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Verrückter Klub: Präsident trägt Weste aus Eselspenissen

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Verrückter Klub in Mexiko: Präsident trägt Weste aus Eselspenissen

01.08.2011, 11:35 Uhr | dpa

Verrückter Klub: Präsident trägt Weste aus Eselspenissen. Tijuanas Ex-Vereinsboss Jorge Hank in seiner Eselspenis-Weste. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Tijuanas Ex-Vereinsboss Jorge Hank in seiner Eselspenis-Weste. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Tijuana ist das Nordwesttor Mexikos zu den USA. Tausende von Autos, Lastwagen und Zehntausende von Menschen überqueren hier jeden Tag die Grenze zwischen den beiden Ländern. Vom Strand, wo sich der Grenzzaun in die Dünung des Pazifiks zieht, ist die Skyline von San Diego zu sehen. Viele Jahre galt Tijuana als das Mekka der billigen Unterhaltung für junge US-Amerikaner, die in den Bars fanden, was sie suchten: Tequila, Sex und Marihuana.

Jetzt muss man sich im Zusammenhang mit Tijuana noch einen neuen Namen merken: Xoloitzcuintles (sprich: Scholoitzcuintles), so heißt die Fußball-Mannschaft, die in dieser Saison zum ersten Mal in die erste mexikanische Division aufgestiegen ist. Xoloitzcuintles sind eine altmexikanische Hundezüchtung. Diese Hunde haben kein Fell, sondern nackte, dunkelgraurötliche Haut. In den vorspanischen Kulturen der Region wurden sie verehrt und galten als Begleiter der Seelen in die Unterwelt, wo sie gemeinsam mit den Verstorbenen beigesetzt wurden. Andere züchteten sie, um sie später zu verspeisen.

Waffenlager wird Präsident zum Verhängnis

Die nicht besonders attraktiven Tiere gelten als treue und leicht erziehbare Freunde des Menschen und vor allem als sportliche und gute Wächter. Diese Eigenschaften haben sie einst vor dem drohenden Aussterben bewahrt und ihnen die Wiedergeburt im Namen des tijuanischen Fußballklubs beschert.

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Tausende Fußballanhänger begleiteten Mitte Juli das erste Spiel der Xoloitzcuintles in der obersten Liga Mexikos mit besonderer Spannung: Gerade war ihr Eigentümer, Jorge Hank Rhon, Besitzer eines Firmenimperiums aus Kasinos, Banken, Wettbüros und Baufirmen, festgenommen worden. Sicherheitskräfte hatten seine Residenz, zu der neben einem Zoo auch eine komplette deutsche Schule gehören, gestürmt und ein Waffenlager entdeckt. Es drohte der Ausschluss aus der Föderation. Doch dazu kam es nicht, möglicherweise, weil die Familie Hank rasch Jorges Sohn Jorgealberto Hank Insunza zum Eigentümer des Klubs bestimmte.

Der Mann von Welt trägt Lederwesten aus Eselspenissen

Jorge Hank, Ex-Bürgermeister von Tijuana, ist eine der schillerndsten und auch dubiosesten Figuren in Mexiko. Dem Enkel eines deutschen Einwanderers werden unter anderem Verwicklung in der Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen. Die USA verweigern ihm inzwischen die Einreise. Mehrfach wurde er an Flughäfen festgenommen, 1991 mit einem Tigerbaby, das er nach Tijuana schmuggeln wollte. 1995 wurde er mit zwölf Koffern voll mit Elfenbein und Fellen vom Aussterben bedrohter Tierarten erwischt.

Er kam immer wieder frei, wohl auch, weil sein 2001 verstorbener Vater, Carlos Hank González, eine der einflussreichsten politischen Figuren des Landes war. Dem 55-jährigen Jorge Hank wird nachgesagt, Tequila mit dem Filet einer Klapperschlange zu sich zu nehmen. "Er ist ein Mann, der zugibt, seine größte Exzentrizität sei es, eine Lederweste aus der Haut von Eselspenissen zu tragen", berichtete vor wenigen Tagen die Zeitung "Excelsior".

Sportlicher Fehlstart ins neue Abenteuer

Jorges Karriere begann in der (deutschen) Humboldt-Schule in Mexiko-Stadt, die er ebenso wie die Brüder Carlos und Cuauhtémoc besuchte. "Sein Vater hat kein Wort deutsch gesprochen", berichtete ein ehemaliger Mitschüler. "Doch die Kinder mussten in die deutsche Schule." Dies ist wohl auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass Jorge, als er sich später in Tijuana einem Privatzoo mit Raubkatzen, Schlangen und 100 Xoloitzcuintles baute, auch eine deutsche Schule errichtete, in der seine 19 Kinder die deutsche Sprache lernen sollten.

Für den Trainer der Xolos, Joaquin del Olmo, ist mit dem Aufstieg in die höchste Liga ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen. "Wir sind dabei, eine neue Geschichte im mexikanischen Fußball zu schreiben", hatte er versprochen. "Das wird ein Fest sein." Leider verloren seine Hunde die ersten beiden Spiele und rennen vorerst abgeschlagen den Jaguaren aus Chiapas und den Pumas aus Mexiko-Stadt hinterher.

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