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Pleitewelle in der spanischen Liga

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Pleitewelle in der spanischen Liga

30.06.2011, 14:35 Uhr | dpa

Pleitewelle in der spanischen Liga. Unterhalb des Topduos FC Barcelona und Real Madrid stehen etliche spanische Klubs vor dem finanziellen Ruin. (Foto: imago)

Unterhalb des Topduos FC Barcelona und Real Madrid stehen etliche spanische Klubs vor dem finanziellen Ruin. (Foto: imago)

Spanien ist Weltmeister, der FC Barcelona und Real Madrid glänzen mit Lionel Messi, Xavi oder Cristiano Ronaldo, drei der größten Fußballer der Welt. Doch unterhalb des Spitzenduos herrscht bittere finanzielle Not. 21 Profi-Klubs der Primera und der Segunda Division stehen vor dem Konkurs oder haben diesen bereits in den vergangenen Jahren angemeldet. Damit ist die Hälfte der 42 spanischen Profi-Vereine zahlungsunfähig.

Der jüngste Fall ist der des sechsmaligen Pokalsiegers Real Saragossa. Zuvor hatten bereits Erstliga-Klubs wie Betis Sevilla, RCD Mallorca, der FC Malaga, UD Levante, Real Sociedad San Sebastian oder Sporting Gijon Konkurs anmelden müssen.

Malaga und Getafe vertrauen sich Ölscheichs an

In keiner anderen Profi-Liga in Europa gibt es eine solche Pleite-Serie. Alfredo Relano, Chefredakteur des Sportblattes "As", witzelt: "Unser Fußball hält sich eisern an die Regel, jedes Jahr zehn Prozent mehr Geld auszugeben, als er einnimmt." Einige Vereine wie der FC Malaga oder der FC Getafe legten aufgrund der finanziellen Nöte ihr Schicksal in die Hände von potenten Geldgebern aus dem Mittleren Osten.

Konkursverfahren schützt vor Abstieg

Für die anderen Klubs, die keine reichen Geldgeber fanden, erwies sich das Konkursverfahren als ein probates Mittel. Der Konkurs hat nämlich einen großen Vorteil: Er schützt vor einem Zwangsabstieg. Nach dem Reglement des spanischen Verbandes RFEF muss ein Verein, der am Stichtag des 30. Juni mit der Zahlung der Spielergehälter in Verzug ist, normalerweise absteigen. Diese Regel gilt jedoch nicht für Klubs, die sich in einem Konkursverfahren befinden. Nach einem Gerichtsurteil haben die Konkursgesetze Vorrang vor den RFEF-Regeln.

Gewerkschaft droht mit Streik

Die Profi-Liga (LFP) und die Spielergewerkschaft (AFE) in Spanien sehen darin eine grobe Benachteiligung seriös wirtschaftender Vereine. Sparsame Klubs steigen ab, weil sie sich keine teuren Spieler leisten. Dagegen erhalten andere Vereine die Klasse, indem sie mehr Geld ausgeben, als sie haben. Die AFE drohte mit einem Streik und gab die Devise aus: "Die Liga wird nicht wie geplant am 20. August in die neue Saison starten, wenn bis dahin die Gehälter nicht gezahlt sind."

"Kein Geld fürs Benzin"

Nach Angaben der Zeitung "ABC" haben fast 300 Profis der 1. und 2. Liga ihre vertraglich vereinbarten Gehälter nicht vollständig erhalten. "Bei uns mussten einige Spieler ihre Autos verkaufen, um über die Runden zu kommen. Andere haben kein Geld fürs Benzin", sagte der Stürmer David Aganzo von Rayo Vallecano. Dennoch schaffte der Klub aus dem Madrider Arbeiterviertel den Aufstieg in die Primera Division.

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