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Inter darf den Titel von 2006 behalten

19.07.2011, 11:00 Uhr | dpa

Inter Mailand darf den Titel von 2006 behalten. Luis Figo (li.) und Co. hatten 2006 jede Menge Grund zum Jubeln. (Foto: imago)

Luis Figo (li.) und Co. hatten 2006 jede Menge Grund zum Jubeln. (Foto: imago)

Trotz massiver Manipulationsvorwürfe darf Inter Mailand den italienischen Meister-Titel 2006 behalten. Der italienische Fußballverband (FIGC) verweigerte die von Juventus Turin geforderte Aberkennung des Mailänder Titels. Der Verband erklärte sich in seiner Sitzung in Rom aus juristischen Gründen für nicht zuständig.

Die Turiner wollen nun vor einem Zivilgericht klagen. "Die Glaubwürdigkeit des Systems steht auf dem Spiel", erklärte Juve-Präsident Andrea Agnelli.

Den Turinern war der Titel 2006 wegen der Machenschaften ihres damaligen Managers Luciano Moggi aberkannt und Inter zugesprochen worden. Moggi hatte mit Hilfe enger Kontakte zu den Schiedsrichter-Koordinatoren und zu Unparteiischen Ligaspiele zu Gunsten von Juve manipuliert. Dafür wurde er vom Verband lebenslang gesperrt und Juve zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt.

Inter: Vom Opfer zum Täter?

Inter galt damals als Opfer. Im laufenden Zivilprozess gegen Moggi und seine Komplizen in Neapel tauchten nun neue Abhörprotokolle auf. Dies brachten den Chef-Ankläger des italienischen Fußballverbands, Stefano Palazzi, zu dem Schluss, dass auch Inter vor fünf Jahren betrogen habe. Der damalige Inter-Präsident Giacinto Facchetti habe ebenfalls Schiedsrichter beeinflusst und damit die Serie A manipuliert. Hätte das neue Belastungsmaterial bereits vor fünf Jahren vorgelegen, wäre auch Inter verurteilt und der Titel 2006 Mailand nicht zugesprochen worden.

Sportrechtlich ist der Fall verjährt. Inter-Präsident Massimo Moratti wies dennoch alle Vorwürfe zurück. Der Klub-Besitzer nannte die Anschuldigungen gegen den im September 2006 verstorbenen Facchetti "inakzeptabel, beleidigend und geschmacklos".


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