Lazio-Star. Die italienischen Nationalspieler zeigten sich vor ihrem EM-Qualifikationsspiel in Modena gegen Estland betroffen. "So etwas hat uns gerade noch gefehlt. In unserer Welt gibt es zu viele Versuchungen, viele Jugendliche wollen schnell zum Geld kommen, während Geld verdient werden muss", äußerte sich Nationalcoach Cesare Prandelli.

Offenbar auch Serie-B-Profis involviert

Der italienische Fußballverband bangt derweil um die nächste Serie-A-Meisterschaft. In den Skandal sind offenbar auch Profis von Serie-B-Vereinen verwickelt, die noch an Playoff-Spielen für den Aufstieg in die Serie A stehen. Wegen der Verwicklung von Atalanta-Kapitän Cristiano Doni in die Affäre könnte der Serie-A-Aufstieg des lombardischen Vereins gefährdet sein.

"Ich habe mich immer an alle Regeln gehalten", betonte Doni, der 2001 schon einmal wegen eines Wettvergehens unter Verdacht stand. Der Verband will von den ermittelnden Staatsanwälten Einblick in die Ermittlungsakten erhalten, um Maßnahmen gegen die in den Skandal verwickelten Spieler zu ergreifen.

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